Das aktuelle Wetter NRW 12°C
Unternehmen

Bundeskartellamt verhängt Millionenbußgeld gegen Mehlkartell

19.02.2013 | 11:11 Uhr
Bundeskartellamt verhängt Millionenbußgeld gegen Mehlkartell
Mehlkartell: Bereits seit 2001 sprachen sich die Firmen über Preise ab.

Bonn.  Auf die Mitglieder eines Mehlkartells auf dem deutschen Markt kommen hohe Bußgelder zu. Das Bundeskartellamt verhängte gegen die beteiligten Unternehmen eine Strafe von über 65 Millionen Euro. Allerdings können die Firmen gegen die Entscheidung noch Einspruch einlegen.

Das Bundeskartellamt hat gegen ein Mehlkartell in Deutschland Geldbußen in einer Gesamthöhe von mehr als 65 Millionen Euro verhängt. Kartellamtspräsident Andreas Mundt sagte am Dienstag in Bonn, Verantwortliche der beteiligten Mühlenunternehmen hätten sich seit 2001 in zahlreichen, regelmäßig abgehaltenen Gesprächsrunden über Preise, Kundenzuordnungen und Liefermengen abgestimmt.

Betroffen von den Preisabsprachen waren nach seinen Worten sowohl Lieferungen an Industriekunden und Handwerksbäckereien als auch die Produkte für den Lebensmitteleinzelhandel. Darüber hinaus betrieben die Unternehmen nach den Ermittlungen des Kartellamts eine koordinierte Kapazitätssteuerung, indem sie Mühlen stilllegten oder die erneute Inbetriebnahme bereits stillgelegter Mühlen verhinderten.

Firmen können noch Einspruch einlegen

Das Bundeskartellamt ermittelt seit 2008 gegen die Mehlbranche. Im Oktober 2011 verhängte die Wettbewerbsbehörde ein erstes Bußgeld in Höhe von rund 24 Millionen Euro gegen die VK Mühlen AG, einen der führenden Anbieter auf dem deutschen Markt.

Preisabsprachen
Bundeskartellamt verhängt Millionenstrafen

Das Bundeskartellamt dürfte zahlreiche Süßwarenhersteller jetzt richtig sauer gemacht haben: Wegen illegaler Preisabsprachen verhängte das Kartellamt Strafen in Höhe von 60 Millionen Euro gegen Haribo, Katjes und Co. Ritter Sport und Nestlé wollen Einspruch einlegen.

In einem zweiten Schritt verhängte das Bundeskartellamt nun gegen 22 weitere Unternehmen der Mühlenindustrie, den Verband Deutscher Mühlen sowie deren Verantwortliche weitere Geldbußen in Höhe von insgesamt rund 41 Millionen Euro. Damit sei das Verfahren abgeschlossen, erklärte die Behörde.

Soweit die Bußgeldbescheide noch nicht rechtskräftig sind, kann gegen sie Einspruch beim Oberlandesgericht Düsseldorf eingelegt werden.



Kommentare
Aus dem Ressort
Fast alle Opelaner in Bochum unterzeichnen Aufhebungsvertrag
Opel
Für die 3000 Beschäftigten von Opel in Bochum läuft an diesem Dienstag die Frist zur Annahme des Sozialtarifvertrags ab. Ein Sprecher des Autobauers geht davon aus, dass fast alle Bochumer den Aufhebungsvertrag unterschreiben. Bis zum Wochenende hätten schon über 2000 Beschäftigte unterzeichnet.
Urteil im Opel-Prozess fällt am letzten Produktionstag
Betriebsrats-Klage
Am 12. Dezember ergeht im Prozess zwischen Bochums Betriebsratsvorsitzenden Rainer Einenkel und der Adam Opel AG vor dem Landgericht Darmstadt vermutlich ein Urteil. Es könnte ein in doppelter Hinsicht historisches Datum werden. Exakt an diesem Tag endet nach 52 Jahren die Autoproduktion in Bochum.
Wizz Air streicht alle Flüge von Dortmund in die Westukraine
Ukraine-Krise
Die Ukraine-Krise trifft den Flughafen Dortmund: Wizz Air stellt Ende Oktober alle Flüge nach Lemberg (Lwiw) ein. Die aktuelle Situation in der Ukraine habe zu einem Einbruch der Passagierzahlen geführt, so die Fluggesellschaft. Es ist nicht die erste Verbindung, die der Krise zum Opfer fällt.
So wollen Fastfood-Ketten den Mindestlohn aushebeln
Fastfood
Bei den Tarifverhandlungen wollen Systemgastronomen wie McDonalds, Burger King, Nordsee und Starbucks den Mindestlohn aushebeln. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie sämtliche weiteren Zuschläge wollen sie abschaffen. Beschäftigte hätten dann weniger Geld als jetzt. Die Gewerkschaft NGG ist empört.
BP bleibt in Bochum - tausend Jobs gesichert
Konzern
Die Europazentrale von BP bleibt in Bochum. Das hat die Funke Mediengruppe am Dienstag aus Unternehmenskreisen erfahren. Die Entscheidung sichert den Erhalt von rund tausend Arbeitsplätzen. Anfang August war bekannt geworden, dass BP mit dem Gedanken spielt, Bochum zu verlassen.
Umfrage
Essen testet jetzt, ob nächtliches Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen etwas für den Lärmschutz bringt. Was halten Sie davon?