Bsirske droht Post mit „Großkonflikt“

Bonn..  Im Streit um die Neuordnung der Paketzustellung bei der Deutschen Post verschärfen die Gewerkschaft Verdi und das Unternehmen den Ton. Verdi-Chef Frank Bsirske warf der Post vor, ihre Gewinnziele „auf dem Rücken der Beschäftigten“ erreichen zu wollen.

Deshalb dränge sie Paketzusteller in Regionalgesellschaften „mit bis zu 20 Prozent weniger Entgelt und Gehalt“. Die geplante Gründung von Regionalgesellschaften sei ein Tarifbruch, sagte der Gewerkschafter im SWR. Verdi werde sich das nicht gefallen lassen. Es drohe „ein richtiger Großkonflikt in einem Bereich, der gewerkschaftlich sehr, sehr gut organisiert ist“, warnte Bsirske. Die Gewerkschaft hat die Tarifvertrags-Regelungen zur Arbeitszeit zum 31. März gekündigt und schließt Streiks nicht aus.

Post-Chef Frank Appel wies die Vorwürfe entschieden zurück. „Wir brechen keine Verträge“, sagte er dem Bonner „General-Anzeiger“. „Verdi hat jetzt Tarifregelungen für Mitarbeiter gekündigt, die von den Tarifen für Neueinsteiger gar nicht betroffen sind – nur um streikfähig zu werden.“ Das Verhalten der Gewerkschaft sei nicht im Interesse der Beschäftigten.