Deutsche-Bank-Chef Fitschen im Visier der Steuerfahnder
12.12.2012 | 17:16 Uhr 2012-12-12T17:16:00+0100
Frankfurt. Fünf Mitarbeiter der Deutschen Bank hat die Polizei nach einer Razzia in der Zentrale der Deutschen Bank verhaftet. Der Vorwurf: Sie sollen Mehrwertsteuerbetrug beim Handel mit CO2-Zertifikaten betrieben haben. Auch gegen Co-Chef Jürgen Fitschen wurde ermittelt.
Das Aufgebot an Staatsanwälten, an Beamten des Bundeskriminalamtes, der Steuerfahndung und der Bundespolizei war massiv, die ersten Folgen für die Bank sind drastisch. Nach einer Razzia in der Zentrale der Deutschen Bank hat die Polizei am Mittwoch fünf Mitarbeiter des Instituts verhaftet. Sie stehen im Verdacht der Geldwäsche und der versuchten Strafvereitelung, wie Oberstaatsanwalt Günter Wittig bestätigte.
Die Ermittlungen richteten sich auch gegen Co-Chef Jürgen Fitschen und seinen Vorstandskollegen Stefan Krause, so die Bank. Fitschen und Krause hätten 2009 die Umsatzsteuererklärung der Bank unterschrieben, diese sei aber schon freiwillig korrigiert worden.
Nach der Razzia in Räumen der Deutschen Bank sind Haftbefehle gegen fünf ehemalige Bank-Mitarbeiter erlassen worden. Ihnen wird Geldwäsche und versuchte Strafvereitelung vorgeworfen. Die Ermittlungen richten sich auch gegen zwei Vorstandsmitglieder, darunter Co-Chef Jürgen Fitschen.
Hintergrund der Razzia mit über 500 Beamten sind die seit Frühjahr 2010 laufenden Ermittlungen wegen des Verdachts der schweren Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit dem Handel von CO2-Emissionszertifikaten. Im Dezember 2011 waren deshalb bereits sechs Männer – nicht von der Deutschen Bank – zu Gefängnisstrafen zwischen drei und sechs Jahren verurteilt worden.
"Nicht schuldhaft verstrickt"
Deutsche-Bank-Sprecher Ronald Weichert bestätigte die Durchsuchungen, nicht aber die Verhaftung der fünf Banker. Wie schon bisher kooperiere die Bank weiter „vollumfänglich“ mit den Behörden. In dem vor einem Jahr abgeschlossenen Prozess hatten die Staatsanwälte die Bank beschuldigt, in die Betrügereien verwickelt gewesen zu sein. Die Geschäfte wurden offenbar mit Hilfe von Mitarbeitern des Instituts und über Konten der Bank abgewickelt. Ohne die Mitwirkung der Bank, so Oberstaatsanwalt Thomas Gonder damals, hätten die Betrügereien nicht geschehen können. Bankmitarbeiter seien „zumindest schuldhaft verstrickt“.
Einer der größten Fälle von Wirtschaftskriminalität
Im Frühjahr 2010 waren die Geschäftsräume der Deutschen Bank schon einmal durchsucht worden. Der Komplex gilt bereits jetzt als einer der größten Fälle von Wirtschaftskriminalität seit Jahrzehnten. Mit einem komplizierten Firmengeflecht hatten die sechs vor einem Jahr verurteilten Männer – zwei Deutsche, ein Franzose und drei Briten – durch den Handel mit Emissionszertifikaten zwischen Sommer 2009 und Frühjahr 2010 und ein daran geknüpftes Umsatzsteuerkarussell den deutschen Fiskus um mindestens 230 Millionen Euro betrogen.
Die Deutsche Bank hat mehrere Mitarbeiter freigestellt, die beim Handel von Luftverschmutzungsrechten mitgeholfen haben sollen. Die Geschäfte sollen den deutschen Staat um Hunderte Millionen Euro Steuereinnahmen gebracht haben. Sieben Händler sollen unter Verdacht stehen.
