DB Regio sichert sich Millionen-Aufträge für Regionalverkehr
02.02.2012 | 18:46 Uhr 2012-02-02T18:46:00+0100
Essen. Bereits Mitte Januar hatte die Deutsche-Bahn-Tochter DB Regio den Zuschlag für den Betrieb der Regionallinien RE2 und RB42 bekommen. Jetzt siegte sie auch im Wettbewerb um die S-Bahn-Linien 5 und 8 zwischen Hagen, Dortmund und Mönchengladbach. Noch bis Sonntag kann die Konkurrenz Einspruch einlegen.
Nachdem die Deutsche-Bahn-Tochter DB Regio bereits im Januar den Zuschlag zum künftigen Betrieb der Regionalexpress-Linien RE2 und RB42 bekommen hat, steht dem Staatsunternehmen ein weiterer Millionen-Auftrag ins Haus. DB Regio hat auch die Ausschreibung der S-Bahn-Linien 5 (Hagen-Dortmund) und 8 (Hagen-Mönchengladbach) gewonnen und sich gegen zwei Konkurrenten durchgesetzt. Die Bahn verspricht neue Züge mit Komfort und Toiletten.
„Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) beabsichtigt die Leistung ab Dezember 2014 durch die DB Regio durchführen zu lassen.“ Diese habe das wirtschaftlichste Angebot vorgelegt, heißt es in einer Mitarbeiter-Information. Weder DB Regio, noch VRR oder Bahn-Konkurrenten wollten sich auf Anfrage dazu äußern. Grund: Die Frist für einen möglichen Einspruch endet erst am Sonntag.
Die Linien S5 und S8 umfassen eine Leistung von jährlich 3,6 Millionen Zugkilometern und werden auch bisher von der Deutschen Bahn betrieben. Laut gültigem Vertrag bekam sie bisher im Schnitt rund zehn Euro pro gefahrenem S-Bahn-Kilometer. S5 und S8 haben für den Staatskonzern einen Wert von mehr als 35 Millionen Euro pro Jahr. Das Umsatzvolumen ab 2014 blieb offen. Wie wichtig DB Regio der Zuschlag ist, lässt sich aus der Mitarbeiter-Information ablesen: „Wir sind stolz auf unser Angebot und auf die Mannschaft, die es zustande-gebracht hat!“ Der Preisunterschied zu Konkurrent Abellio soll nur wenige Cent pro Kilometer betragen haben.
Neue Züge mit Toilette
Bereits am 11. Januar hatte DB Regio den Auftrag für die Linien RE2 (Münster-Essen-Düsseldorf) und RB42 (Münster-Essen) bekommen. Ab 2016 wird RB42 als RE42 über Duisburg bis nach Mönchengladbach verlängert. Hier beträgt die jährliche Leistung 3,8 Millionen Zugkilometer in Gebieten von VRR und Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe.
Die europaweiten Verfahren für Regionalexpress- und S-Bahn-Linien waren 2011 eingeleitet worden. Zuvor hatte der Bundesgerichtshof (BGH) die Vergabe ohne Ausschreibung gekippt . 2009 hatten sich VRR und Bahn rechtswidrig darauf geeinigt, die Linien bis zum Jahr 2023 von DB Regio betreiben zu lassen. Konkurrent Abellio hatte dagegen geklagt , sich später aber mit der Bahn unter der Hand zur Übernahme der S-Bahn-Linien einigen wollen. Dieses Geschäft wiederum unterband das Bundeskartellamt . Die Wettbewerbshüter begründeten dies mit dem Verdacht des strafbaren „Abkaufens von Wettbewerb“.
Nach Informationen dieser Zeitung hatten sich drei Bieter um den bis 2029 laufenden Betriebsvertrag für S5 und S8 beworben: DB Regio, Abellio sowie die Rurtalbahn. Auf den Linien sollen ab 2014 neue, mit Toilette ausgestattete Züge rollen. DB Regio investiert dafür 100 Millionen Euro.

18:10
@fogfrog
Da können Sie noch so viele Private ins Boot holen - wenn an der Infrastruktur nichts gemacht wird, kann kein Eisenbahnverkehrsunternehmen pünktlicher werden. Und in Deutschland sind die Investitionen ins Schienennetz europaweit abgeschlagen, weil hier lieber in Autobahnprojekte investiert wird... Und das liegt nicht an der DB, sondern an unseren Parlamenten.
Übrigens - die NordWestBahn als "privater" Anbieter kann ihre Linien einfach nicht bedienen, weil sie kein Personal hat. Wird also bei weitem nicht alles besser, wenn private Unternehmen Zuschläge bekommen. Abgesehen davon, dass abellio zur Niederländische Staatsbahn, die eurobahn zur französischen SNCF gehört. Soviel zum Thema "Privatbahn". Das Modell ist absurd.
22:44
Hat die Konkurrenz eigene Schienenwege????????????????????????????????????????????????????????
Das wäre mir neu.
21:51
die Millionen einstecken kann die Bahn. Aber Qualität beim abliefern der
Leistung sieht anders aus. Mein Frau hat ihre Monatskarte zurückgegeben weil
es morgens mit der s1 wie im Lotto war. Mal Glück- mal Pech. Jetzt eben
wieder mit dem Auto fahren. Und bei meinem Sohn ist es ähnlich, auch da kommen
verspätungen beim Schulbesuch öfters vor.
Man sollte der Konkurrenz mal ne Chance geben. Die Mitarbeiter der Bahn können vielleicht besser in der Wüste Sandsäcke füllen. Die nächste Sturmflut kommt bestimmt - die nächste Bahn vielleicht.
15:35
Eigentlich ist die Qualität von DB Regio inzwischen wirklich gut: Die Doppelstockzüge, die bisher auf der RE2 fahren, sind gut und bieten mehr Komfort als vergleichbare Elektrotriebzüge der "Privaten". Aber im S-Bahn-Netz liegt wirklich einiges im argen. Das liegt aber auch an den viel zu niedrigen Investitionen ins Schienennetz, die man aber nicht der DB Netz, sondern Bund und Land vorwerfen muss.
14:08
Wenn die DB dann auch noch Qualität abliefert, dann ist es ja gut. Aber mal eine generelle Frage: wer hat denn Schuld an den oftmaligen Verspätungen? Kommen sich Fern- und Regionalverkehr in die Quere? Wo haben die S-Bahnen keine eigenen Gleise? Muß mal die S-Bahnen hier auf der S1 loben: schön leise.