Bundesagentur: Mindestlohn kostet in NRW bisher keine Jobs

Düsseldorf..  Der Januar brachte einen leichten, aber erwarteten Anstieg der Arbeitslosigkeit in Nordrhein-Westfalen. So stieg die Zahl der Arbeitslosen um 39 586 auf 767 402 an. Das sei aber nicht verwunderlich, da zum Jahresende hin viele junge Menschen ihre Ausbildung beenden und das Weihnachtsgeschäft ausläuft, so die Bundesagentur für Arbeit in NRW.

Deren Chefin Christiane Schönefeld erwartet weiterhin eine günstige Entwicklung im ersten Halbjahr 2015 und neue Rekordstände bei der Beschäftigung. Auch wenn sie davon ausgeht, dass die Arbeitslosenzahl im Februar noch einmal steigen werde.

„Das monatliche Auf und Ab der Arbeitslosenzahl sollte nicht den positiven Trend überlagern, der den NRW-Arbeitsmarkt seit dem Sommer 2014 belebt“, sagt Christiane Schönefeld. „Dennoch trüben insbesondere die hohe Zahl der Langzeitarbeitslosen und der Geringqualifizierten in NRW das positive Bild.“

Die Einführung des Mindestlohns wirkt sich derzeit noch nicht auf die Arbeitsmarktsituation aus. „Das liegt daran, dass in NRW nicht so viele unter dem Mindestlohn gearbeitet haben wie beispielsweise in Ostdeutschland“, sagt Burkhard Schütz von der Arbeitsmarktbeobachtung. Daher werde sich der Mindestlohn nicht weiter auf den Arbeitsmarkt auswirken.

Leichte Besserung im Revier

Im Vergleich der NRW-Regionen meldete das Ruhrgebiet im Vergleich zum Dezember den geringsten Anstieg der Arbeitslosigkeit um 11 625 (4,6 Prozent) auf 262 550 – allerdings von einem nach wie vor weit überdurchschnittlichen Niveau aus. Leichte Besserung ist aber in Sicht: Im Vorjahresvergleich verzeichnete das Ruhrgebiet einen überdurchschnittlichen Rückgang der Arbeitslosenzahl um 3,3 Prozent.