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Mehr Arbeitslose als im Vorjahr - Das Ende des deutschen Jobwunders

30.10.2012 | 19:24 Uhr
Mehr Arbeitslose als im Vorjahr - Das Ende des deutschen Jobwunders
Die Zahl der Arbeitslosen ist wieder leicht gestiegen. Vor allem Ältere fanden schwerer einen neuen Job.Foto: Michael Urban/ddp

Essen.   Erstmals waren im Oktober wieder mehr Menschen arbeitslos als vor einem Jahr. Die Zahl der Arbeitslosen ist bundesweit im Vergleich zum Vorjahresmonat wieder gestiegen – um 16 000 auf rund 2,75 Millionen. Vor allem Ältere hatten es schwerer, einen Job zu finden.

Lange hat sich der deutsche Arbeitsmarkt der Euro-Krise und der schwächelnden Konjunktur widersetzt, in diesem Oktober nun hat der Aufschwung sein vorläufiges Ende gefunden. Zum ersten Mal seit gut zweieinhalb Jahren ist die Zahl der Arbeitslosen bundesweit im Vergleich zum Vorjahresmonat wieder gestiegen – um 16 000 auf rund 2,75 Millionen. Dazu passt, dass auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten erstmals nach einer langen Phase des Stellenaufbaus bei 29,1 Millionen stagnierte.

Ist das die Trendwende? Nein, sagt Frank-Jürgen Weise, Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA). Er spricht lieber von einer „Seitwärtsbewegung“. Auch Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sieht „mit Sicherheit keine Trendumkehr“, Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) gar eine „gute Verfassung“ des Arbeitsmarktes. Doch einige Kennzahlen lassen das Gegenteil befürchten.

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Kurzzeitarbeitslosigkeit ist gestiegen

So folgt der bundesweite Arbeitsmarkt mit etwas Verzögerung dem wichtigsten Industrieland – NRW. Hier lag die Arbeitslosenzahl mit nun 718 500 den fünften Monat in Folge über dem Vorjahresniveau. im Vergleich zum September sank die Zahl nur leicht, die im Herbst übliche Belebung fiel damit weitgehend aus. Es wurden weniger offene Stellen gemeldet (-5572), die Unternehmen werden bei der Besetzung ihrer Stellen zurückhaltender. Typisch für einen endenden Aufschwung ist auch, dass bundesweit die Kurzzeitarbeitslosigkeit gestiegen ist. Dass gleichzeitig weniger Menschen von Hartz IV leben mussten, hat laut BA kaum mit der Konjunktur zu tun, sondern mit einer Qualifizierungsoffensive für Langzeitarbeitslose – etwa in den Pflegeberufen.

Für die Zurückhaltung der Wirtschaft gibt es einen simplen Grund: Sie weiß nicht, wie sich die Euro-Krise noch entwickelt, ob sich die südeuropäischen Sorgenstaaten im kommenden Jahr erholen oder noch tiefer in die Rezession fallen. Bisher konnten Exporte nach Asien und Amerika dies ausgleichen, doch Europa bleibt Deutschlands wichtigster Absatzmarkt.

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Steuersenkungen oder Konjunkturprogramm?

Arbeitgeber und Gewerkschaften sind sich einig, dass die Regierung etwas gegen die Abschwächung am Arbeitsmarkt tun soll, ihre Forderungen gehen jedoch weit auseinander. Während der Bundesverband der deutschen Industrie Steuersenkungen fordert, ruft zum Beispiel die IG Metall nach einem neuen Konjunkturprogramm.

Stefan Schulte

Kommentare
01.11.2012
11:40
Mehr Arbeitslose als im Vorjahr - Das Ende des deutschen Jobwunders
von wimmel | #11

# 10 grundwissen,
Sie sprechen mir aus der Seele und der Witz ist das man uns vorgaukelt,
"muss sein, wg. der Globalisierung". Na klar doch, deshalb...
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2012-10-30 19:24
Arbeitslose,Arbeitslosigkeit,Jobs
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