Botschafter für die Wirtschaftsregion Südwestfalen

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Was wir bereits wissen
Global denken, regional handeln – und dabei die soziale Komponente im Blick: So lässt sich das Handeln von Dr. Michael Schulte Strathaus zusammen fassen. Der Werler Unternehmer steht jetzt als Vorsitzender an der Spitze des Regionalmarketing-Vereins „Wirtschaft für Südwestfalen“.

Werl/Olpe.. Global denken, regional handeln – und dabei die soziale Komponente im Blick: So lässt sich das Handeln von Dr. Michael Schulte Strathaus zusammen fassen. Der Werler Unternehmer steht jetzt als Vorsitzender an der Spitze des Regionalmarketing-Vereins „Wirtschaft für Südwestfalen“. Eine schlüssige Besetzung dieses Ehrenamtes.

Es ist nur ein kleiner Schriftzug. Schwarz auf weiß. Von der Größe einer Buchseite vielleicht. Aber er verfängt, wie er auf dem Bord im Büro von Schulte Strathaus steht, trotz der teils farbintensiven Bilder an den Wänden. „Geist ist geil!“ Auch auf den zweiten Blick bleibt es dabei und damit anders, als eine Werbung jahrelang vormachen wollte: Geist, nicht Geiz. Ein Grundsatz, der sich offenbar durch Schulte Strathaus’ Engagement zieht – im Beruf wie im Ehrenamt.

[kein Linktext vorhanden] Für die neue Aufgabe hat er sich Freiräume schaufeln müssen; hat die Übernahme von Ralf Kersting (Olsberg), der IHK-Präsident von NRW geworden ist, im Vorjahr abgelehnt und auf 2015 vertagt. Was er macht, macht er richtig. Wie das geht, hat er im und mit seinem Unternehmen beweisen können.

Herausforderung

Vor rund 15 Jahren hat er seine Firma „komplett neu erfinden müssen“. Die F. E. Schulte Strathaus GmbH & Co. KG war ein verlässlicher Zulieferer der deutschen Bergbauindustrie, genauer: der Steinkohleförderer. Ein sicheres und einträgliches Geschäft mit Technik für unter Tage. Bis diese Tage politisch gezählt waren: Mit dem Auslaufen der Subventionen bis 2018 war der Ausstieg aus dem Steinkohlebergbau in Deutschland Ende der 1990er-Jahre beschlossene Sache. „Neue Geschäftsbereiche und neue Produkte mussten her“, formuliert Michael Schulte Strathaus die existenzielle Herausforderung.

Heute laufen unter dem Dach des Unternehmens erfolgreich drei Geschäftsbereiche: die Produktion einer intelligenten Förderbandreinigung inklusive deren Wartung, Brandschutztechnik für Kabelkanäle und Rohre im Schiffsbau und für die Gebäudetechnik und, über die 2003 zugekaufte Tochterfirma Cyrus, Vibrationsfördertechnik (Sieb- und Ausschlagroste für Schrott oder Sand).

Letztere hat Niederlassungen in Recklinghausen und im indischen Pune. „Den Standort Pune brauchen wir, um die asiatischen Märkte zu bedienen“, erläutert Schulte Strathaus. Wiederverwertung von Rohstoffen und Ressourcenschonung sind in allen drei Sparten Leitgedanken.

60 Millionen Euro erwirtschaftet das Unternehmen, zu dem 90 Mitarbeiter gehören. Schulte Strathaus ist alleiniger geschäftsführender Gesellschafter, spricht von einem „typischen Familienunternehmen“. Wie bleibt dabei für den Familienvater und Firmenchef noch Zeit fürs Ehrenamt? „Sie müssen gut organisiert sein!“, sagt der 60-Jährige. Und blickt zu seiner Mitarbeiterin Susanne Koller, Assistentin der Geschäftsführung und offenbar Hüterin über den Terminkalender des Chefs.

Willkommenskultur

Zumindest neu erfinden braucht Schulte Strathaus die Region und ihr Marketing nicht – er will sie weiterentwickeln. Mit dem Strukturförderprogramm „Regionale Südwestfalen“ des Landes sei ein Fahrplan aufgelegt worden, den es jetzt gelte, weiter zu verfolgen. „Die Projekte müssen nachhaltig fortgesetzt werden“, sagt der Diplom-Kaufmann. Das Ziel: „Südwestfalen als Marke bekannter machen, als drittgrößte Industrieregion Deutschlands mit 140 Weltmarktführern“. Und dabei mit der „bisher falschen Wahrnehmung aufzuräumen“. „In Südwestfalen gibt es Natur, Industrie, Architektur, Kultur und Freizeitangebote – davon können Bayern und Baden-Württemberg nur träumen“, vergleicht er die Region mit den deutschen Südstaaten.

Herzensangelegenheit

Das Werben um Menschen, die nach Südwestfalen kommen oder dort bleiben, hat für ihn eine klare wirtschaftliche Komponente: Es ist ein Arbeiten gegen den „Fachkräftemangel, der bereits eingesetzt hat“. Deshalb: Wer hier aufwächst, soll bleiben, und wer zuzieht, soll ebenfalls bleiben. „Wir brauchen eine Willkommenskultur“, beschreibt Schulte Strahaus eine der Aufgaben, die der Verein gemeinsam mit der Südwestfalen-Agentur in Olpe angehen will. Das „Überlebens-Paket“ für Abiturienten mit Produkten heimischer Unternehmen (wir berichteten) sei „ein erster Schritt“.

Ein weiterer könnten konkrete Hilfsangebote für Zugezogene sein, etwa „wenn der Partner auch noch einen Job sucht. Da können wir helfen.“

Soziale Verantwortung endet für den promovierten Diplom-Kaufmann nicht am Firmentor. Die Arbeit als Vorstand für das Lebenszentrum in Unna-Königsborn – sechs Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen – ist ihm eine gelebte Herzensangelegenheit. Jetzt kommt die Arbeit als oberster Werbeträger für die Wirtschaftsregion Südwestfalen hinzu: Als Unternehmer aus der Region, für die Region. Und deren Menschen.