Das aktuelle Wetter NRW 4°C
Aldi-Gründer

Der reichste Deutsche wird 90 Jahre alt

20.02.2010 | 09:35 Uhr
Der reichste Deutsche wird 90 Jahre alt

Düsseldorf.Der reichste Deutsche, Aldi-Gründer Karl Albrecht, feiert am Samstag seinen 90. Geburtstag - wahrscheinlich. Denn der Milliardär lebt so zurückgezogen, dass selbst sein Geburtsdatum - genannt wird allgemein der 20. Februar 1920 - als Geheimsache behandelt wird.

Fest steht: Eine große Feier mit Blitzlichtgewitter und Prominententauftrieb wird es trotz des runden Geburtstags nicht geben. Denn noch größer als das Vermögen des Unternehmers ist wohl seine Öffentlichkeitsscheu. Es gibt nur ein bekanntes Foto des Milliardärs. Es stammt aus dem Jahr 1987.

Dabei hätte der Jubilar allen Grund zu feiern. Mit seinen Discount-Läden hat er in den vergangenen Jahrzehnten nach Schätzungen des „Manager Magazins“ ein Vermögen von mehr als 16 Milliarden Euro erwirtschaftet und belegt vor seinem Bruder Theo unangefochten Platz eins in der Rangliste der deutschen Milliardäre.

Mit Albrecht-Discount zum Erfolg

Die Geschichte des Unternehmers bietet eigentlich Stoff für einen Hollywood-Film, ist es doch die Ruhrpott-Variante des amerikanischen Traums. Karl Albrecht und sein zwei Jahre jüngerer Bruder Theo wuchsen in ärmlichen Verhältnissen in Essen auf. Ihr Vater, ein Bergarbeiter, musste wegen einer Staublunge eine schlecht bezahlte Stelle in einer Brotfabrik annehmen, die Mutter eröffnete daraufhin im Essener Bergarbeitervorort Schonebeck einen kleinen Lebensmittelladen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahmen die Brüder dann das unbeschädigt gebliebene elterliche Geschäft und bauten nach und nach eine kleine Ladenkette auf. Doch der wirkliche Durchbruch kam, als das geschäftstüchtige Duo das Discount-Konzept für sich entdeckte. 1962 öffnete der erste Aldi-Markt seine Tore - Aldi wie Albrecht-Discount. Spartanisch eingerichtet, mit einem stark eingeschränktem Warenangebot und Niedrigpreisen, revolutionierten die neuartigen Billigläden das Einkaufen in Deutschland.

Die Zahl der Aldi-Filialen explodierte danach. Allein in der Bundesrepublik gibt es heute mehr als 4.000 Filialen. Und längst sind die Brüder auch im Ausland aktiv - selbst in den USA und Australien. Aldi ist inzwischen der neuntgrößte Handelskonzern der Welt.

Abgeschottetes Privatleben

Schon 1961 teilten die Brüder allerdings ihr gemeinsam aufgebautes Imperium untereinander auf. Karl Albrecht übernahm dabei den Teil südlich der Ruhr - kurz Aldi-Süd. Doch betreibt er darüber hinaus inzwischen unter anderem auch mehr als 1.000 Aldi-Märkte in den USA und die Hofer-Märkte in Österreich. Allerdings zog sich Karl Abrecht schon in den 90er-Jahren aus dem operativen Geschäft zurück.

Obwohl Millionen Bundesbürger täglich in ihren Geschäften einkaufen, gelang es den Brüdern, ihr Privatleben weitgehend von der Öffentlichkeit abzuschotten. Bekannt ist nur: Karl Albrecht ist verheiratet und hat einen Sohn und eine Tochter. Nur einmal standen die Brüder grell im Rampenlicht - als Theo Albrecht 1971 entführt wurde und erst nach 17-tägiger Gefangenschaft gegen Zahlung eines Lösegeldes von 7 Millionen Mark (rund 3,5 Millionen Euro) freigelassen wurde. Nach diesem Vorfall zogen sich die Familien Albrecht noch stärker aus der Öffentlichkeit zurück. Wo der Multi-Milliardär lebt, ist deshalb ungewiss. „Vermutlich in Donaueschingen“, heißt es im Munzinger-Archiv. In der baden-württembergischen Stadt besitzt der begeisterte Hobby-Golfer ein Hotel mit einem großen Golfplatz. Zu seinen Freizeitbeschäftigungen soll außerdem das Züchten von Orchideen gehören, heißt es. (apn)

DerWesten

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/3422966/create

Umfrage
Das Aus für die Drogeriekette Schlecker ist besiegelt. Werden Sie Schlecker vermissen?

Das Aus für die Drogeriekette Schlecker ist besiegelt. Werden Sie Schlecker vermissen?

 
Aktuelle Fotos und Videos
Das Samsung Galaxy S III
Bildgalerie
Smartphones
Die wertvollsten Marken der Welt
Bildgalerie
Markenvergleich
"Lasst Opel nicht sterben"
Bildgalerie
Opel Bochum
Aus dem Ressort
Deutsche Textilfirmen entdecken „made in Marokko“
Mode
Konzerne wie Zara oder Diesel lassen verstärkt ihre T-Shirts und Jeans in Afrika fertigen. Die Vorteile gegenüber China liegen auf der Hand: Es ist preisgünstiger – und schneller. Kritiker sorgen sich allerdings um die Näherinnen.
13.200 Schlecker-Frauen ohne Job - Verdi gibt Politik Schuld
Schlecker
Der Gläubigerausschuss beschließt die Abwicklung des insolventen Unternehmens, da keine wirtschaftliche Perspektive erkennbar sei. 13.200 Beschäftigte verlieren damit endgültig ihren Arbeitsplatz. Gleichzeitig entbrannte ein Streit, wer für die Schlecker-Pleite verantwortlich ist.
Text 46 Kommentare 46