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Stromversorgung

Das Revier ist Verlierer der Energiewende

06.02.2012 | 18:27 Uhr
Das Revier ist Verlierer der Energiewende
Foto: dapd

Essen.   Das Ruhrgebiet könnte zu den Verlierern der Energiewende gehören. Experten sehen das Risiko, dass durch den Umbau der Stromversorgung rund 200.000 Stellen in der Industrie wegfallen könnten. 40 Prozent des industriell genutzten Stroms bundesweit werden derzeit in NRW verbraucht.

Das Ziel ist ehrgeizig, sehr ehrgeizig: Nach dem Willen der Bundesregierung sollen bis zum Jahr 2050 rund 80 Prozent der in Deutschland erzeugten Energie aus erneuerbaren Quellen kommen . Doch am Ruhrgebiet könnte die politisch gewollte Energiewende vorbeigehen, schlimmer noch: Experten sehen ein hohes Risiko, dass Nordrhein-Westfalen einer der Verlierer des Umwandlungsprozesses ist, weil Arbeitsplätze verloren gehen und die Wirtschaftskraft sinkt.

Einer, der zur Hochrisikogruppe zählt, ist Martin Iffert. Der Geschäftsführer des Essener Aluminiumproduzenten Trimet müsste sich eigentlich über die Energiewende freuen. Denn der Ausbau der Stromnetze und Windkraftanlagen kurbelt den Absatz von Aluminium spürbar an. Doch Iffert sieht auch die andere Seite der Medaille: Steigen seine Stromkosten – Strom ist für Aluhersteller quasi der Rohstoff –, steht die Wettbewerbsfähigkeit von Trimet auf dem Spiel. „Die Kunden können das Material ja auch woanders in der Welt kaufen“, beschreibt Iffert das Dilemma. Er sehe bislang nicht, wie sich Energiewende und Wettbewerbsfähigkeit vereinbaren lassen.

NRW ist zu stark auf Stein- und Braunkohle fixiert

Marc Oliver Bettzüge, Direktor des Energiewirtschaftlichen Instituts in Köln, hält beides für unvereinbar, gerade im Ruhrgebiet und NRW. Schaue man auf die Landkarte, entdecke man schnell ein geografisches Missverhältnis. Einerseits sei die Nachfrage nach Energie in ganz NRW besonders hoch. 40 Prozent des industriell genutzten Stroms werden in NRW verbraucht. Hinzu kommt, dass mehr als drei Viertel des Stroms aus Kraftwerken auf Braun- und Steinkohlebasis erzeugt wird. Im Zuge der Energiewende müsste dieses Verhältnis also komplett umgedreht werden. Doch die Möglichkeiten für einen Ausbau von Sonnen- und Windkraft im Ruhrgebiet schätzt Bettzüge als sehr gering ein.

Dies offenbart sich am Ausbau der Photovoltaik: Die Verbraucher in NRW zahlen 2,2 Milliarden Euro EEG-Umlage – exakt jener Betrag, der als Förderung nach Bayern fließt. Hier gehört NRW also schon zu den Verlierern.

Produktions-Einbußen durch überlastete Stromnetze

„Um die ehrgeizigen Ziele zu erreichen, unterstellt das Energiekonzept der Bundesregierung einen massiven Ausbau der Netze“, so Bettzüge. Dies werfe die Frage nach einer sicheren Stromversorgung der Industrie auf. In welche Richtung es im Ruhrgebiet gehen könnte, weiß Martin Iffert: Der Hamburger Trimet-Standort wurde 2011 mehrfach heruntergefahren, um das Stromnetz zu stabilisieren. Die Zahl der Eingriffe ins Übertragungsnetz schnellt parallel zum Ausbau der Erneuerbaren Energien in die Höhe. 2003 musste Netzbetreiber Tennet an zwei Tagen zweimal eingreifen. 2011 waren es 1024 Maßnahmen an 308 Tagen. Der Essener Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft ermittelt zurzeit, inwieweit seine Mitglieder Produktionseinbußen in Folge von Spannungsschwankungen haben.

