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„Der beste Weg aus der Armut ist der Schulweg“

07.05.2013 | 00:22 Uhr

Hagen. Image ist ihm nicht wichtig. Er hilft, um zu helfen. Hans-Georg Kraus, Gründer von Wikinger Reisen in Hagen, bundesweit größter Anbieter von Wandergruppenreisen, hat 1996 eine Stiftung ins Leben gerufen, um den Ärmsten der Armen in Afrika, Asien und Lateinamerika zu helfen. „Nicht allen geht es so gut wie uns.“ Der heute 77-Jährige übertrug vor sieben Jahren 20 Prozent des Touristikunternehmens (75 Millionen Jahresumsatz) der Stiftung und garantiert ihr damit einen soliden finanziellen Sockel: „Unser Stammkapital beträgt zwei Millionen Euro.“

Wie wichtig die Arbeit der Hans-Georg Kraus Stiftung ist, hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit erkannt. „Auch künftig wird das Ministerium wieder mit der Stiftung gemeinsam Projekte vorantreiben“, sagt Staatssekretärin Gudrun Kopp jüngst auf einer Netzwerktagung in Hagen. Stichwort Netzwerk. Die Stiftung arbeitet eng mit privaten gemeinnützigen Initiativen zusammen und unterstützt ihre Arbeit finanziell. Der Vorsitzende des Kuratoriums der Stiftung, der CDU-Bundestagsabgeordnete Erich Fritz aus Dortmund, unterstreicht dies: „Wir brauchen keine Schauprojekte. Wir fördern überschaubare Vorhaben.“

In diesem Jahr sind des 38 Projekte in 27 Ländern. Beispiele: Aus mittellosen Familien auf dem Land in Myanmar besuchen 60 bis 80 Mädchen eine Klosterschule bei Bagan. Kosten für Unterricht, Uniformen, Bücher und Lehrer trägt die Stiftung. Im bolivianischen Sucre erhalten Straßenkinder eine landwirtschaftliche oder handwerkliche Ausbildung. Und in Mauretanien werden potenzielle Migranten zu Solar-Ingenieuren ausgebildet, um eine Perspektive in ihrer Heimat zu haben. „Der beste Weg aus der Armut“, sagt Kraus, „ist der Schulweg.“

Der Spendeneingang der Stiftung liegt im Jahr bei 250 000 Euro. „Alle Spenden kommen zu 100 Prozent an“, versichert Kraus. „Wikinger Reisen hilft bei der Bürokratie, außerdem zahlen wir keine Miete.“ 100 Botschafter trommeln bundesweit, um den Wirkungskreis der Stiftung zu erhöhen. Marita Willeke-Wirth, Leiterin der Botschaftergruppe in Hagen: „Viele wollen konkret helfen, wissen aber nicht wie. Man kann mit wenig Geld viel erreichen.“

Joachim Karpa

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2013-05-07 00:22
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