Der Fachkräftemangel in NRW hat begonnen
12.10.2011 | 17:51 Uhr 2011-10-12T17:51:00+0200
Düsseldorf. Der Fachkräftemangel hat in NRW bereits einige Branchen erreicht und wird in den kommenden Jahren drastisch zunehmen. Das erwartet die Bundesagentur für Arbeit in NRW. Weil viele Ältere in Rente gehen und wenige Junge nachkommen.
Fast ein halbes Jahr (146 Tage) muss ein Altenheim in NRW suchen, um eine offene Pflegestelle besetzen zu können. Ein halbes Jahr, in dem das Stammpersonal Überstunden macht und in dem hilflose alte Menschen von Leiharbeitern und Minijobbern notversorgt werden. Mit diesem Beispiel zeigt die Bundesagentur für Arbeit in NRW, dass der Fachkräftemangel alles andere als eine abstrakte Gefahr ist.
Der Arbeitsmarkt wird sich grundlegend verändern, und der Wandel hat längst begonnen. Das zeigt die Prognose bis 2020, die von der Landesarbeitsagentur vorgestellt wurde. Sie wird in den kommenden Jahren regelmäßig die schöne Nachricht von sinkenden Arbeitszahlen verkünden dürfen. Doch dazu wird jedes Mal auch die schlechte Nachricht vom wachsenden Fachkräftemangel gehören.
Schulen werden 2020 gut 13 Prozent weniger Absolventen entlassen
Für diese Vorhersage braucht es keine großen Rechenkünste. Die Schulen werden 2020 gut 13 Prozent weniger Absolventen auf den Arbeitsmarkt und in die Unis entlassen. Weil gleichzeitig immer mehr Beschäftigte in Rente gehen, werden bis dahin rund 700 000 weniger Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. Also etwa so viele, wie heute arbeitslos sind. Macht unterm Strich einen leer gefegten Arbeitsmarkt – in der Theorie.
Denn Arbeitslose wird es auch künftig geben, weil aus den vielen Geringqualifizierten, die heute schon von Hartz IV leben, nicht über Nacht Fachkräfte werden. Und die vor allem verlangt der Arbeitsmarkt. Christiane Schönefeld, Chefin der Landesarbeitsagentur, hat eine Lösung: „Die Unternehmen sollten erkennen, dass sie auch Menschen mit bestimmten Nachteilen ausbilden und einstellen müssen. Ein solches Umdenken sehe ich bisher noch nicht.“
In mehreren Projekten wollen die Agenturen deshalb den Arbeitgebern beweisen, dass auch Alleinerziehende, Studienabbrecher und Schüler mit schlechten Noten gute Fachkräfte werden können.
In der Pflege wird längst deutlich, dass diese Leute gebraucht werden. Weil die Träger viel zu wenig ausgebildet haben, finden sie kaum Personal. Um eine Stelle zügig besetzen zu können, wären laut Arbeitsagentur drei Bewerber ideal. In vielen Städten gibt es nicht einmal einen pro Stelle.

10:26
140 Mio. EUR wollen die lustigen Gesellen in den Fachkräftemangel investieren. Natürlich alles gespeist aus den Steuern des Stimmviehs. Bei knapp 80 Mio Deutschen sollte man vielleicht darüber nachdenken, jedem Einwohner einmalig 1 Mio Euro auszuzahlen, anstatt eine neue, schwachsinnige und hilflose Pseudoaktion zu initiieren. Dabei könnten sogar noch knapp 60 Mio eingespart werden. Nur beeilen müsste sich die Regierung freilich schon. Sind die Kosten für ein Brot doch bald so hoch wie der zur Auszahlung stehende Betrag...
20:45
Das die Industrie zum großen Teil den Facharbeitermangel selbst zu verantworten hat steht wohl ausser Zweifel.
Statt das man zb. durch Altersteilzeit frei gewordene Stellen mit jungen Fachkräften neu besetzt hätte hat man die Altersteilzeitregelung zum Stellenabbau mißbraucht Also keine neuen Mitarbeiter eingestellt geschweige Azubis nach der Prüfung übernommen. Viele junge Menschen sehen aber auch nach bestandener Facharbeiterprüfung in einem beruflichen Umfeld das tag täglich Restrukturierungsmaßnahmen ( Personalabbau) zur Gewinnoptimierung ausgesetzt ist keine Zukunft und orientieren sich anders und beginnen ein Studium.
18:11
Fachkräftemangel bleibt ein Märchen. 6 bis 7 Millionen Menschen, viele gut ausgebildet, suchen einen Arbeitsplatz zu einem gerechten Lohn. Daran sollten die Politiker erst einmal arbeiten. Den Mangel an Fachkräften gibt es nicht. Und was tun die Arbeitgeber dafür? Warum hat man die passenden Fachkräfte nicht angelernt oder warum hat man sie ziehen lassen? Schlechte Personalpolitik nennt man das. Die Personalmanager haben erst die über 50-jährigen aussortiert, und heute fehlen die Fachkräfte? Die Manager müssen ausgetauscht werden, weil sie versagt haben.