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Centro Oberhausen wird noch größer und fordert die Innenstädte heraus

13.09.2012 | 19:11 Uhr
Centro-Geschäftsführer Frank Pöstges-Pragal vor dem Erweiterungsbau des Centros. Foto: Ulla Emig // WAZ FotoPool

Oberhausen.   Das Centro in Oberhausen, Europas größtes Einkaufs- und Freizeitzentrum, läutet eine neue Runde im Konkurrenzkampf mit Innenstädten und Shopping-Centern ein. 90 Millionen Euro investieren die Betreiber in einen 17 000 Quadratmeter großen Erweiterungsbau, der am 27. September eröffnet werden soll.

Die Bevölkerung und die Kaufkraft im Ruhrgebiet schrumpfen , jährlich kommen aber neue Einzelhandelsflächen hinzu. Mit 1,6 Quadratmetern pro Einwohner liegt die Region mit einem Gesamtangebot von 9,35 Millionen m2 leicht über dem Bundesdurchschnitt von 1,5 m2. Für Zuwachs sorgt nun das Centro in Oberhausen . Am 27. September eröffnet es seinen Erweiterungsbau mit zusätzlichen 17 000 m2.

Mit ihrer 90-Millionen-Euro-Investition stehen die Oberhausener nicht allein. In Dortmund eröffnete im vergangenen Herbst die Thier-Galerie mit 150 Läden, Recklinghausen will in seinen Arcaden 2013 mit 120 Shops an den Start gehen. Im Jahr darauf will Hagen in seiner Rathaus-Galerie gleich neben dem bestehenden Einkaufszentrum Volme-Galerie auf Kundenfang gehen. Mitte 2014 soll auch Velbert eine Mall bekommen.

Centro
Diese Läden ziehen in den Erweiterungsbau des Centro ein

Am 27. September wird am Centro die Erweiterung der südlichen Mall gefeiert. 21 Modegeschäfte ziehen in den Neubau mit 17.000 Quadratmetern Brutto-Verkaufsfläche ein. Bereits am Wochenende eröffnete die ehemalige „Bunte Gasse“ wieder. Bundesligist Schalke 04 hat dort nun auch einen eigenen Fanshop.

Die Neubau-Projekte haben alle gemein, dass sie mitten in Innenstädten liegen. „Der Trend geht weg von der grünen Wiese“, sagt Rainer Gallus, Geschäftsführer des NRW-Einzelhandelsverbands. „Die mittelgroßen Städte werden durch die Einkaufszentren attraktiver.“

23 Millionen Besucher waren schon im Centro

Dennoch boomt das Centro, das 1996 auf einer ehemaligen Industriebrache eröffnet wurde. Als Leuchtturmprojekt sollte es seinerzeit den Strukturwandel im Ruhrgebiet beflügeln. Die 23 Millionen Besucher, die das Neue Mitte genannte Areal jährlich anzieht, kommen aber nicht nur zum Einkaufen. „Wir haben eine klare Positionierung und bieten Einzelhandel, Freizeit und Unterhaltung an“, so Centro-Geschäftsführer Frank Pöstges-Pragal. Zur Neuen Mitte gehören die Köpi-Arena, das Aquarium Sealife, das Musical-Theater Metronom und demnächst auch ein Lego-Discovery-Center und ein Ocean-Adventure-Park.

Oberhausens Neue Mitte von oben

Man muss den Manager erst gar nicht auf die Frage ansprechen, ob das Centro nicht die umliegenden Innenstädte kaputt macht: „Natürlich machen wir den Handelsflächen mehr Wettbewerb. Aber auch die Innenstädte können sich wie das Centro positionieren und sich attraktiver machen. Die übrigen Anbieter müssen sich wie wir etwas Neues einfallen lassen.“ Thomas Westphal, Chef der Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr arbeitet an Konzepten für die Revitalisierung der Innenstädte. „Wir brauchen kundennahe Handelsformen, die auf Nahversorgung abzielen“, sagt er.

Centro-Gründer wollen "regionale und überregionale Akzente" gesetzt haben

Dieser Logik folgend, begreift sich das Centro nicht als Einkaufszentrum für Oberhausen. „Schon bei der Gründung haben wir regionale und überregionale Akzente gesetzt. Nur so können wir dieses Projekt als größtes Einkaufs- und Freizeitzentrum in Europa weiterentwickeln“, meint Pöstges-Pragal. Dazu soll nicht nur der Anbau der Mall beitragen, sondern auch der „neue mehrere Millionen Euro teure“ Weihnachtsmarkt, der sich als touristischer Magnet etabliert hat und noch mehr Reisebusse aus Holland anlocken soll.

Die britische Centro-Eigentümer-Familie um den Gründer Edwin Healey hat im vergangenen Jahr den Finanzinvestor CPPIB mit ins Boot geholt, um das Center besser für die Zukunft aufzustellen. Dem drittgrößten Pensionsfonds Kanadas gehören 50 Prozent der Anteile am Centro.

