Das aktuelle Wetter NRW 12°C
Verbraucher

Billiglöhne nutzen deutschen Modefirmen

06.08.2010 | 17:58 Uhr
Billiglöhne nutzen deutschen Modefirmen
Baumwollernte in China. Foto: afp

Essen.T-Shirts deutscher Hersteller hat die Stiftung Warentest jüngst bescheinigt, rasch auszuleiern. Jetzt haben sich die Experten die Produktionsbedingungen vieler internationaler Hersteller vor Ort angeschaut. Angesichts des knallharten Preiswettbewerbs vermisst „Test“ bei den meisten Modeketten soziales und ökologisches Engagement.

In zehn Ländern bekam Stiftung Warentest Zutritt zu 14 Nähereien und neun Färbereien. „Keinerlei Einblicke haben uns H&M, Mexx, NKD und Zero gewährt“, berichtet die Verbraucherorganisation. Die beste Bewertung für freiwilliges soziales und ökologisches Engagement erhielt Hessnatur. Die Biobaumwolle bezieht das Label aus Burkina Faso, gefärbt wird in Estland, genäht in Litauen. Beide baltischen Länder zahlen laut „Test“ monatliche Mindestlöhne von 278 und 232 Euro. Deutlich weniger gibt es in Bangladesch (20 Euro), Indien (50) und Mauritius (79) – bei längeren Wochenarbeitszeiten.

In Indien lässt C&A fertigen. „Als einziger Anbieter“ zei­ge C&A in der dortigen Nä­herei und Färberei „hohes En­gagement“. Als „engagiert“ gelten auch Esprit (Produktion in Indien), Peek & Cloppenburg (Bangladesch) und Trigema (Deutschland). An­sätze von sozialer und ökologischer Kompetenz erkannten die Tester bei Ernsting’s Family (Bangladesch), Gerry Weber (ver­traulich) und Otto (Indien).

Nur „bescheidene Ansätze“ fand „Test“ bei Street One (Griechenland/Bulgarien), Takko (keine Angaben), Tom Tailor (Portugal) und Zara (Türkei) vor. Kik beendete im vergangenen Jahr den Vertrag mit einer Näherei in Bangladesch.

DerWesten

Facebook
 
Kommentare
07.08.2010
22:38
Billiglöhne nutzen Modefirmen
von Mikhail Lermontov ff. | #17

#16 von HT , Deutschland ist selber in vielen Bereichen ein europäisches Billiglohnland, was die Dänen freut. Diese entschieden sich neulich, für HOHE Steuern, zugunsten des Sozialstaates.
Merke: Eine private Arbeitslosenversicherung wird nie das leisten, was eine Gesellschaft kann. Könnten viele wissen, gäbe es bloß keine Zeitungen, die vom AL*I Prospekt leben.

07.08.2010
20:54
Billiglöhne nutzen Modefirmen
von HT | #16

Deutschland ist selber in vielen Bereichen ein europäisches Billiglohnland ohne Mindestlöhne. Und das ist von Politik und Industrie genau so gewollt! Test empfehle ich, sich angesichts des knallharten Preiswettbewerbs das soziales und ökologisches Engagement der Firmen in Deutschand mal näher unter die Lupe zu nehmen!

07.08.2010
20:45
Billiglöhne nutzen Modefirmen
von nurdummetragenmarken | #15

Was die Waren vieler Modehäuser so teuer macht, ist bei weitem nicht immer die hohe Qualität, es sind die „hochwertigen Etiketten“, die man dort anbringt.
Also, liebe Leute, macht Euch sachkundig. Prüft nicht nur die „Marke“, prüft vor allem die Qualität . Manches preiswerte Teil ist qualitativ besser als viele mit „hochwertigem Etikett“.
Laßt Euch vom Markenwahn nicht beeindrucken!
Trifft man auf extrem niedrige Preise, so können sie nur Ausweis für Lohndumping sein. Daher sollte man vermeiden, bei diesen Anbietern zu kaufen.
Alle können sich das jedoch nicht leisten. Leider gibt es auch in Deutschland Lohndumping in erheblichem Ausmaß. Die Folge: die Armen hier sind auf billige Waren angewiesen, die in der dritten Welt nur durch Lohndumping bei den Armen dort so billig* gefertigt werden können.
*Dieses „billig“ bezieht sich nur auf den Preis für die Fertigung. Die Arbeiter/innen und ihre Familien bezahlen dagegen mit menschenunwürdigen Lebensbedingungen. ( Siehe NDR Bericht „Kik“ )

07.08.2010
17:04
Blockierter Kommentar.
von Cebulon | #14

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

07.08.2010
14:46
Billiglöhne nutzen Modefirmen
von Onkel Dabogert | #13

Heute 16 Tote im Bergbau in China, im Jahr 2009 waren 2.600 Beschäftigte tot.
Machen wir Strom draus, aus der Kohle.
Oder für STahl, 10.000km nach DU gefahren. Freibier für alle!Globalisierung ist Terror.

