Biogas-Erzeugung soll das Gülle-Problem lösen
13.02.2009 | 21:56 Uhr 2009-02-13T21:56:02+0100Münster. Die westfälischen Landwirte und die RWE-Tochter Innogy beschreiten neue Wege bei der Energieerzeugung. ...
... Während im waldreichen Südwestfalen Biomasse-Kraftwerke mit dem Brennstoff Holz errichtet werden, sollen im Münsterland, Emsland sowie in Niedersachsen mit ihrer intensiven Tierhaltung bis zu zehn Biogasanlagen entstehen.
Diese werden fast ausschließlich auf Gülle-Basis betrieben, die von den Landwirten für drei Euro pro Kubikmeter - soviel produzieren zwei Schweine während ihrer gesamten Lebenszeit - angekauft wird. Gestern unterzeichneten Westfalens Bauernpräsident Franz-Josef Möllers und und Innogy-Vorstandschef Fritz Vahrenholt in Münster eine Kooperationsvereinbarung. Danach wird das erzeugte Biogas in das öffentliche Erdgasnetz eingespeist und von der RWE-Tochter Energy vertrieben.
Beide Partner sehen nur Vorteile in dieser Lösung, die auch dem in den Meseberger Beschlüssen niedergelegten Klimaprogramm der Bundesregierung entspricht, wonach Erdgas Schritt für Schritt durch Biogas ersetzt werden soll. Vahrenholt: "Einmal in das öffentliche Erdgasnetz eingespeist, kann Biogas an praktisch jedem Ort zu Strom oder Wärme umgewandelt werden." "Mit diesem neuen Anlagenkonzept lösen wir viele Probleme: In Regionen mit intensiver Tierhaltung reduzieren wir Nährstoffüberschüsse, und für die Landwirtschaft schaffen wir mit der Produktion von Biogas und der Vermarktung von Dünger zusätzliche Einnahmequellen", ergänzte Möllers, der gleichzeitig betonte, er sehe die Hauptaufgabe der Landwirte weiterhin in der Erzeugung von Nahrungsmitteln.
Der Baubeginn einer Pilotanlage im Kreis Borken mit einem Investitionsvolumen von rund 20 Millionen Euro - den genauen Standort wollte Vahrenholt noch nicht nennen - ist für September dieses Jahres geplant, in Betrieb gehen soll sie dann im Frühjahr 2010. Die Anlage könnte mit ihrer Kapazität von 200 000 Tonnen Gülle jährlich 60 Gigawattstunden Biogas und 8 Gigawattstunden Strom in das öffentliche Netz einspeisen - genug, um damit 2500 Haushalte im Jahr rund um die Uhr mit Gas zu versorgen.
Davon, dass sich genügend Bauern beteiligen, ist der Landwirtschaftsverband überzeugt. 350 Betriebe müssen es wenigstens sein.

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