CO2-Rechte: EU plant Kompromiss

Brüssel..  Nach langen Diskussionen steuert die EU beim Emissionshandel auf eine Kompromisslösung zu. Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments stimmte gestern einem Vorschlag zu, der den Handel mit Kohlendioxid-Zertifikaten stärken soll. Demnach werden dem Markt ab 2019 genau 900 Millionen Zertifikate entzogen und in eine Reserve eingestellt. Diese soll den Preis zunächst in die Höhe treiben; die Reserve soll später einen zu starken Preisanstieg abfedern. Unternehmen müssen für jede Tonne Kohlendioxid, die sie ausstoßen, Verschmutzungsrechte kaufen.

Da zu viele Papiere ausgegeben wurden, purzelten die Preise so stark, dass sich Investitionen in neue Technologien nicht mehr lohnten und die Braunkohle-Verstromung wieder Gewinne abwarf. Das will die EU beenden. Peter Liese, umweltpolitischer Sprecher der EVP, der größten Fraktion im EU-Parlament, beklagte, die Reform komme zu spät. Nun müsse man in Deutschland über eine Lücke zur Erreichung des Klimaziels (40%) diskutieren.