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Gema-Streit

Clubs schalten aus Protest gegen Gema-Tarife die Musik aus

29.06.2012 | 14:25 Uhr
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Clubs schalten aus Protest gegen Gema-Tarife die Musik aus
Aus Protest gegen geplante neue Gema-Tarife wollen Clubs bundesweit am Samstag kurz vor Mitternacht ihre Musik ausstellen.

Berlin.  Die Betreiber von Clubs und Discos sind sauer auf die Gema, die mehr Geld für die Musikrechte verlangen will. Nun gibt's am Wochenende stillen Protest. Die Stecker der Musikboxen werden gezogen. Fünf Minuten Stille sollen die Besucher

Wegen der geplanten neuen Gema -Tarife stellen Discos und Clubs in ganz Deutschland am Samstag (30. Juni) um 23.55 Uhr für fünf Minuten die Musik aus. Schätzungen zufolge werden sich 500 bis 600 Lokalitäten an der Aktion beteiligen, wie der Geschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Discotheken und Tanzbetriebe, Stephan Büttner, am Freitag auf dapd-Anfrage sagte.

Die Betreiber befürchten wegen massiver Mehrkosten ab 2013 das Aus vieler Discos und Clubs. Am Montag hatten in Berlin bereits rund 5.000 Menschen gegen die Tarifreform der Rechteverwertungsgesellschaft demonstriert.

Die Gema verteidigt ihr neues Tarifsystem dagegen als gerechter als bisher . Demnach werden künftig alle Veranstalter gleich behandelt und nach Raumgröße und Eintrittspreis lizenziert. Zehn Prozent des Umsatzes aus Eintrittsgeldern soll für die Vergütung der Urheber angerechnet werden. Der Hamburger Bezirksdirektor Lorenz Schmid sagte jüngst: "Ich sehe kein Problem für den Veranstalter, wenn er von 12 Euro 1,20 Euro abführen muss."

Online-Petition verzeichnet 195.000 Gegenstimmen

Büttner betonte derweil: "Wir wollen den Druck auf die Gema erhöhen." Diese müsse die Tarifreform zurücknehmen beziehungsweise aussetzen, bis die Gerichte darüber entschieden hätten.

Ein Schiedsstellenverfahren beim Deutschen Patent- und Markenamt soll die neuen Tarife jetzt überprüfen. Eine Entscheidung muss laut Gema innerhalb eines Jahres getroffen werden.

Büttner sagte, die Musik-aus-Aktion am Samstag sei wichtig, um die Gäste aufzuklären. Die DJs würden entsprechende Ansagen machen, und es würden Flyer verteilte. Zudem würde den Gästen empfohlen, die Online-Petition gegen die Tarifreform zu unterschreiben. Aktuell finden sich dort bereits 195.000 Gegenstimmen. (dapd)

Kommentare
01.07.2012
19:58
Was mich eigentlich irritiert...
von BauerKleppe | #3

...ist die Situation, dass die GEMA ein Rechte- Monopol besitzt und aus diesem Monopol heraus scheinbar die Gebühren selbst und ohne Kontrolle festlegen darf.
Ich bin erstaunt, dass das in unserem Rechtssystem überhaupt möglich ist, ich meine mal gelernt zu haben, dass Monopole nicht mehr zulässig sind.
Oder habe ich etwas falsch verstanden?

30.06.2012
09:00
Clubs schalten aus Protest gegen Gema-Tarife die Musik aus
von Jaheiwa | #2

1,20€ von 12,00 wären sicherlich kein Problem, jedoch muss bei Veranstalltungen die länger als 5 Stunden dauern, ein 50 %er Aufschlag gezahlt werden, und nach weiteren 3 Stunden noch mal 50%, und nach weiteren 3 Stunden wieder 50% , nach 3 Stunden wieder, und wieder und so weiter.
Jetzt rechnet mal aus was das kostet wenn eine Veranstaltung bis morgens oder gar bis zum nächsten Mittag dauert.
Für Rentner und Volksmusikanten sicherlich kein Problem.
Wie bei allen Abzockern steckt der Teufel im Kleingedruckten. Und der Verteilungsschlüssel für die "Begünstigten" ist genau so eine Unglaublichkeit.

30.06.2012
02:18
Clubs schalten aus Protest gegen Gema-Tarife die Musik aus
von Hugo60 | #1

Rauchverbote killen Kneipen, die GEMA killt Diskotheken.

Die Wahnsinnigen nehmen an Zahl zu,.

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