Benko erneut im Visier der Staatsanwälte

Wien..  Der österreichische Immobilienunternehmer und Karstadt-Eigner René Benko hat Ärger mit der Justiz. Die Wiener Staatsanwaltschaft geht Korruptionsvorwürfen in Zusammenhang mit dem Bau seines Luxus-Chalets in Lech am Arlberg nach. „Wir ermitteln in dem Fall wegen des Verdachts der Vorteilszuwendung und der Vorteilsnahme“, sagte ein Sprecher der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft der „Wirtschaftswoche“.

2011 hatte Benko einen maroden Berggasthof erworben und auf dem Areal sein „Chalet N“ errichten lassen. Mit der Gemeinde, die ein Vorkaufsrecht hatte, soll sich Benko gegen 250 000 Euro auf einen Verzicht des Vorkaufsrechts geeinigt sowie weitere 250 000 Euro „im Rahmen einer zeitlich vernünftigen Abwicklung der Genehmigungsverfahren für sein Projekt“ gezahlt haben, wie die „Wirtschaftswoche“ aus einem Sitzungsprotokoll des Gemeinderats zitiert. Die Ermittlungen laufen seit Januar. Ein Ende sei derzeit nicht seriös abschätzbar, sagte ein Justizsprecher gestern.

Die Wiener Staatsanwälte hatten Benko bereits 2009 wegen des Verdachts auf Geldwäsche im Visier, diese Ermittlungen aber 2012 eingestellt. Seinerzeit hatten die Ermittlungen Benkos Werben um den Kaufhof behindert. Nun greift er als Karstadt-Eigner Berichten zufolge erneut nach dem großen Konkurrenten aus Düsseldorf und soll rund drei Milliarden Euro bieten.