07.08.2010
14:04
Billiglöhne nutzen Modefirmen
von taosnm | #12

#7 Prof.Boerne

Die niedrigen Lohnkosten haben nichts mit dem hohen Endverbraucherpreis zu tun, sie haben nur etwas mit der Gewinnmaximierung zu tun. Extrem teure Labels, z.b. van Laack, Oberhemd mal locker EUR 200, lässt in Vietnam nähen, etc. etc.

Zu DM-Zeiten besuchte ich einen Hersteller in China, der Adiletten herstellte. Der VK war US $ 1,95. Zu der Zeit wurden die Adiletten für DM 38, verkauft.

Der Verbraucher ist überfordert. Wenn er alles, was er kauft, bei Lebensmitteln angefangen, überprüfen will, kann er nicht mehr Vollzeit arbeiten. Wir werden überall besch ....., wenn wir danebenstehen.

07.08.2010
13:39
Billiglöhne nutzen Modefirmen
von Onkel Dabogert | #11

Weiter denken:
Zechen hier werden dicht gemacht; zu TEUER, da zu sicher.
Dann zählen wir mal die toten Bergleute, die in der Bergbausteinzeit wühlen, mit drittklassiger Ausrüstung, in China, Ukraine, Südafrika, USA u.a. Entwicklungsländern.
Auch nicht so toll.

07.08.2010
13:25
Billiglöhne nutzen Modefirmen
von holmark | #10

Als ob das ein Problem allein der Modeketten sei!

Überall wird Gewinnmaximierung betrieben, mal mehr, mal weniger sozial oder ökologisch orientiert.

07.08.2010
12:19
Billiglöhne nutzen Modefirmen
von xyz | #9

T-Shirts und andere Kleidungsstücke der Billigketten sind teilweise so günstig, dass sich das Waschen kaum noch lohnt (abgesehen vom Herauswaschen der Schadstoffe).
Die meisten Hersteller -auch von Premium-Produkten- halten die Kosten klein, um wettbewerbsfähig zu sein. Dieser Trand kann nur durch den Verbraucher gebrochen werden.

Die Frage ist, wie ich als Verbraucher soziale Standards erkennen kann.

Der Test von STiftung Warentest ist hier ein erster Schritt.

Berichte über Produktionsbedingungen sollten öfter gezeigt werden, und die Produktion muss transparenter werden.
Jeder kann aber selber entscheiden, ob er Firmen, die in Deutschland produzieren und liefern unterstützt oder Produkte aus dem Ausland kauft.

Wenn ich daran denke, wie viele T-Shirts ich habe (auch sog. Event-T-Shirts wie Stillleben), dann ist die Entwicklung definitiv falsch!

07.08.2010
12:15
Billiglöhne nutzen Modefirmen
von DEWFan | #8

KiK erspart dem Kunden die Waschmaschine. 2-3 mal tragen und dann wegschmeißen! Einmal kann man die Klamotten vielleicht waschen, beim 2. Mal gehen die sowie kaputt ;-)

Wenn schon billig, dann lieber C & A.

Oder ein Beispiel bei den Drogerien. Angeblich braucht man das Lohndumping um konkurrenzfähig günstige Preise anbieten zu können. Aber wieso schafft das dm auch ohne?

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/3437735/create

Umfrage
Rot-Grün in NRW will den Sonntags-Verkauf auf Trödelmärkten ausbremsen. Der Verkauf von Neuware soll eingedämmt werden. Was sagen Sie dazu?

Rot-Grün in NRW will den Sonntags-Verkauf auf Trödelmärkten ausbremsen. Der Verkauf von Neuware soll eingedämmt werden. Was sagen Sie dazu?

 
Aktuelle Fotos und Videos
Die wertvollsten Marken der Welt
Bildgalerie
Markenvergleich
"Lasst Opel nicht sterben"
Bildgalerie
Opel Bochum
Blockupy gegen Kapitalismus
Bildgalerie
Demonstration
Aus dem Ressort
Hochtief will mit ACS gemeinsam Milliardenumsätze machen
Baukonzern
Der Baukonzern Hochtief verspricht sich von gemeinsamen Projekten mit dem spanischen Bauunternehmen und Mehrheitseigner ACS zusätzliche Geschäfte in Milliardenhöhe. Solche Projekte könnten nach Unternehmensangaben etwa Verkehrsprojekte in Nordamerika und Australien oder Stromleitungen in Deutschland...
Ruhrbischof Overbeck rügt Umgang mit Opel-Belegschaft
Opel
Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck hat den Umgang mit der Belegschaft des Bochumer Opel-Werkes ungewohnt scharf attackiert. Die schon lange andauernden Unsicherheiten seien nicht mehr hinnehmbar, sagte Overbeck am Sonntag in seiner Pfingstpredigt im Essener Dom.
Foto 20 Kommentare 20