  1. Seite 1: Centro Oberhausen wird noch größer und fordert die Innenstädte heraus
    Seite 2: Vier Fragen an Centro-Chef Frank Pöstges-Pragal

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Kommentare
05.10.2012
19:17
Centro Oberhausen wird noch größer und fordert die Innenstädte heraus
von LiloPuder | #25

Michelino erklärt uns die Welt.. lach

18.09.2012
12:01
Fortsetzung #23
von michelino | #24

Die Erfolgsgeschichte der EKZ läßt sich leicht an ein paar Dingen fest machen: An erster Stellle steht freies unproblematisches Parken, danach Ordnung und Sauberkeit und ein Rundumpaket aus Gastronomie, Entertainment und Geschäften. Wer an Märchen glaubt, fordert kostenloses Parken in den Innenstädten. Es gibt keine Stadt in Deutschland, die darauf verzichten kann, ohne anderswo Steuern anzuheben. Eine Stadt kann auch nicht alle Parkhäuser aufkaufen und dann die Parkplätze kostenlos anbieten. Die Situation der armen Ruhrgebietskommunen ist besonders schwierig, da sie einerseits auf jeden Euro angewiesen sind und andererseits die EKZ mit kostenlosen Parkplätzen locken. Dabei sind die Preise hier gegenüber denen in anderen Deutschen Städten noch human. Für jeden ersichtlich, dass sich die Städte gegenüber den EKZ in einem nicht änderbaren Nachteil befinden.

18.09.2012
11:49
Das Centro fordert die Innenstädte zum zweiten Mal heraus....
von michelino | #23

....müßte es richtiger Weise heißen. Für alle, die sich nicht mehr erinnern können: Zehn Jahr nach Eröffnung des Centro entschlossen die Städte, mit eigenen EKZ an das Centro verlorene Kaufkraft zurückzugewinnen. Die neue Konkurrenz nutzte nun dem Centro-Management als Argument, die Fläche erweitern zu müssen. Dabei wurden die EKZ nur wegen des Centro gebaut. Verkehrte Welt! Durch die neuen Innenstadtzentren haben sich nun auch die Kundenströme in den Innenstädten verlagert. Das kann man z.B. gut in Essen auf der Kettwiger Straße sehen, die nicht unmittelbar am LP liegt und auch nicht mehr die hohen Besucherfrequenzen hat.

Fortsetzung folgt...

17.09.2012
23:01
Nur die Dummen sind im Centro?
von Schantall | #22

Die keinen Parkplatz finden, die keine Ahnung vom günstigen Einkauf haben, die keinen Sinn für Fußgängerzonen mit Bettlern und 1 Euro -Läden haben?

Ich lach mich schlapp. Mein Optiker ist auch in der City, habe drei Anläufe gebraucht, bis ich einen Parkplatz in zumutbarer Nähe gefunden habe. Lustig ist das nicht.
Vielleicht bin ich ja auch zu blöd.

Die Welt ändert sich, ständig und unaufhörlich, warum sollte sie das nicht in den Innenstädten tun?

Ich kann mich noch an Advents - Samstage in Duisburg erinnern. So 1956 -1960. Sonnenwall, der Bürgersteig 1,2m breit, direkt daneben die Staßenbahn und Autos ohne Ende, Abgase, Gedrängel, Regenwetter, die Menschen mit Tüten und Paketen, ach was war das toll!

17.09.2012
12:05
Centro Oberhausen wird noch größer und fordert die Innenstädte heraus
von GlueckAufSchalke | #21

Das Centro Oberhausen fordert vor allem nicht die Oberhausener City heraus, sondern das Centro wurde schon längst die neue Oberhausener City, genauso wie das RRZ schon lange die neue Mülheimer City ist. Anders ausgedrückt heißt das, die Innenstädte haben sich verlagert. Gegenüber den alten Innenstädten mit ihren Resten (sprich Fußgängerzonen) haben sie den Vorteil, dass die Geschäfte noch dichter aneinanderliegen, dass die neuen Cities sauberer und sicherer und wetterunabhängiger zu besuchen sind. Auch sind sowohl Centro als auch RRZ mit PKW und ÖPNV gut zu erreichen. Als Nachteil würde ich ansehen, dass in diesen Malls kein Platz für inhabergeführte Nischengeschäfte sind.
In wieweit sich Centro und geplantes Outlet in Hamborn ergänzen oder sich Kunden abwerben, dürfte eine interessante Frage sein.
Insgesamt sehe ich die Malls allerdings nur als Übergangslösung an, da die Zukunft den Online-Läden gehört. Ich selbst kaufe jetzt schon im Nonfood-Bereich mehr als die Hälfte online ein.

16.09.2012
15:26
Oberhausenallesklar | #17
von dummmberger | #20

Haben SIe denn gar nichts verstanden?

Eben weil es diese Konsumtempel gibt, veröden die Innenstädte.

In dem Moment, wo man Centro und co genehmigt hat, war der Tod der Innenstädte besiegelt. Oberhausen ist der Anfang. Da ist es jetzt schon soweit. In Essen wird die Limbeckerstr. wohl noch überleben, weil man da auf der Suche nach frischer Luft landet. Weiter entfernte Straßen wie die ehemalige "Einkaufststraße Nr. 1" in Essen, die Kettwiger, sind dagegen schon so gut wie ausgestorben.

