Bundestag macht Weg für deutschlandweites Fernbus-Netz frei
14.09.2012 | 15:19 Uhr 2012-09-14T15:19:53+0200
Berlin. Die Fraktionen von Regierung und Opposition haben sich darauf geeinigt, eine Regelung zu kippen, die die Bahn bisher vor der Konkurrenz auf der Straße schützte: Damit könnte sich mittelfristig ein neues Fernbus-Netz entwickeln.
Bundesregierung und Opposition haben nach monatelangen Verhandlungen den Weg freigemacht für einen deutschlandweiten Fernbusverkehr. Die schwarz-gelben Regierungsfraktionen von Union und FDP sowie die Fraktionen von SPD und Grünen einigen sich am Freitag auf eine entsprechende Änderung des Personenbeförderungsgesetzes, wie Vertreter aller Fraktionen in Berlin mitteilten. Möglichst schon ab 2013 sollen demnach Fernbuslinien nicht nur untereinander, sondern auch mit der Bahn konkurrieren können.
Neues preiswertes Angebot für Reisende
"Damit wird es ein völlig neues öffentliches Verkehrsangebot geben, das sich insbesondere an preissensible Kunden richten wird, denen Bahnfahren oft zu teuer ist", hieß es in der Mitteilung. Nach Expertenschätzung dürfte ein Busticket auf Fernreisen um ein Drittel preiswerter sein als die Konkurrenz auf der Schiene.
Nachdem das Kabinett beschlossen hatte, künftig Fernbusse im Linienverkehr zuzulassen, gibt es nun neuen Knatsch: Die SPD droht, die Reform im Bundestag zu blockieren. Sie fordert eine Maut für die Fernbusse.
Bisher war die Bahn per Gesetz weitgehend vor dem Wettbewerb mit Fernbussen geschützt. Die Neuregelung setzt die mittlerweile umstrittene Regelung aus den 30er Jahren der vergangenen Jahrhunderts weitgehend außer Kraft: Laut dieser gab es Genehmigungen für Fernbus-Linien bisher nur, wenn ein Unternehmen nachweisen konnte, das sein Angebot die Verkehrsverhältnisse verbesserte - und damit nicht nur einfach mit der Bahn in Konkurrenz treten wollte. In dem neuen Gesetz bleibt davon zumindest ein Stück erhalten. So sollen die Bus-Unternehmen ihren Fahrgästen auf Fernstrecken nur Verbindungen von mindestens 50 Kilometern oder einer Stunde Reisezeit anbieten dürfen.
Bahn verfügt bisher über größte Busflotte
Tatsächlich verfügt der Bahn-Konzern auch über die größte Busflotte in Deutschland. Zu den Bustöchtern gehören etwa Bex, Autokraft und Regiobus Dresden, die 2009 auf 22 Fernbuslinien 700.000 Passagiere beförderten. Das Unternehmen will das eigene bundesweite Fernbusliniennetz massiv ausbauen. Die Konzerntochter Bex beantragte dazu mehrere tägliche Fernbuslinien bei Regierungsbehörden. Im Zentrum stehen demnach Strecken zwischen Großstädten, die bereits mit Intercity- und ICE-Zügen bedient werden. (afp/dapd)

05:12
...wieder mal reichlich Hellseher unterwegs.
Ich kann nicht beurteilen,was genau wird.Mir geht es darum,
daß Möglichkeiten geschaffen werden,die es bislang nicht gab.
Und das passiert in D. wahrhaftig nicht oft.Also,gute Entscheidung.
19:25
@21
Also mit "Schnellbussen" in Verkehrsverbünden haben diese Fernbusse gar nichts zu tun! Denn die allermeisten Fahrgäste in solchen Schnellbussen, auch wenn es wirklich mal eine sehr lange Linie sein sollte, fahren nur auf Streckenabschnitten, die erheblich kürzer als 50km sind.
Die Fernbusse sind nicht zum "pendeln" da, sondern zum "verreisen" bzw. in Ausnahmefällen für "Fernpendler", die wirklich weite Strecken zwischen Wohnort und Arbeitsplatz haben.
16:36
viele Kommentare hier sind Unsinn. Die Bahn hat mit ihrer Fernbuslinie Nürnberg-Prag (ins Ausland und nach Berlin darf man schon jetzt) den "Alex"-D-Zug auf der gleichen Relation zum Erliegen gebracht, weil der Bus auf direktem Weg über die Autobahn schneller ist. Den Berlin-Bus hat sich dei DB auch schon einverleibt, sie fährt u. a. Dresden-Berlin zu ihren Zügen selbst Konkurrenz.
Wie in England wird es hier wohl leider kaum kommen. Da fahren manchmal stündlich Busse über mehrere 100km und das Netz ist sehr dicht, man bekommt Anschlüse auch in Provinzorte.
10:03
die wenn sie mal fahren einfach 3 Stunden länger meditieren.
Das ist kaum vergleichbar mit den deutschen Ballungsräumen wo jede Ausdünnung des Bahnverkehrs dessen gesellschaftlichen Nutzen der Bahn weiter verschlechtert.
09:18
Sehr gut, da haben einige Pendler bestimmt lange drauf gewartet. Es gibt bereits ja schon die "Sprinterbusse" und "Schnellbusse" hier bei uns im Münsterland. Für viele ist damit überhaupt erst mal ein wegkommen möglich. Auch die Städte würden entlastet, da ein Bus mehr Pendler transportieren kann als ein PkW. Wäre auch wünschenswert wenn sich dadurch ein leichter Preiskampf ergeben würde. Trotzdem bleibe ich persönlich bei der Bahn, dies ist für mich die schnellste Verbindung, schneller noch als mit dem PkW.
Bleibt nur zu hoffen, dass es auch genügend verünftige Fahrer geben wird, denn die Transportbranche hat für den LkW-Verkehr, bereits für 2020 enorme Nachwusprobleme angekündigt. Es sollten dann aber auch bitte Fahrer sein, welche die Landessprache sprechen...... Also abwarten und Tee trinken.......
08:25
..iss doch supii
und dank grenzenlosem EU - Wettbewerb auch sinkender Komfort und immer müdere Fahrer.
Strassen-Ryanair auf abgefahrenen Reifen....
22:58
also, ich lebe seit Jahren in Schottland und hier waeren viele Menschen bei uns in den Highlands in den Allerwertesten gekniffen, wenn das Fernbus System nicht so gut ausgebaut waere...Man kann z.B. mehrmals am Tag von Inverness ins weit entfernte London fahren ohne auch nur einmal umzusteigen...wenn man uebers Internet frueh genug bucht fuer sage und schreibe £ 29 einfache Fahrt...noch Fragen???
16:12
ist zuallererst der Staat, also hier die Politik verantwortlich.
Niemand sonst.
14:09
Millionen Autofahrer fahren täglich ganz alleine in ihren PKW über die deutschen Autobahn. Zig Millionen fahren täglich alleine auf deutschen Strassen.
Aber wenn 30- 50 Leute in einem Bus fahren ist da ein Problem.
Komische Ansichten die Menschen in Deutschland haben.
",,Millionen Autofahrer fahren täglich ganz alleine in ihren PKW über die deutschen Autobahn. Zig Millionen fahren täglich alleine auf deutschen Strassen.."
Schon dass schafft genug Probleme und sollte eigentlich reduziert werden, und zwar drastisch und schnell
10:57
und schon wird weiterer Bedarf zur Verbreiterung der Autobahnen, der Raststätten etc. angemeldet werden.