Bewerber für den Initiativpreis NRW gesucht

Insbesondere im mittelständischen Handel hat sich die Stimmung aufgehellt: Das Düsseldorfer Warenhaus Emmas Enkel profitiert davon.
Insbesondere im mittelständischen Handel hat sich die Stimmung aufgehellt: Das Düsseldorfer Warenhaus Emmas Enkel profitiert davon.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die WGZ Bank in Düsseldorf und die NRW-Zeitungen der Funke Mediengruppe würdigen auch in diesem Jahr Familienfirmen mit dem "Initiativpreis NRW". Die Bewerbungsfrist hat begonnen.

Essen.. Die Stimmung im NRW-Mittelstand hat sich nach einer Delle im Herbst 2014 wieder deutlich verbessert. Hatten die kleinen und mittleren Unternehmen damals noch an erster Stelle über den Fachkräftemangel geklagt, rückt nun ein anderes Problem in den Vordergrund: die wachsende Bürokratie.

Das fand die Düsseldorfer WGZ Bank – Zentralbank für die Volks- und Raiffeisenbanken in NRW – in ihrer jüngsten Umfrage unter 550 Mittelständlern heraus. Gemeinsam mit den NRW-Zeitungen der Funke Mediengruppe lobt die WGZ Bank auch in diesem Jahr den mit 30.000 Euro dotierten „Initiativpreis NRW 2015“ aus. Bis zum 25. September 2015 können sich Familienunternehmen bewerben. Prämiert werden herausragende Leistungen in den Bereichen grüne Technik und Umweltschutz; neue Arbeitsplätze in NRW; besonderes gesellschaftliches Engagement.

„Mittelständische Unternehmer tragen typischerweise erhebliche finanzielle und persönliche Risiken, wenn sie den Fortbestand ihrer Betriebe und damit die Arbeitsplätze dauerhaft sichern wollen“, sagt Uwe Berghaus, Mitglied des Vorstands der WGZ Bank.

Aufwand durch Dokumentationen

Dabei werden ihnen aber offenbar immer mehr Steine in den Weg gelegt. 43 Prozent der befragten Betriebe beklagen, dass die Dokumentationspflichten nach Einführung des Mindestlohns einen deutlichen Mehraufwand bedeuteten. Zumal 64 Prozent nach eigenen Angaben ohnehin mehr zahlen als den Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde.

Auszeichnung Nannten im Herbst noch 41 Prozent der Mittelständler bürokratische Auflagen als drängendstes Problemfeld, waren es in diesem Frühsommer bereits 49 Prozent. Jeder vierte dieser Betriebe hat mit Auflagen der öffentlichen Hand zu kämpfen, 43 Prozent mit Anforderungen von Sozialversicherungen und Kunden. Die Unternehmen stöhnen vor allem unter der Last beim Verfassen von Berichten und Dokumentationen (84 Prozent).

Die Bürokratie hat den Fachkräftemangel von Platz 1 der Problemliste verdrängt. Ein Drittel der Mittelständler fühlen sich von Lohn- und Gehaltskosten belastet. Die Ausgaben für Energie sind dagegen weit ans Ende der Problemskala gerückt. Der seit Herbst 2014 gesunkene Ölpreis zeigt seine Wirkung.

„Solider Aufschwung“ erwartet

Unter dem Strich blicken die kleinen und mittleren Betriebe optimistisch in die Zukunft. Sie erwarten einen „soliden Aufschwung“, meint Thomas Löcker, Bereichsleiter Firmenkunden bei der WGZ Bank. Gründe seien der starke private Konsum, günstige Energie- und Rohstoffpreise und eine hohe Auslandsnachfrage. 77 Prozent bezeichnen ihre geschäftliche Lage als gut – nach 71 Prozent im Herbst. Unzufrieden zeigen sich nur elf Prozent. Jeder zweite Betrieb blickt optimistisch in die Zukunft. In der Umfrage zuvor waren es lediglich 37 Prozent.

Das Konjunktur-Barometer zeigt der WGZ-Umfrage zufolge besonders für Handelsunternehmen nach oben. Sie erwarten steigende Umsätze. „Bestens gefüllt“ seien die Auftragsbücher im Baugewerbe. Der schwache Euro begünstige das Geschäft des exportorientierten Verarbeitenden Gewerbes. Ein Wermutstropfen: Der Beschäftigungsaufbau im Mittelstand lässt nach. Die Unternehmen gehen nur von stabilen Mitarbeiterzahlen aus. Zwei Drittel der Mittelständler wollen in den nächsten Monaten investieren, 33 Prozent ihre Investitionen sogar aufstocken.

Und so wird’s gemacht

Den Initiativpreis NRW verleihen WGZ Bank und einmal jährlich und würdigen damit das Engagement mittelständischer Familienunternehmen.

Gute Leistungen werden in drei Kategorien ausgezeichnet: Schaffung neuer Arbeitsplätze, grüne Technik/Umweltschutz, gesellschaftliches Engagement.

Bewerben können sich Betriebe, die mehrheitlich im Familienbesitz sind und bis zu 500 Mitarbeiter haben. Das Preisgeld beträgt insgesamt 30.000 Euro.

Die Bewerbungsfrist beginnt heute und endet am 25. September 2015. Bewerbungsunterlagen und Ausschreibungsbedingungen: www.initiativpreis-nrw.de