Dazu wurden CO2-Emissionszertifikate im Ausland gekauft, mehrfach in Deutschland weitergegeben und schließlich wieder im Ausland abgesetzt – und dies nach Ansicht der Staatsanwalt mit tatkräftiger Hilfe auch der Deutschen Bank. In ihren Umsatzsteuererklärungen hatten die Männer die Geschäfte verschleiert und Vorsteuerbeträge in dreifacher Millionenhöhe geltend gemacht, die aber nie angefallen sind. Auch hohe Steuerrückerstattungen soll es gegeben haben.
Mehr als 170 Beschuldigte
Schon vor einem Jahr hatten die Ermittler betont, dass mit weiteren Anklagen und Prozessen zu rechnen sei. Es gebe mehr als 170 Beschuldigte im In- und Ausland, bei 50 Unternehmen werde ermittelt. Mindestens 45 000 Seiten Akten wurden gesichtet. Den Schaden für den Fiskus schätzen die Staatsanwälte auf 850 Millionen Euro.

09:17
Gibt es eigentlich ein "hohes Tier" ohne Dreck am Stecken? Oder sind lügen und betrügen zwangsläufig notwendig zum Erfolgreichsein in diesem Land?
08:34
Wenigstens muss Fitschen nicht in U-Haft. Das gibst nur für die Kleinen Mittäter...
07:46
feiger, unfähiger oder korrupter Politiker.
Der ganze Quatsch ist überflüssig, wenn alle, einheimische wie importierte Produkte, mit einer CO² Abgabe belegt werden. Die Einnahmen daraus kann man ja nehmen um deutsche Exporte zu subventionieren die unter dem Ökologiedumping der Chinesen leiden.
Was ist denn CO zum Quadrat? Wenn schon, dann tiefgestellte 2 bitte.
Ich weiß leider nur nicht, wie das hier geht ;)
23:35
2009/2010 war Josef Ackermann noch Chef der Deutschen Bank und hat sich kürzlich erst - ohne Angabe von Gründen - sozusagen "vom Acker gemacht". Warum wohl? Wie glaubhaft ist es, dass der Chef eines Monster-Konzerns von solchen kriminellen Machenschaften seiner Führungsriege nichts weiß? Der hat sich verzogen, bevor die Bombe platzte. "Gehängt" werden mal wieder die Erfüllungsgehilfen, nicht der Kopf der Bande.
22:33
Gibt es Bankenchefs die keine Steuerbetrüger sind?
Ja?? Dann gibt es auch den Weihnachtsmann.
Hat nicht auch die Deutsche Bank glänzend daran verdient, Wetten darauf zu verkaufen das Kredite platzen, an die Leute die diese Kredite aufgenommen haben?
Bekanntermaßen der Anfang der allgegenwärtigen Banken- und Finanzkrise.
21:43
keine Sorge Deutsche Bank - die Angie regelt das
Stimmt. Schließlich ist diese Bank "systemrelevant", (wie die Bilderberger vorgeben...)
20:07
Wir handeln hier mit "tollen" CO2 Zertifikaten und die Chinesen ballern das CO2 völlig hemmungslos in die Luft. Was wir hier in einem Jahr an Zertifikaten handeln verballern die Chinesen in einem Tag.
Der ganze Handel mit diesen Zertifikaten ist doch der absolute Schwachsinn und ist eine der bürokratischen Kopfgeburten der Grünen, die so wieso nicht funktionieren.
Und diese rabulistische Überschrift mit dem Fragezeichen ist auf dem gleichen Niveau.
19:24
Jetzt gehen die Aktien kurz runter - KAUFEN - dann in 2 Wochen absahnen!
19:04
knallhartes Durchgreifen ist hier angesagt!
Das ist ein "Verbrechen gegen die Menschheit", wer beim Handel mit CO2-Zertifikaten auch noch betrügt!
Aber wahrscheinlich zahlt die Deutsche Bank mal wieder ein bisschen was aus der Portokasse und die Sache verschwindet wieder im Untergrund...