In seiner Skepsis gegenüber der Energiewende ist Bettzüge einig mit Manuel Frondel, Energieexperte beim Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung: „Es besteht ein hohes Risiko, dass damit die Grundlage der Industrie zunichte gemacht wird. Damit wäre ein erheblicher Arbeitsplatzverlust und eine Schwächung der Wirtschaftskraft verbunden.“

Die Landesregierung teilt diese Botschaft offenbar. Der Wirtschaftsbericht 2012 lässt eine deutliche Absetzbewegung von der Energiewende erkennen. Die Energiewende bedeute auf Grund tendenziell steigender Strompreise für energieintensive Industrien (Eisen, Stahl, Glas, Chemie) weniger Chance als vielmehr Risiko. Und der Bericht räumt mit dem Argument der Arbeitsplätze bei den Erneuerbaren auf: Zwar gebe es in diesem Bereich in NRW 36.000 Jobs. Doch in den energieintensiven seien es rund 200 000 – die im Zuge der Energiewende auf dem Spiel stünden.

Tobias Bolsmann

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Kommentare
09.02.2012
22:36
Das Revier ist Verlierer der Energiewende
von tom009 | #24

zu 23

jaja
aber die ökostrom dinges verarschen uns nicht...

nein würden diese niemals tun.

komisch
sie sind doch denen schon jetzt auf den leim gegangen.

wo sind den die beweise das die herrschaften mit naturstrom selber bzw eine ganze insustie tag und nacht versorgen können.

komisch habe da noch nichts dergleichen von gehört.

und komisch ist doch auch alle die eine windkraftanlage betreiben bzw haben hängen doch alle noch am öffendlichem stromnetz.

warum???????

können diese sich nicht 24 stunden selbst versorgen???????

warum kappen diese herrschaften nicht ihre leitungen und beweisen mal das sie nur mit windkraft alleine auskommen.

und kommt mir jetzt nicht mit dem argument das diese den nicht benötigten strom ja verkaufen müssten.

jajaund das märchen von wenig verbrauch auch wenig kosten....

warten sie eigendlich das leitungsnetz????
oder was.

aber anscheinend denken sie das das leitungsnetz um sonst ist oder was.

als beispiel führe ich jetzt mal die telekom an.
diese hat ja das netz für telefon bzw internet aufgebaut.
also geld investiert.

nur leider wurde sie ja gezwungen auch anderen unternehmen dieses netz zur verfügung zustellen.

und da die anderen telefon bzw internetanbieter zwar durchleitungsgebühren bezahlen aber nicht für den ausbau bzw wartung der leitungen verantwortlich sind können diese dadurch natürlich preiswerter anbieten.

aber es wird ja immer über die teure telekom gemeckert.


und zu ihrem beispiel mit der abwärme.

nun teilweise nutzen die werke diese selber und teilweise wird "fernwärme " draus.

und gefälligkeitsgutachten wird es auch für die ökodingens geben und gab es.

aber wie ich ja schon anführte diese ökodingens wird den bürger ja nie verarschen.

nein das tut er nicht.
können sie sich noch an den umweltpapierzirkus erinnern?????
da fanden die ökos doch umweltpapier plötzlich alle so toll und so umweltfreundlich.

nur warum war dieses papier denn dann 2mal so teuer wie normales papier.
an den herrstellungskosten konnte es nicht gelegen haben.
und wer mal gesehen hat wie umweltpapier hergestellt wurde der war davon ersteinmal geheilt.
und so sauber für die umwelt wie uns die grünen es verkaufen wollten war die sache bei weitem nicht.
da wurde mehr chemie eingesetzt wie bei normalem papier.

nur das wurde ja nicht groß von diesen ach so grünen erzählt.

und sie schreiben:
nehmen wir nur unsere industrie.es ist falsch den strom fürn appel und ei denen in den allerwertesten zu schieben.wenn der strompreis sinkt für den der wenig verbraucht,.....

nun wie wollen sie da bitte eine aluhütte oder stahlwerk betreiben??????

oder wollen sie das in deutschland keine industrie mehr vorhanden sein soll nur um ja energie zu sparen??????

nun dann fangen sie doch mal bei sich selber an.
als erstes den pc raus.
doch bestimmt ein flachbild tv.
schon mal gelesen was diese dinger verbrauchen????
raus damit.
kühlschrank und herd
auch raus damit trotz angeblicher a klasse.
und wenn schon leuchtmittel dann bitte nur 5 watt leuchten.
alle anderen ist stromverschwendung.

also fangen sie mal bei sich selber zuerst an und überzeugen ihre verwandten und bekannten es ihnen gleich zutun.

