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Beim Online-Versandhändler Amazon wird erstmals an zwei Tagen gestreikt

17.06.2013 | 07:38 Uhr
Beim Online-Versandhändler Amazon wird erstmals an zwei Tagen gestreikt
Die Fronten zwischen Amazon und Verdi bleiben verhärtet. Foto: dpa

Leipzig.  Im Konflikt um einen Tarifvertrag für die Mitarbeiter des Internet-Versandhändlers Amazon hat die Gewerkschaft Verdi erstmals einen mehrtägigen Streik angekündigt. Im größten deutschen Versandlager in Bad Hersfeld und am Standort Leipzig sollen die Mitarbeiter am Montag und Dienstag die Arbeit ruhen lassen.

Die Gewerkschaft Verdi hat beim Internet-Kaufhaus Amazon im Streit um eine Tarifbindung zu Wochenbeginn den Druck erhöht. An den Standorten Leipzig und Bad Hersfeld rief Verdi erstmals zu einem mehrtägigen Streik auf, der bis einschließlich Dienstag dauern sollte. An den beiden Standorten beteiligten sich am Montag insgesamt 1200 Beschäftigte, die Gewerkschaftschef Frank Bsirske in einer Rede in Leipzig Unnachgiebigkeit in der Auseinandersetzung ermunterte. Verdi fordert von dem Internet-Kaufhaus eine Bezahlung, die dem Branchen-Tarifvertrag des Einzel- und Versandhandels entspricht.

Die Unternehmensführung lehnt eine solche Tarifbindung bisher ab. Das US-Unternehmen orientiert sich an der niedrigeren Bezahlung in der Logistikbranche. Laut Verdi gibt es kein Urlaubs- und kein Weihnachtsgeld, zudem werden Nachtarbeitszuschläge erst ab Mitternacht gezahlt.

Hintergrund
Amazon-Mitarbeiter streiken wieder für einen Tarifvertrag

Verdi macht Druck auf den größten Online-Händler Deutschlands: Die Gewerkschaft hat die Beschäftigten von Amazon in Leipzig und Bad Hersfeld erneut zum Streik aufgerufen. Verdi will mit dem Streik einen Tarifvertrag für die rund 9000 Beschäftigten durchsetzen.

hat Verdi bereits mit unbefristeten Streiks gedroht. Verdi hatte in den vergangenen Wochen immer wieder zu Warnstreiks aufgerufen. Dabei hätten sich immer mehr Beschäftigte beteiligt, erklärte Verdi. Zahlreiche Amazon-Beschäftigte sind allerdings nicht bei Verdi organisiert und legten daher in der Vergangenheit ihre Arbeit nicht nieder.

Auch unbefristeter Streik möglich

Für den Fall, dass Amazon weiterhin nicht auf die Forderungen der Gewerkschaft eingeht,

Amazon ist der weltweit führende Onlinehändler. Das Unternehmen betreibt in Deutschland insgesamt acht Logistik- und Versandzentren, dazu zwei Kundenzentren für die Bestell- und Bezahlvorgänge sowie eine Zentrale in München. 9000 der weltweit mehr als 88.000 Mitarbeiter beschäftigt Amazon hierzulande. Am größten deutschen Amazon-Standort Bad Hersfeld arbeiten rund 3300 Menschen, in Leipzig sind es 2000 Mitarbeiter. (afp/dpa)



Kommentare
17.06.2013
15:29
Ihr sollt arbeiten!
von Samenschock | #4

Streiken könnt ihr im Urlaub - auf Malle.

17.06.2013
11:03
Beim Online-Versandhändler Amazon wird erstmals an zwei Tagen gestreikt
von hanshorsthausen | #3

Die Logistikbranche gehört doch ebenfalls zum ver.di-Bereich. Sind die Helden der Arbeiterklasse nicht in der Lage dort ordentliche Tarife einzuführen.
Außerdem, werden die Beschäftigten bei Amazon mit Waffengewalt zur Arbeit gezwungen oder schließen die freiwillig einen Arbeitsvertrag mit Ammazon.

1 Antwort
Beim Online-Versandhändler Amazon wird erstmals an zwei Tagen gestreikt
von Ismet | #3-1

Auf die freiwillige Tour eines Mindesteinkommens brauchen Sie bei der Wirtschaft nicht kommen. Dazu muss ein Flächendeckendes Gesetzt her.

Nur Mutti will das nicht!!!!!

17.06.2013
09:04
Beim Online-Versandhändler Amazon wird erstmals an zwei Tagen gestreikt
von nussknacker | #2

hier hilft nur ein Generalstreik von 4 Wochen, damit die "geiz-ist-geil"-Generation endlich aufwacht.
Klar, wenn man von Papis Geld bei Amazon einkauft, dann merkt man nicht die Ungerechtigkeit der Bezahlung.
Aber wehe, das Töchterlein muss selber Geld verdienen ....

17.06.2013
08:40
Beim Online-Versandhändler Amazon wird erstmals an zwei Tagen gestreikt
von TerWut | #1

Wenn Verdi überzeugt ist das Amazon nach dem falschen Tarfvertrag zahlt bleibt doch der Weg zum Arbeitsgericht.Warum macht Verdi das wohl nicht?

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