Bochumer Opel-Betriebsrat warnt vor Kahlschlag bei Opel

Der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel (l.) hofft auf konstruktive Gespräche mit der neuen Geschäftsführung.
Der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel (l.) hofft auf konstruktive Gespräche mit der neuen Geschäftsführung.
Foto: dapd
Was wir bereits wissen
Der Bochumer Opel-Betriebsrat sorgt sich nach dem Rücktritt des Vorsitzenden Karl-Friedrich Stracke um die Zukunft des Werkes. Es dürfe keinen Kahlschlag durch das neue Management geben, warnt der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel.

Bochum.. Nach dem Rücktritt des bisherigen Opel-Vorsitzenden Karl-Friedrich Stracke fordert der Bochumer Betriebsrat, dass bislang gemachte Zusagen und Verträge eingehalten werden. "Der Bochumer Betriebsrat hat viele konstruktive Vorschläge zur Sicherung des Bochumer Opel-Werkes vorgelegt", teilte der Betriebsratsvorsitzende am Morgen mit. "Wir erwarten, dass der neue Opel-Vorstand die begonnenen Gespräche weiterführt und die Vorschläge sachlich prüft."

Darüber hinaus fordert Einenkel eine neue Modelloffensive und die Möglichkeit für Bochum, seine Autos auch außerhalb Europas zu verkaufen. Es dürfe keine "Kahlschlagpolitik" erfolgen.

Auch IG-Metall-Chef Berthold Huber schlug dramatische Töne an: "Es geht um nicht weniger als die Zukunft von Opel insgesamt", ließ er in einem Statement verlauten. Für die Gewerkschaft sei nur ein Zukunftskonzept tragfähig, bei dem alle Standorten erhalten blieben.

Der bisherige Opel-Boss Stracke hatte am Donnerstag seinen Rücktritt verkündet. Nach Angaben der "Bild"-Zeitung war dafür vor allem der massive Einbruch bei den Verkaufszahlen verantwortlich. Die Verkäufe im ersten Halbjahr seien um rund acht Prozent geschrumpft, berichtet das Blatt unter Berufung auf Firmenkreise. Ein Grund dafür sei die Krise in Südeuropa, hieß es demnach bei Opel. Am 2. August legt die amerikanische Opel-Mutter General Motors (GM) die Zahlen für das erste Halbjahr vor.

Der bisherige Strategievorstand gilt als Nachfolge-Kandidat

Auch angesichts der Verkaufsschwäche habe GM nicht mehr daran geglaubt, mit Karl-Friedrich Stracke an der Spitze des Unternehmens die Wende zu schaffen, meldete "Bild" weiter.

Für Stracke übernimmt vorläufig GM-Strategiechef Steve Girsky das Ruder, der auch den Opel-Aufsichtsrat leitet. Als aussichtsreicher Kandidat für den Chefposten gelte Opel-Strategievorstand Thomas Sedran, berichteten mehrere Medien übereinstimmend. (dapd/sing)