DAK lässt als erste Kasse Zusatzbeitrag pfänden
08.03.2011 | 18:37 Uhr 2011-03-08T18:37:00+0100
Essen. Mit der DAK hat die erste gesetzliche Krankenkasse begonnen, ihre Zusatzbeiträge per Pfändung eintreiben zu lassen. Alle anderen größeren Kassen mit Zusatzbeiträgen greifen noch nicht zu diesem letzten Mittel, wie eine Umfrage von DerWesten entgegen anderslautenden Berichten ergab.
Mit der DAK hat die erste gesetzliche Krankenkasse begonnen, ihre Zusatzbeiträge per Pfändung eintreiben zu lassen. Sie schickte die Daten säumiger Zahler nebst Vollstreckungsersuchen an die zuständigen Hauptzollämter er, wie ein Sprecher gegenüber DerWesten bestätigte.
Alle anderen größeren Kassen mit Zusatzbeiträgen greifen noch nicht zu diesem letzten Mittel, wie eine Umfrage von DerWesten entgegen anderslautenden Berichten ergab. So erklärten die City BKK, KKH Allianz und BKK Gesundheit, es bisher bei Erinnerungen und Mahnungen belassen zu haben. Unklar ist nur das Verhalten der Deutschen BKK – sie verweigerte jede Auskunft.
Bei der KKH Allianz haben mit 65 000 nur rund fünf Prozent der 1,3 Millionen Mitglieder den Zusatzbeitrag von acht Euro bisher nicht gezahlt. Die DAK hat ebenfalls eine Säumigen-Quote von fünf Prozent, das sind bei der größten Kasse mit Zusatzbeitrag aber immerhin 220 000 Mitglieder, die der Kasse rund 20 Millionen Euro schulden. Sie werden nun vom Hauptzollamt erneut zur Zahlung aufgefordert. Weigern sie sich, werden die ausstehenden Beträge vom Lohn gepfändet.

18:30
Die sollen ruhig kräftig pfänden... wenn die Herrschaften nicht zahlen wollten, hatten sie die Gelegenheit und hätten eine andere Kasse wählen können... das haben sie nicht getan, also sollen sie ruhig zahlen.
Wer glaubt, die gesetzlichen Krankenkassen hätten riesige Verwaltungskosten und würden angeblich sich Paläste bauen, der sollte beim Thema GKV besser einfach den Mund halten...
Es wird in der GKV auch kein Geld raus geschmissen, sondern der Gesetzgeber hat in der GKV schon seit längerer Zeit einfach die Mangelwirtschaft eingeführt. Manche Kasse bekommen es noch hin, andere schreiben eben rote Zahlen
19:43
Meine KK fordert gottseidank keine Zusatzbeiträge.
Aber das System ist einfach zum Scheitern verurteilt.
@dummmberger: ich möchte aber nicht so pessimistisch sein. Ich möchte an Gerechtigkeit glauben, an die BV, an die Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenze, an Krankenhäuser die nicht AG sind, an unabhängige Ärzte, an KK ohne aufgeblähte Vorstände.
Bind ich also ein Idealist oder naiv?
Bin ich noch zu retten? :) :)
15:04
Soweit musste es mit dem Unsinn der Zusatzbeiträge kommen und das alles nur weil die Arbeitgeberbeiträge zu ihrer Entlastung nach dem Willen der Regierung eingefroren wurden ! Früher wurde die KV-Beiträge zu gleichen Teilen von Arbeitgeber und Arbeitnehmerseite erhoben, da erübrigte sich ein Zusatzbeitrag und Punkt !
10:04
Woher kommt eigentlich die falsche Vorstellung, es seien die Verwaltungskosten der Krankenkassen, die das Problem darstellen?
09:23
#2 Genau richtig! Als Kind sollte man auch seine Eltern/Rentner bei einem Wechsel unterstützen. Vielleicht bauen dann einige Versicherungen ihren Verwaltungsapparat mal etwas ab. Aber eigentlich, da der Staat ja die 15,5% vorgibt, sollte man alle Krankenkassen abschaffen und nur noch eine Staatliche beibehalten. Was da an Geld gespart werden könnte.Milliarden €!!!
08:50
Schon seit Monaten geht das Gerücht, die DAK stehe vor der Insolvenz. Ob diese Aktion die dann noch retten wird?
07:48
Offenbar ist es wirklich schwierig, das System zu verstehen, wenn es immer noch Wirrköpfe gibt, die doch tatsächlich meinen, es läge an den Verwaltungskosten der Krankenkassen,.
07:22
Es gibt genug Kassen, die keinen Zusatzbeitrag fordern, bei gleicher Leistung!! Nur der Bequemlichkeit der Mitglieder haben die teuren Kassen die Erfüllung ihre Forderungen zu verdanken. #3 auch teure Patienten zahlen ihre Krankenkassenbeiträge! Zu allererst sollten die riesigen TEUREN Verwaltungsapparate z.B. bei der DAK abgeschafft werden. Die Oberen sacken üppige Gehälter ein - und wer ist der Verlieren? Der Pflichtversicherte, leider ist der aber -wie gesagt- viel zu bequem sich zu wehren!
00:06
@1 von rockingmom
Keine Chance!
Die Bürgerversicherung ist so logisch und sozial ausgewogen, dass sie in unserem Land keine Chance auf Verwirklichung hat.
@2 von barbarylane
Wenn es nur um Raffgier ginge, wäre das Problem relativ leicht zu lösen.
Tatsächlich handelt es sich umstrukturelle Probleme. Und wenn alle teuren Patienten in den günstigen Kassen sind, werden die eben auch teurer.
23:46
warum wechselt nicht jeder Versicherte in eine Kasse, die keinen Zusatzbeitrag erhebt? Dann hat sich diese Raffgier einiger Krankenkassen doch schnell erledigt :-)