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Eurokrise

Dauerkrise des Euro gefährdet laut DIW deutsche Konjunktur

29.07.2012 | 09:08 Uhr
Dauerkrise des Euro gefährdet laut DIW deutsche Konjunktur
DIW-Abteilungsleiter Christian Dreger: „Fortschritte bei der Lösung der Eurokrise entscheiden über die weitere konjunkturelle Entwicklung in Deutschland.“

Berlin.   Wirtschaftsexperten fordern eine schnelle Beendigung der Eurokrise. „Wenn die Eurokrise aber weiter schwelt, leidet nach einiger Zeit auch der deutsche Konsum“, sagte Christian Dreger vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung. Die Binnennachfrage könne die deutsche Konjunktur nicht langfristig stützen.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat vor einer Verschleppung der Eurokrise gewarnt. „Derzeit für Deutschland günstige Wachstumsprognosen gehen von einer baldigen Lösung der Eurokrise aus“, sagte DIW-Abteilungsleiter Christian Dreger der Nachrichtenagentur dapd. Momentan stütze die Binnennachfrage noch die deutsche Konjunktur und fange Einbußen durch geringere Exporte in den Euroraum auf. „Wenn die Eurokrise aber weiter schwelt, leidet nach einiger Zeit auch der deutsche Konsum“, sagte Dreger.

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Der DIW-Abteilungsleiter für Makroökonomie hob die Abhängigkeit Deutschlands von der wirtschaftlichen Entwicklung in der Eurozone hervor. „Fortschritte bei der Lösung der Eurokrise entscheiden über die weitere konjunkturelle Entwicklung in Deutschland“, sagte er. „Wenn man da keine überzeugenden Lösungen präsentiert, hat man in Deutschland auch keine optimistischen Aussichten.“

Eine baldige Lösung der Eurokrise sei derzeit das Basisszenario der Prognosen zur Konjunktur. „Man kann sich auch auf den Standpunkt stellen, das ist keine Annahme, die derzeit großen Rückhalt hat“, warnte Dreger.

„Eine noch ganz gut laufende Binnenkonjunktur“

Im Moment sei für die Eurokrise „eine Lösung, die uns die Wirtschaftspolitik anbieten würde, nicht so recht sichtbar“. Die Konsolidierung öffentlicher Haushalte in Europa habe nur langfristig positive Effekte. „Die Achillesferse dieses Kurses ist, dass er kurzfristig den Abschwung im Euroraum verstärkt“, sagte der Ökonom. Griechenland habe 20 Prozent seiner Wirtschaftsleistung verloren.

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Die deutschen Exporte gingen zu rund 40 Prozent in die Eurozone. „Wenn die Rezession im Euroraum länger anhaltend ist, haben wir negative Beschäftigungseffekte für Deutschland. Dann ist auch der Konsum nicht mehr das Standbein, weil wir Beschäftigung in den exportorientierten Industrien verlieren“, sagte Dreger. Derzeit stehe den Problemen der exportorientierten Industrien aber „eine noch ganz gut laufende Binnenkonjunktur gegenüber“.

Der DIW-Ökonom kritisierte die Debatte über einen Euroaustritt Griechenlands. Athen trage zwar nur wenig zur Wirtschaftsleistung des Euroraums bei. „Aber wir haben die Ansteckungsgefahr für andere Länder. Ein Austritt Griechenlands würde einen Präzedenzfall schaffen und zeigen, dass man die Währungsunion wieder verlassen kann. Danach würden die Spekulationen in Richtung Portugal, Spanien und vielleicht auch Italien laufen“, sagte er. „Dies kann für Deutschland noch erheblich höhere Lasten als jetzt nach sich ziehen.“ (dapd)



Kommentare
30.07.2012
23:31
Dauerkrise des Euro gefährdet laut DIW deutsche Konjunktur
von Hugo60 | #6

Die DIW Ökonomen sind schon auf dem richtign Weg. Sie haben erkannt, dass die Eurokrise den deutschen Export einbrechen lassen.
Der DIW sagt auch nichts anderes, als dass die von den Krisenländern geforderten Reformen geradewegs in die Krise des deutschen Exports führt, ohne dass es für den Nachfrageausfall Ersatz gäbe.

Dei Inflationsangst der Deutschen macht sie blind für die Gefahr, dass ein Zusammenbruch der Gesamtnachfrage innerhalb der Europäischen Währungsunion am Ende zu einem Kollabieren des deutschen Exportsektors führen wird.