16.09.2012
12:27
#17 Exakt es gibt wenig Unterschied zwischen dem Centro und den Minizentren
von meigustu | #19

in den Städten. Warum als zum Mallshoppen ins Centro fahren ?

Der Pluspunkt der Städte ist: ich habe neben den Mallstandardartikeln weitere Angebote. Zockerbuden die mich nicht interessieren, aber auch kleine Selbstständige bei denen sich das ein oder andere findet, das in den Malls aufgrund der dortigen Kostenstruktur keinen Platz findet.

An Freizeiteinrichtungen hat das Centros nichts was sich nicht so oder ähnlich in den Städten wieder findet. Und auch der Funbereich eines teuren Centers kann natürlich nur den Durchschnittsgeschmack bedienen. Spannendes findet man da nicht.

1 Antwort
Centro Oberhausen wird noch größer und fordert die Innenstädte heraus
von Stukkadierta | #19-1

Wo ist denn in Oberhausen, Essen oder Duisburg ein Freizeitpark, ein Musical, oder ein Museum, wie der Gasometer? Selbst die Kinos sind hinsichtlich der Technik oft überaltert- es sei denn, es sind Kinocenter, die aber dann auch nicht in der Innenstadt liegen, sondern davor daneben, dahinter.

16.09.2012
11:33
Centro Oberhausen wird noch größer und fordert die Innenstädte heraus
von Matty66 | #18

Centro Oberhausen wird noch größer und fordert die Innenstädte heraus......besser gesagt zerstört die Innenstädte.

Und wer in solchen Konsumtempel einkauft ist selber schuld, weil er keine Ahnung von Preisvergleich hat. Denn andernorts bekomme ich die gleichen Waren die in dem Konsumtempel angeboten werden wesentlich billiger.

Spätestens in einem Jahr werden wie soll es anders sein die meisten wieder schliessen, weil sie sich die honorenten Mieten nicht mehr leisten können.


2 Antworten
Centro Oberhausen wird noch größer und fordert die Innenstädte heraus
von Stukkadierta | #18-1

Ah, in einem Jahr schließe alle.. das Centro gibt es aber bereits seit über 15 Jahren und wird nun vergrößert, weil die Nachfrage nach Flächen so groß ist. Und zum Preisvergleich- am billigsten ist die Tasse Kaffee immer noch zu Hause …und doch gehen viele Leute ins Café.

Centro Oberhausen wird noch größer und fordert die Innenstädte heraus
von Stukkadierta | #18-2

Nachtrag
Anderorts bekommen sie die Ware, die in Einkaufentern angeboten werden, immer häufiger gar nicht mehr. Und das gilt nicht nur für Nobelmarken.

16.09.2012
10:18
Centro Oberhausen wird noch größer und fordert die Innenstädte heraus
von Oberhausenallesklar | #17

ach Gott, die ganzen Nörgler, die scheinen in den letzten 2 Jahren nicht mehr in einer Innenstadt gewesen zu sein. Die meisten annehmbaren Läden in Duisburg sind im Forum, in Essen im Limbecker Platz. In Mülheim ist es das Forum, in Dortmund lenkt derzeit die ThierGalerie die Kundenströme um, selbst Witten oder Dinslaken setzten in der Innenstadt auf Einkaufscenter, andere Städte ebenso. Wo ist denn da nun der große Unterschied zum Centro? Wenn ich das Center verlasse, bin ich nicht von Billigläden, Junkies und Dönerbuden umzingelt, sondern von einer Promenade und anderen Freizeiteinrichtungen. Das ist der Unterscheid. Anstatt dauernd über das Centro zu nörgeln, was ja wohl, wenn man sich die Zahlen und den Zuspruch anschaut, alles richtig macht, sollte man besser überlegen, warum die Innenstädte immer häufiger gemieden werden bzw. in letzter Konsequenz selber auf Einkaufscenter setzen.

16.09.2012
08:36
Warum ins Centro fahren ?
von meigustu | #16

wer nebenan wohnt ist schnell da - das macht Sinn. Von weiter weg ist es ökonomischer Unsinn. Wer zu dumm zum Parkplatz finden ist, für den ist das Centro sicherlich ideal. Obwohl bei solchen Defiziten eher der RuhrPark oder das RheinRuhrCenter in Frage kommen. Da ist die Orientierung auch drinnen leichter.

Leute gucken ist im Centro schlicht langweilig. Die die interessant sind kommen nicht oder dürfen gar nicht da rein. Unterschiedliche Öffnungszeiten was solls ? Das bringt die Chance Neues zu entdecken.

Massen an Läden und Kneipen sind schon da aber da alle das gleiche Kalkulationsmodell haben, haben auch alle den gleichen sterilen Charme.

Einen Vorteil hat das Centro - es zieht genug Leute an, dass man vor den anderen Städten selbst in der Weihnachtszeit nicht mehr im Stau steht.

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