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Chemiekonzern Evonik will noch im April an die Börse

21.02.2013 | 18:30 Uhr
Chemiekonzern Evonik will noch im April an die Börse
Der Chemiekonzern Evonik unter seinem Vorstandsvorsitzenden Klaus Engel strebt eine Börsennotierung an.Foto: dapd

Essen.  Nach zwei abgesagten Börsengängen strebt der Essener Chemiekonzern Evonik nun über eine Privat-Platzierung auf das Börsenparkett. Nach Informationen der WAZ Mediengruppe sollen zehn Prozent der Anteile an institutionelle Investoren verkauft werden.

Die Eigentümer des Essener Chemiekonzerns Evonik machen Kasse und verkaufen zehn Prozent der Anteile an dem Unternehmen. Nach Informationen der WAZ Mediengruppe geben die Gesellschafter RAG-Stiftung (knapp 75 Prozent) und der Finanzinvestor CVC (25,01 Prozent) jeweils 3,5 Prozent über eine Privat-Platzierung an institutionelle Investoren wie Investmentfonds, Banken oder Versicherungen ab.

Zugleich streben die Gesellschafter eine Aktiennotierung an der Börse an. Dazu wollen die Eigentümer weitere drei Prozent des Aktienkapitals Privatanlegern über Banken anbieten. Insgesamt stehen damit zehn Prozent der Evonik-Anteile dem Aktienhandel zur Verfügung. Dieses Vorgehen gilt als Premiere auf dem deutschen Aktienmarkt.

Kommentar
Evonik: Schritt in die Zukunft

Ohne großes Getöse schleicht sich Evonik damit nach zwei abgesagten öffentlichen Börsengängen aufs Parkett. Das ist für den Chemie-Konzern ein großer Schritt in die Zukunft.

Ein geschickter Schachzug: Denn damit nutzt das Unternehmen zum ersten die langwierige und teure Erstellung der Investoren-Unterlagen, die im Vorfeld des im Sommer geplanten aber dann abgesagten Börsengangs notwendig geworden war.

Zum zweiten wäre die Evonik-Aktie am Börsenhandel eingeführt, was für die künftige Kapitalbeschaffung etwa für Zukäufe ein Vorteil ist. Das Börsen-Umfeld gilt derzeit anders als im Sommer als stabil. Und zum dritten kommt man damit dem Wunsch des britischen Finanzinvestors nach einem Anteilsverkauf nach.

Wertsteigerung um 40 Prozent in fünf Jahren

CVC hatte vor fünf Jahren 25,01 Prozent von Evonik für 2,4 Milliarden Euro übernommen. Damals hatte Managing-Partner Steven Koltes angekündigt, spätestens 2013 wieder aussteigen zu wollen. Zwei geplante Börsengänge von Evonik, die auch Verkaufserlöse für CVC mitgebracht hätten, sind an der Finanzkrise gescheitert. Dem Vernehmen nach liege der Wert des Unternehmens nun jenseits von 14 Milliarden Euro, was deutlich mehr ist als die Bewertungen, die im Frühsommer mit rund 11,5 Milliarden Euro eingegangen waren. Damit hat Evonik unter Führung von Klaus Engel eine Wertsteigerung von mehr als 40 Prozent in fünf Jahren erfahren.

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Der Essener Konzern sagt seinen Börsengang ab. Das Kuratorium des Mehrheitseigners RAG-Stiftung zog die Reißleine wegen des schlechten Marktumfeldes. Frühestens in einem Jahr soll ein neuer Versuch unternommen werden.

Wie aus einem Schreiben des Vorstands der RAG-Stiftung an das Kuratorium der Stiftung hervorgeht, sind bereits seit der ersten Februarwoche Anteile im Wert von 550 Millionen Euro verkauft worden. Damit ist etwa die Hälfte der geplanten sieben Prozent Anteile platziert. Der Verkauf läuft voraussichtlich bis Ende April, dann soll es zur Erstnotiz der Evonik-Aktie kommen. Mit „hoher Wahrscheinlichkeit“ werde man bis dahin den so genannten Streubesitz von zehn Prozent der Aktien für den Handel erreicht haben, heißt es in dem Schreiben. Gelingt das wie geplant, hätten CVC und die RAG-Stiftung mindestens je 700 Millionen Euro erzielt. Die Stiftung hat die Aufgabe, mit ihrem Vermögen die Ewigkeitskosten des Bergbaus zu finanzieren.

Stabiler Gesellschafterkreis für Vivawest

Zudem wird im Unternehmensumfeld von Plänen berichtet, Evonik könnte weitere rund fünf Prozent der Aktien von CVC zurückkaufen. Die Mittel dafür dürften aus der Neustrukturierung des Gesellschafterkreises des Wohnungsunternehmens Vivawest stammen. Vivawest besteht aus THS (70 000 Wohnungen), die zu je der Hälfte Evonik und Gewerkschaft IGBCE gehört, und Evonik Wohnen (60 000 Wohnungen). Künftig soll ein „stabiler und dauerhafter“ Gesellschafterkreis bestehen aus: RAG-Stiftung (30 Prozent), IGBCE (rund 25,01), Evonik-Pensionsfonds (25) und Steinkohleförderer RAG (10), der seine Pensionsrücklagen investieren will. Evonik erhält über die Reduzierung seiner Anteile Verkaufserlöse, zudem stünden Bewertungsreserven von 600 bis 700 Millionen Euro in Aussicht.

Thomas Wels



Kommentare
24.02.2013
08:04
Chemiekonzern Evonik will noch im April an die Börse
von markuskarl | #5

Ist doch toll. 40% Wertsteigerung in ein paar Jahren, Hochachtung Hr Dr Engel. Werden die Mitarbeiter am Erfolg des Unternehmens auch beteiligt ? Alles was Werner Mueller anpackt hat Hand und Fuss. Lässt nur den Grosmann aus dem Spiel .

22.02.2013
13:28
@ fragender123 Wo im Artikel steht etwas vom Verkaufen von Filestücken?
von cui.bono | #4

Ich denke es handelt sich hier um einen gut vorbereiteten Börsengang von Evonik.

Woher Ihre Einschätzung kommt ist mir völlig schleierhaft. Oder schreibenSie einfach überall mal das Gleiche?

22.02.2013
01:54
Chemiekonzern Evonik will noch im April an die Börse
von fragender123 | #3

Und das Spiel von einst geht heute auf ein Neues los: Die Investoren sichern sich die Filetstücke und veräußern den Rest. Erst wird maximaler Gewinn herausgeholt bis nur noch die Konkursmasse zurückbleibt. Und um die darf sich dann die Öffentliche Hand kümmern.

Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren. Die nächsten paar tausend Arbeitsplätze werden ganz gewiß wegrationalisiert und die Verantwortlichen werden dafür auch noch mit fetten Boni belohnt.

Das ist Deutsche Wirtschaftspolitik 2013.

Dazu mein ganz persönlicher Kommentar: Selbst schuld! Wer das zulässt, hat es nicht anders und auch nicht besser verdient.

21.02.2013
19:12
Chemiekonzern Evonik will noch im April an der Börse
von Tiefseetaucherin | #2

...nicht Ihr Ernst natürlich. Vertippt. (Allerdings schreibe ich hier auch nicht hauptberuflich - und ändern darf man hier nichts mehr.)

21.02.2013
19:01
Chemiekonzern Evonik will noch im April an der Börse
von Tiefseetaucherin | #1

Man ist hier ja, was schlechtes Deutsch und inhaltliche Verflachung betrifft, einiges gewohnt. Aber das ist doch nicht ihr Ernst?

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