08.02.2012
15:46
Das Revier sollte mal den ***** hochbekommen.
von ChristlicherDemokrat | #23

Es gibt so viel Alternativen zum Atomtodstrom.
Warum wird die Chance nicht endlich mal ergriffen?
Nehmen wir nur unsere Industrie, es ist falsch den Strom fürn Appel und Ei in den Allerwertesten zu schieben. Wenn der Strompreis für den sinkt, der wenig verbraucht, wetten, da würde sofort die Abwärme in der Hüttenbranche bis zum letzten genutzt, usw, usf.
Immer noch nicht ist die Endlagerungsfrage geklärt, trotzdem wird weiter produziert und gelagert.
Und nicht die demokratie Frage vergessen. Ohne Atomtodstrom kein Atomtodgeld, keine Lobbyisten, kein Geld für bezahlbare gefälligkeits-Gutachten, für unkritische Presse usw, usf.
Und auf einmal stellen alle fest, wir sind all die Jahre ver.... worden!!

1 Antwort
Das Revier ist Verlierer der Energiewende
von tom009 | #23-1

soso es gibt alternativen....

nun dann weiß ich nicht worauf ihr wartet.

zeigt es doch endlich das ihr mit diesen alternativen stromquellen auskommt.

nur da hab ich noch nichts von gelesen bzw gehört.
ihr müsstet doch genügend leute und katital zusammen kriegen können um endlichmal loszulegen.

nein ihr wartet immer auf andere.

also legt endlich mal los und beweist uns das ihr selber bzw eine industrie damit versorgen könnt.

08.02.2012
09:28
Das Revier ist Verlierer der Energiewende
von tom009 | #22

wenn ich machen kommentare lese wird mir schlecht.
komisch ist immer das gerade pit 1 immer so über die stromkonzerne meckert und die ach so tolle leipziger strombörse lobt.

habt ihr alle vergessen das energie mitlerweile 3 fach besteuert wird????

nun rechnet mal die gesammten steuern ab
19% Mehrwertsteuer
5,5% Ökosteuer
EEG Abgabe.
da kommt dann bei 20 Cent pro KW/H einiges zusammen.

Und die lieben Grünen wollen ja noch mehr draufsatteln.

Habt ihr etwa vergessen das die Grünen mal 5 DM (ca 2,5€) pro Liter Sprit haben wollten????

Und wartet ab
wenn diese an die Regierung kommen werden als erstes die Energiepreise bzw Steuern erhöht.

Und die Leipziger Strombörse ist nur eine Alibi Börse.
Aber das kapiert ihr ja nicht.

Und ja die bösen bösen Industriebosse die meckern auch wenn diese nur 2-3 Cent pro KW/H bezahlen.
Nun zahlen sie auch ca 1,5 Mio Euro pro monat an Stromkosten?????

Warum machen die meckerer hier nicht mal ein Energiefressendes Unternehmen aus wie z.b. die Aluindustrie.

frage mich gerade wie soll solch eine Industrie per sonne oder Wind am laufen gehalten werden.
Wählt mal alle schön fleißig die Grünen und ihr werdet euer blaues wunder erleben.

komisch ist doch das von diesen grünen noch keiner hingegen ist und mal bewiesen hat das dieser nur mit Naturstrom zurecht kommt.

Warum nicht??????
Haben diese etwa angst plötzlich im dunkeln zu stehen????

07.02.2012
20:30
Deutschland ist Verlierer der Energiewende
von prorevier | #21

Weltweit werden Atomkraftwerke neu erstellt - nur nicht in Deutschland. Unser Strom wird in der Zukunft natürlich auch aus Kernkraftwerken bezogen werden, aber diese stehen dann im Ausland.
Dagegen sprechen im wesentlichen ja auch nur 2 Argumente.

1. Die Betriebssicherheit. Das Problem ist längst gelöst. Der Bau von AKW ohne Kernschmelzerisiko ist möglich und wird jetzt (leider zu spät) praktiziert.
2 Der radioaktive Abfall. Das Problem ist noch nicht gelöst, aber die erhebliche Verringerung der Belastung ist machbar. Der Fortgang der Fusionsforschung kann das Problem wahrscheinlich lösen.

