Campus Symposium hat neuen Partner

Iserlohn..  Sie schienen unzertrennlich, jetzt aber folgt nach zehn Jahren die Scheidung. Das Campus Symposium, das Bill Clinton, Al Gore, Kofi Annan und andere Politiker sowie Wirtschaftsbosse von Weltruf nach Iserlohn lockte, hat die Zusammenarbeit mit der privaten Hochschule BiTS beendet. Matthias Thelen, Geschäftsführer und Erfinder des Symposiums, reichte gestern seine Kündigung bei der BiTS ein. Das hochkarätig besetzte Wirtschaftsforum wird der Stadt Iserlohn jedoch treu bleiben, allerdings in Kooperation mit einer anderen Hochschule: Der neue Partner ist die Euroschulen-Organisation-GmbH (ESO).

„Wir wollen das Symposium weiterentwickeln und neue Wege gehen“, sagte Thelen gestern. Ich sehe in dem Wechsel neue Chancen. Die ESO ist ein Bildungsunternehmen, das die regionalen Werte besonders schätzt.“ Das Familienunternehmen betreibt drei private Hochschulen in Hamburg, Dortmund und München sowie zahlreiche Euroschulen, unter anderem in Iserlohn.

Neue Wege wollen Thelen und sein Team wohl auch deshalb gehen, weil die alten zu holprig geworden sind. Hinter den Kulissen traten in den vergangenen Monaten die unterschiedlichen Einstellungen zur Zukunft des Symposiums immer deutlicher zutage. Die Eigentümer der BiTS, der US-Bildungskonzern Laureate Education, hatte unlängst beide Geschäftsführer der privaten Hochschule entlassen – wohl auch, weil es Differenzen über die strategische Ausrichtung des Unternehmens gab. Laureate will seine Bildungseinrichtungen internationaler aufstellen. In Iserlohn fürchtet man, die Hochschule könne ihren Kontakt zu den Wurzeln verlieren.

Laureate, so die Kritiker, habe sich immer gern mit dem Symposium und seinen prominenten Referenten geschmückt, es bei der Unterstützung zuletzt aber an Tatkraft mangeln lassen. Das Forum, das unter der Leitung von Thelen vor allem von Studenten organisiert wird, hatte sich in den vergangenen Jahren zu einer ansehnlichen Konferenz mit Millionenetat entwickelt.

„Sehr überrascht und sehr traurig“ – mit diesen Worten reagierte Prof. Stefan Stein, Rektor der BiTS, gestern auf Thelens Entscheidung. „Das Campus Symposium war ein Teil unserer Identifikation; wir haben es immer unterstützt“, sagte er. Über die Gründe der Trennung wollte er nicht spekulieren. Stein kündigt an, zeitnah „über Alternativen für unsere Studierenden“ nachzudenken. Studentisches Engagement, Unternehmertum, Kreativität und Innovation würden auch in Zukunft wichtige Faktoren der Ausbildung an der BiTS bleiben.

Horst-Werner Maier-Hunke, Ehrensenator der BiTS und Präsident des Arbeitgeberverbandes NRW, ließ im Gespräch mit der WESTFALENPOST durchblicken, dass Laureate aus seiner Sicht zu sehr auf die Standorte Berlin und Hamburg blicke und Iserlohn dabei aus den Augen verlieren könnte. Er kritisierte, dass der Ehrensenat seit zwei Jahren nicht mehr zu einer Sitzung eingeladen worden sei.

Carlos Bertrán, Geschäftsführer von Laureate Deutschland, hatte das Symposium im vergangenen Jahr noch als „wichtigste Veranstaltung“ seines Unternehmens in Deutschland bezeichnet. „Das Campus Symposium steht für Unternehmergeist“, sagte er. Dieser Geist weht nun woanders.