Braunkohle: Freunde und Gegner aktiv

So lange die Große Koalition in Berlin noch um die Strom-Agenda von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) ringt, bringen sich die Braunkohle-Befürworter und -Gegner in Stellung. Während IGBCE und Verdi am Samstag zur Großdemo vor dem Bundeswirtschaftsministerium aufrufen, planen Umweltaktivisten gleichzeitig eine Menschenkette im rheinischen Braunkohlerevier Garzweiler II. Sie demonstrieren für den Ausstieg aus der klimaschädlichen Technologie.

Die Gewerkschaften erhielten nun Schützenhilfe von Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU). Er lehnt Gabriels Pläne, alte Kohlekraftwerke mit einer Klimaabgabe zu belegen, ab. Dahinter steht die Befürchtung der IGBCE und des Energiekonzerns RWE, dies könne das Aus für die gesamte Braunkohleindustrie bedeuten. „Wir können jetzt nicht einfach die Kohle plattmachen“, sagte Kauder der „FAZ“.

Zur Demo in Berlin werden 12 000 Kohlebefürworter erwartet, 7000 aus NRW. Die Gewerkschaften sehen 100 000 Arbeitsplätze bedroht. Diese Zahl ist umstritten. Von der Braunkohle sind rund 50 000 Stellen im Tagebau, den Kraftwerken und den Zulieferern abhängig, hinzugerechnet werden Arbeitsplätze in der stromintensiven Industrie.