Das Ende des Tafelweins
11.08.2009 | 21:46 Uhr 2009-08-11T21:46:00+0200Brüssel. Was hat der gute, alte Tafelwein für Gefühle ausgelöst! „Igitt”, dachten viele angewidert, wenn ihnen ein Rebensaft mit eben jener Bezeichnung kredenzt wurde – zumal er mitunter sehr unedel in Tetra-Paks angeboten wird. Nun wird alles anders – der Tafelwein verschwindet.
Bei Weintrinkern mit eher schmalem Budget konnte das Getränk hingegen große Freude hervorrufen, was dem Tafelwein im Volksmund auch die abschätzige und durchaus ungerechte Bezeichnung „Pennerglück” eingebracht hat. Nun wird alles anders – der Tafelwein verschwindet.
Schuld ist wieder einmal die Europäische Union, die sich neue Etikettierungsregeln ausgedacht hat, um die Beschriftung von Wein europaweit einheitlich zu regeln. Während beim Tischwein bislang noch nicht einmal der Jahrgang oder das Weingut auf der Flasche beziehungsweise Verpackung standen, dürfen die Winzer ab sofort nähere Angaben auf das Etikett drucken. „Deutscher Wein – Riesling 2009” zum Beispiel – das klingt doch gleich viel besser als „Tafelwein, weiß”.
"Prädikatswein" und "Qualitätswein" bleiben erhalten
Deutsche Qualitätswinzer waren allerdings zunächst wenig begeistert von der Etiketten-Reform. Ihre Konkurrenz aus Südeuropa könnte die Gelegenheit nutzen, um Billigweine quasi per Etikett zu veredeln, befürchteten sie. Was dazu führte, dass die Deutschen nun ihre traditionellen Bezeichnungen „Prädikatswein” und „Qualitätswein” weiterverwenden dürfen. Ob diese allerdings immer halten, was sie versprechen, sei dahingestellt.
Fraglich ist auch, ob für den Verbraucher tatsächlich alles einfacher wird. Denn nun kommen neue Bezeichnungen hinzu, mit noch nicht sehr geläufigen Abkürzungen wie „g.g.A.” Das steht für „geschützte geografische Angaben” und soll die bisherigen Landweine unter einem Begriff zusammenfassen. Unter „g.U.” für „geschützte Ursprungsbezeichnung” fallen die bisherigen Qualitätsweine.
Auch die Bezeichnungen „DOC“ und „AOC“ werden Weinliebhaber weiter an den Flaschen finden – Frankreich und Italien wollten unbedingt an ihren garantierten Herkunftsbezeichnungen für bestimmte Tropfen festhalten. Die zuständige EU-Kommissarin Mariann Fischer-Boel spricht trotzdem von einem „Wendepunkt in unserer Weinbaugeschichte”, weil sich die Europäer nun stärker von der Konkurrenz aus Übersee abheben können. Deswegen wird es übrigens auch den Verschnitt aus weißem und rotem Wein in der EU nicht unter der Bezeichnung „Rosé” geben – wie es in Kalifornien, Südafrika oder Australien durchaus üblich ist.
Kein Rosé als Verschnitt
Gerade die Franzosen hatte es bei der Vorstellung geschüttelt, gepanschte Varianten ihres geliebten Rebensaftes auf dem Markt zu sehen. Sie waren gegen Pläne der EU Sturm gelaufen, den Rosé-Wein von allzu strengen Vorschriften zu befreien. Wer also hierzulande einen „Rosé” verkaufen will, muss ihn nach der aus der französischen Provence stammenden Methode herstellen: Haut und Fruchtfleisch der Trauben werden vor dem Keltern kurz aufgeweicht, so dass der Rebensaft eine rosarote Farbe erhält.
Freunde des Weins werden also weiterhin beim Kauf die Augen aufsperren müssen – zumal Verbraucherschützer darauf hinweisen, dass einfache Tafelweine in Tests teilweise sehr gut abschneiden – im Gegensatz zu manch vermeintlich edlen Tropfen.

21:59
Mit welcher Begründung wird mir von EU- Beamten aus Brüssel vorgrschrieben, welche Weine ich trinken darf oder nicht? Ein Tafelwein aus dem Tetra-Pak schmeckt zwischendurch auch ganz gut, natürlich verdünnt mit Wasser! Wenn ich auf hochwertige Weine zurückgreife wähle ich solche aus der Region Ciro, wie z.B. Librandi, Enotria, Caparra & Sicialani, sowie hausgemachte. Brüssel verbietet alles mögliche. Demnächst auch meine Favoriten? Tetra-Pak Wein muß weiterhin im Handel erhältlich sein. Wann verbieten sich die EU- Beamten selber? Wäre zu begrüßen.
21:26
Es feht noch der Hinweis: Toxisch verschnitten.
20:46
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
20:24
Die EU BEAMTEN haben wieder zugeschlagen.
Wieviel Jahre hat die Entscheidung gedauert ?
Die EU wird uns alle noch einmal schaffen.
Alles muß von oberster Stelle verwaltet werden, dazu sind nur in Zukunft EU BEAMTE fähig.
Alle Beamten im Kreis, Land, Bund sind dazu unfähig, nur die EU BEAMTEN wissen in Zukunft wie es geht.
Gute Nacht DEUTSCHLAND, gute Nacht EUROPA.
EU kostet viel, bringt wenig, bis garnichts für Deutschland. Warum ich jetzt tot eingeben muß,weiß ich nicht.
20:15
Gut zu wissen, daß die Bürokrauts in Brüssel keine Langeweile haben. Es wäre doch gelacht, wenn es nicht was zu harmonisieren gäbe!
Was macht eigentlich das Thema mit den einheitlichen Ortsschildern? Kommt doch sonst jedes Jahr während der Sommerpause wieder hoch. Vorher traue ich mich kaum noch über eine Grenze ...