Bundesregierung gibt 1,3 Milliarden Euro für mehr Ausbildung

Der demografische Wandel gilt als Bedrohung für unseren Sozialstaat, doch für die weniger werdenden jungen Menschen sollte er eigentlich bessere Chancen bieten: Wenn jedes Jahr weniger Jugendliche die Schule verlassen und eine Ausbildungs anstreben, müssten sich die über Nachwuchsmangel klagenden Betriebe um sie reißen – theoretisch. Stattdessen gehen nach wie vor besonders Hauptschüler leer aus. Die Bundesregierung will nun mit einem 1,3 Milliarden Euro teuren Programm gegensteuern.

Das gaben gestern die Ministerinnen Andrea Nahles (Arbeit) und Johanna Wanka (Bildung) in Berlin bekannt. Zum Anlass nahmen sie den Berufsbildungsbericht 2015. Demnach blieben im vergangenen Ausbildungsjahr mit 37 100 so viele Lehrstellen unbesetzt wie noch nie. Dies, obwohl gleichzeitig knapp 21 000 junge Menschen auf ihre Bewerbungen nur Absagen erhielten – fast genauso viele wie im Jahr zuvor. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge sank bundesweit um 1,4 Prozent auf 522 000, in NRW überdurchschnittlich um 2,2 Prozent auf 117 000. Dabei wurden im Handwerk in NRW sogar gegen den Bundestrend mehr Ausbildungsverträge unterzeichnet, für den Rückgang sind fast allein Industrie und Handel mit einem Minus von 2440 Neuverträgen verantwortlich.

Mit ihren Förderprogrammen wollen die Ministerinnen nun gezielt lernschwachen Schülern zu einer Ausbildung verhelfen. Sie sollen noch während ihrer Schulzeit von Berufseinstiegsbegleitern auf eine Ausbildung vorbereitet werden. Aus dem Topf des Bundesbildungsministeriums fließen zudem Gelder für die Berufsorientierung in den Schulen.

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