„Der Verbraucher ist das Maß aller Dinge“

Krombach..  Er würde wahrscheinlich abwinken, wenn man ihn als Doyen der deutschen Brauwirtschaft bezeichnen würde. Führende Persönlichkeit und Ältester – beide Bedeutungen treffen auf Friedrich Schadeberg zu, den Seniorchef der Krombacher Brauerei. Heute, am Tag des Bieres, feiert er seinen 95. Geburtstag.

Pionier der Brauwirtschaft

62 Jahre mit an der Spitze eines Unternehmens – das ist ein sehr seltenes Ereignis in der Wirtschaft. Zumal, wenn es mit einer stetigen Weiterentwicklung verbunden ist. Schadeberg führte das Unternehmen von einer Dorfbrauerei zu einem der ersten Anbieter in der deutschen Getränke- und Brauwirtschaft. Dafür müssen viele Weichen richtig gestellt werden. Die erste war, sich frühzeitig auf Bier nach Pilsener Brauart als einziges Produkt zu konzentrieren und zu bewerben.

„Ich habe Krombacher frühzeitig als Markenartikel begriffen und mit einer gezielten Werbung begonnen. Erst in der Heimatregion, dann im Ruhrgebiet und in Westfalen, schließlich auf nationaler Ebene.“ Die Werbung aus den späten 60-er Jahren mit dem Förster und dem Spruch „Freunde, lasst uns einen krombachern“ – Ältere erinnern sich – war seine Idee. Ebenso die Naturpositionierung der Marke mit der Krombacher Insel.

1920 in Neuwied geboren, studierte Schadeberg nach dem Krieg in München Brautechnologie und arbeitete ab 1953 mit den Titeln Diplom-Braumeister und Diplom-Brauingenieur als Prokurist bei der damals noch überregional unbekannten Krombacher Brauerei. Eigentümer ist er, gemeinsam mit seiner Schwester, der Kunstmäzenin Barbara Lambrecht-Schadeberg, seit 1961. Später kam Sohn Bernhard (49) als Gesellschafter hinzu. Ihm übertrug Schadeberg 2001 die Geschäftsführung. Dessen Schwester Petra vertritt die Interessen der Brauerei im Ausland.

Sinkender Bierdurst

1972 beträgt der Ausstoß erstmals mehr als eine Million Hektoliter, 2006 über sechs Millionen Hektoliter. Aber das veränderte Verbraucherverhalten und der sinkende Bierdurst zeigen auch bei Deutschlands führender Biermarke erste Spuren bei den Zuwachsraten. Aber was will der Kunde? Schadeberg: „Der Verbraucher ist das Maß aller Dinge. Aufgabe eines Markenartiklers wie Krombacher ist es, die Veränderung der Verbraucherwünsche zu analysieren. Der Verbraucher erwartet neue Produkte und neue Gebinde.“ Klingt wie ein Vermächtnis an die nachfolgende Generation.