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Karstadt

Berggruen hat keine Verkaufspläne für Karstadt-Premiumhäuser

Nicolas Berggruen, fotografiert für die WAZ Mediengruppe in New York.Foto: Claire Schneider

Zum Entwickeln von Projekten gehören zuweilen Verkäufe und Zukäufe. Haben Sie Verkaufspläne für die Gruppe der Premiumhäuser wie Kadewe oder Oberpollinger?

Berggruen: Nein. Ebenfalls völlig falsch.

Haben Sie nun mit Katar oder dem kanadischen Georg Weston Ltd. verhandelt oder nicht?

Berggruen: Und auch das ist aus der Luft gegriffen. Sie wollen jetzt aber hoffentlich nicht alle Zeitungsenten der letzten Wochen durchgehen, oder?!

Und die Sporthäuser bleiben auch bei Karstadt?

Berggruen: Ja, es gibt auch für die Sporthäuser keine anderen Pläne.

Eine große Entwicklung wäre die von vielen Fachleuten vorhergesagte Fusion mit dem Konkurrenten Kaufhof. Unter Ihrer Eigentümerschaft?

Berggruen: Da ich Karstadt übernommen habe, um es zu behalten, ja klar! Das wäre eine Option, die sehr viel Sinn machen würde. Aber dazu gehören immer zwei und derzeit gibt es leider keine Anhaltspunkte dafür, dass sich die aktuelle Situation ändern könnte.

Schlecker-Sanierung erschien nicht möglich

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Hoffnung für die 13.500 Schlecker-Beschäftigten: Investor Nicolas Berggruen hat sein Interesse für die insolvente Drogeriemarktkette offiziell bestätigt. Doch damit ist eine mögliche Zerschlagung des Konzerns noch nicht vom Tisch.

Sie scheinen schwierige Geschäfte reizvoll zu finden. Warum haben Sie für die Schleckerfilialen geboten?

Berggruen: Wir haben uns das Thema lediglich angeschaut, konkret geboten haben wir dann aber nicht.

Und woran ist es gescheitert?

Berggruen: Eine Sanierung erschien uns unter den damals bestehenden Rahmenbedingungen einfach nicht möglich. Anders übrigens als zuvor im Fall von Karstadt. Das war aber unsere ganz persönliche Einschätzung.

Sie entstammen einer Kunstsammler-Familie, was reizt Sie selbst an zeitgenössischer Kunst?

Berggruen: Diese Kunst ist für mich regelrecht lebendig. Sie entspringt unserer Zeit und vermittelt uns ihren eigenen Blick auf die Gegenwart.

Ihr Lieblingsbild?

Berggruen: Ich liebe alle meine Bilder, aber jedes ein bisschen anders.

Wann haben Sie denn das letzte Mal bei Karstadt eingekauft?

Berggruen: Ich shoppe sehr, sehr wenig, aber wenn ich bei Karstadt bin und mir gefällt etwas, freue ich mich und kaufe es natürlich sehr gern.

Thomas Wels

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Kommentare
08.10.2012
17:38
Karstadt-Eigner Berggruen sieht Karstadt als
von astor97 | #2

für wen ein Juvel?... sicher nicht für die 2000 Beschäftigten, die gehen müssen... schönen Tag noch... ergänzen möchte ich noch... es gibt wie immer ....nur einen Verlierer... und das sind die Menschen, die ihren Buckel hinhalten...

08.10.2012
07:44
Karstadt-Eigner Berggruen sieht Karstadt als
von Marxururenkel | #1

Oh wie schön und überzeugend, dass Berggruen sich zu Karstadt bekennt. Ein solches Interview ist schon alleine deswegen überflüssig, weil es in der Geschichte nicht einen Investor und Sanierer gibt, dessen Engagement langfristig dem Wohl von Unternehmen und Beschäftigten galt. Letztlich wurde das Unternehmen entweder verkauft oder liquidiert, wenn Gewinne und Aktiennotierungen nicht erwartungsgemäß stiegen. Siehe Mannesmann/ D2 oder Babcock....
Herren (und Damen) wie Berggruen haben nur ein Ziel: Kapitalvermehrung.
Können wir vom Ochsen denn etwas anderes als Rindfleisch erwarten? Oder glaubt wirklich noch jemand an das Märchen von der sozialen Marktwirtschaft?

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