Bürgernähe gehört zum Markenkern

Es ist ein ungewöhnlich tiefer Einschnitt, den die Duisburger Sparkasse plant. Bis zum Jahr 2022 will das kommunale Geldinstitut das Filialnetz halbieren. Neu ist es nicht, dass die Finanzbranche unter dem niedrigen Zinsniveau leidet und auf den Trend zum Online-Banking reagiert. Tatsächlich häufen sich bundesweit Meldungen zu vereinzelten Sparkassen-Filialschließungen, sei es in Baden-Württemberg, Bremen, Niedersachsen oder Sachsen-Anhalt. Und doch überrascht das rigorose Vorgehen der Duisburger. Der Druck muss groß sein.

Die Verantwortlichen in Duisburg verfolgen eine riskante Strategie. Denn viele Kunden entscheiden sich gerade aufgrund der Verbundenheit der Sparkassen zu ihrer Region ganz bewusst für das kommunale Geldinstitut. Bei allem Verständnis für notwendige Einsparungen und Strategieanpassungen: Wenn die Sparkassen ihre Verwurzelung in der Heimat gefährden, laufen sie Gefahr, das zu verlieren, was sie auszeichnet. Bürgernähe gehört zum Markenkern der Sparkassen. Dass der radikale Rückzug aus der Fläche ein Erfolgsmodell auch für andere kommunale Geldinstitute ist, darf jedenfalls bezweifelt werden.