Forschung ist hier nötig, wird aber auch praktiziert. Allerdings haben wir uns aus dem Hightechbereich ja ausgeklinkt und sind wieder im vorindustriellen Zeitalter angekommen.

Die Verknappung von Uran ist übrigens auch kein Problem - es geht auch ohne.

07.02.2012
13:26
Das Revier ist Verlierer der Energiewende
von LeibeigeneDerStadt | #20

Seit Abbau der Kohle während der Industrialisierung und dem damit verbundenen "Reichtum" der Revierbürger müssen wir bluten, bluten, bluten. Bis heute, obwohl es erwiesenermaßen diesen Reichtum gar nicht mehr gibt. Das ist politisch so gewollt!! Wir Revierbürger haben nun einmal keine Lobby, die ganzen südlichen Ländern (ob West oder Ost) offensichtlich schon!

07.02.2012
12:20
von Pit01 | #17
von Shark59 | #19

.....genau das habe ich doch gesagt......?

Und noch Eines an die "Grünen-Hasser": Wen euch schon die Umwelt völlig egal ist (habt ihr keine Kinder?), dann realisiert doch bitte, dass die fossielen Brennstoffe und auch euer geliebtes Uran bald zur Neige gehen werden. Und verschont mich mit euerem billigen Atomstrom. Rechnet mal die Kosten mit ein, die jetzt für die Sicherung der AKW`s fällig werden, endlose Entsorgungskosten, Castoren.... da ist sogar Solarstrom geschenkt!!

07.02.2012
11:14
Kurzsichtige Kapitalvertreter
von PaulPanter | #18

Also, der Energie-Umbau bis 2050 (!) kostet im Revier viele Arbeitsplätze, dies laut dem Geschäftsführer des Aluminiumproduzenten Trimet, laut Direktor des Energiewirtschaftlichen Instituts in Köln, laut dem Energieexperten beim Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung. An Unausgewogenheit ist diese Auswahl wohl kaum zu überbieten.

Mal 2 Fragen: nach Bayern gehen 2,2 Milliarden Energieumlage, wie viel geht denn außerdem nach NRW?

Und: wo wollen denn die ganzen Experten in den kommenden Jahren und Jahrzehnten billigen Strom herzaubern, wenn die Reserven schrumpfen und die Presie in den Himmels schnellen?

Anscheinend geht es mal wieder darum, dass das Revier den Fortschritt verpennen soll. .

07.02.2012
10:21
Das Revier ist Verlierer der Energiewende
von Pit01 | #17

#Shark.
Weder wird der Strom teurer, noch die Leitungskosten. Das ist eine Mär. Strom wird derzeit an der Leipziger Strombörse so billig gehandelt wie selten. Wer die letzte Monitor-Sendung gesehen hat, wurde eines Besseren belehrt. Die Energiekonzerne zocken nur gnadenlos ab und dies ohne wirkliche Gründe. Jetzt sage keiner, das ist die rotgrüne Regierung. Das sind die Konzernzentralen und deren Lobbyisten.

07.02.2012
10:18
Das Revier ist Verlierer der Energiewende
von wohlzufrieden | #16

"Das Revier ist Verlierer der Energiewende", oder auch "voRWEG dumm bequatscht." Eine "Information" Ihrer Energieversorger.

07.02.2012
09:57
Das Revier ist Verlierer der Energiewende
von WalterUfer | #15

Wen wundert diese Meldung wirklich? Die Meldung, dass in Krefeld Strom mittlerweile mehr als doppelt so teuer wie in den USA sei, entspricht den Tatsachen und der deutsche Strompreis ist durch politische Entscheidungen zur Nummer 1 in Europa geworden. Das dies mittel- bis langfristig Auswirlungen auf die Industrie, Arbeitsplätze und das BIP haben muss, sollte - eigentlich - auch den Dümmsten klar sein. Das mit einer "schwächelnden" Volkswirtschaft dann auch keine Euro-Rettungskredite in vierstelliger Milliardenhöhe mehr zurück gezahlt werden können und dass der Wohlstand damit drastisch absinken wird, sollte auch klar sein. Und als Hausaufgabe für den geneigten Leser sei die Frage zu beantworten: Und was geschieht dann mit dieser Gesellschaft?

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