Davos-Studie: Industrie 4.0 kostet fünf Millionen Arbeitsplätze

Davos..  Der aus Augsburg stammende Organisator des Weltwirtschaftsforums (WEF), Klaus Schwab, hat vor längerer Zeit die „Vierte industrielle Revolution“ als Motto des Managergipfels ausgegeben, der am Mittwoch in dem Schweizer Bergort beginnt. Dazu wird das WEF heute eine Studie vorstellen, der zufolge die Digitalisierung und Automatisierung bis 2020 fünf Millionen Arbeitsplätze in den Industrieländern kosten wird, wie die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vorab daraus zitierte.

Nun aber schiebt sich ein anderes Problem nach vorne: Flucht und Migration. Das beste Zeichen für die Verlagerung des Interesses ist die Rede, die Bundespräsident Joachim Gauck am Eröffnungstag halten wird. Viel hat das Bundespräsidialamt bislang nicht mitgeteilt, klar ist aber, dass Gauck über Flucht, Migration und Wohlstand reden will. Die Herausforderungen der aktuellen Fluchtbewegungen nach Europa seien „viel größer, als wir sehen und sehen wollen“, sagte Christine Lagarde, die französische Chefin des Internationalen Währungsfonds, im Vorfeld. Lagarde will in Davos eine neue IWF-Studie über Kosten und Nutzen von Migranten vorstellen.

Aus Deutschland werden neben zahlreichen Managern auch Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) in Davos erwartet. Insgesamt sollen zwischen Mittwoch und Samstag mehr als 2500 Teilnehmer kommen, darunter 40 Staats- und Regierungschefs.

Vor dem Start des WEF melden sich jedes Jahr auch Globalisierungs- und Kapitalismuskritiker zu Wort. Die Entwicklungsorganisation Oxfam richtet den Fokus auf das Thema Armut als eine Fluchtursache. Die 62 reichsten Personen der Erde würden mittlerweile soviel Vermögen besitzen wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung – über 1500 Milliarden Euro. Dabei verschärfe sich die Polarisierung weiter: In den vergangenen Jahren hätten die Vermögen der Superreichen um etwa 40 Prozent zugelegt, während der Besitz der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung um eine ähnliche Größenordnung zurückging, so Oxfam.

Unternehmen, die das WEF tragen, wirft die Organisation vor, sich in Steueroasen anzusiedeln. Das gesparte Geld fehle in anderen Staaten etwa für Gesundheits- und Bildungspolitik. Die steuervermeidenden Un­ternehmen würden so die globale Armut verschärfen.