Die Deutschen sind offenbar nicht in der Lage zwischen Geld und der REalwirtschaft zu unterscheiden.

30.07.2012
23:23
Dauerkrise des Euro gefährdet laut DIW deutsche Konjunktur
von Hugo60 | #5

@donfernando

Ihre Diagnose ist falsch und nur fast richtig.

Ökonomische Bedeutung von Export und Import:
Ein Land wie Deutschland, welches mehr exportiert als es importiert, verzichtet auf die reale Entschädigung für Güter,. das es produziert hat.
Es entstehen Forderungen gegenüber dem Ausland..

Ihr Besipiel ist deshalb falsch, weil die 10000 Euros bereits in der Vergangenheit "verschenkt" wurden und jetzt fällig werden. Dafür gibt es keinen Neuwagen mehr, denn der ist schon längst auf Pump ans Ausland verkauft worden.

Das Geld, um das viele Populisten in Deutschland jammern, dient ja - einfach ausgedrückt dazu, die Verbindlichkeiten der Schuldnerländer zu tilgen und nicht dazu Waren in Detushcland zu kaufen.


Ich empfehle Ihnen als Einstieg das Buch "Ökonomie" von Gilberto Granados und Erik Gurgsdies, damit ihre verschwurbelten Vorstellungen über die ökonomischen Zusammenhänge zurecht gerückt werden.
Einfach mal bei Amazon googlen.

29.07.2012
23:12
Dauerkrise des Euro gefährdet laut DIW deutsche Konjunktur
von donfernando | #4

Es gibt Leute, die behaupten, die derzeitige deutsche Konjunktur sei ohne die Dauerkrise des Euro nicht denkbar.

Das sind die, die - sozusagen privat - einem Käufer ihres Gebrauchtwagens 10.000 Euro schenken, damit dieser ihnen den Wagen für 11.000 Euro abkaufen kann, und sie damit die Anzahlung für ihren Neuwagen haben. Und genau dieser Neuwagen erhält bei uns die Arbeitsplätze. Und Arbeitsplätze sind nun mal das A und O für eine Konjunktur.

Und wenn jetzt die Eurokrise aufhören würde, dann gäbe es ja keinen Grund mehr, die 10.000 Euro zu verschenken. Und dann müsste bei uns keiner mehr arbeiten, weil ohne geschenktes Geld uns ja keiner mehr was abkaufen kann. Und dann wäre es aus mit der Konjunktur, weil ja dann auch keiner mehr Steuern zahlt. Und wenn keiner mehr Steuern zahlt, können wir auch kein Geld mehr verschenken.

Im Grunde ist es ein echter Teufelskreis, der da unseren Wohlstand bedroht.


29.07.2012
12:41
Dauerkrise des Euro gefährdet laut DIW deutsche Konjunktur
von MalNachgedacht | #3

@2: Naja, Frau Merkel lässt sich schon sogar sehr genau sagen, was sie zu tun hat, allerdings ausschließlich von den arbeitgeberfinanzierten Think Tanks a la IW, Ifo- Institut und Konsorten....

1 Antwort
Dauerkrise des Euro gefährdet laut DIW deutsche Konjunktur
von karlo58 | #3-1

So isset!Und die Banken nicht vergessen,die den Kurs vorgeben...

29.07.2012
09:30
Dauerkrise des Euro gefährdet laut DIW deutsche Konjunktur
von karlo58 | #2

Tja-die Wirtschaftsexperten wissen es schon lange-aber die Kanzlerin fährt weiterhin mit Vollgas die BRD an die Wand.Die will ja nur spielen....

1 Antwort
Die will ja nur spielen
von holmark | #2-1

und nicht mal das kann sie richtig...

29.07.2012
09:29
"Die Binnennachfrage könne die deutsche Konjunktur nicht langfristig stützen."
von wahlpottler | #1

Na, DAS Problem zumindest ist hausgemacht - aber lösbar! Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich und Einführung eines allgemeinverbindlichen Mindestlohns. Schafft neue Stellen, entlastet dadurch die Sozialkassen (nach wie vor der größte Batzen bei den Abzügen), gibt mehr Leuten mehr Geld in die Hand und macht uns vom Export unabhängiger - denn was nützt uns der Weltmeistertitel, wenn unsere Handelspartner sich bei uns das Geld leihen, mit dem die dann bezahlen? Und dann irgendwann pleite gehen?

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