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Beim Energieversorger RWE droht weiterer Stellenabbau

18.06.2012 | 10:54 Uhr
Beim Energieversorger RWE droht weiterer Stellenabbau
Der künftige Vorstandsvorsitzende der RWE AG, Peter Terium.Foto: David Hecker/dapd

Essen.   Nicht nur bei E.on stehen den Mitarbeitern harte Einschnitte bevor. Auch der Essener Konzern will offenbar weiter Stellen streichen. Das deutete der designierte Chef Peter Terium an. Zudem vollzieht er einen Bruch mit dem Atomkurs seines Vorgängers Jürgen Großmann.

Bei Deutschlands zweitgrößtem Energieversorger RWE droht ein weiterer Stellenabbau. „Auch bei RWE stehen harte Entscheidungen an“, sagte der künftige RWE-Chef Peter Terium wenige Wochen vor seinem Amtsantritt. Das Unternehmen werde das Geschäft mittel- und langfristig mit weniger Mitarbeitern führen müssen. Allerdings soll der Stellenabbau nach seinen Worten sozialverträglich erfolgen.

Details nannte der Manager nicht. Zuerst wolle das Unternehmen die notwendigen Maßnahmen mit den Mitarbeitern besprechen. Terium betonte: „In drei Jahren wird der Konzern nicht mehr die gleichen Strukturen haben wie jetzt.“ Solche Anpassungen seien ein ständiger Prozess.

Terium rückt zum 1. Juli an die Spitze des zweitgrößten deutschen Versorgers.

Bruch mit Großmanns Kurs

Terium will zudem einen Schlussstrich unter den Pro-Atom-Kurs seines Vorgängers Jürgen Großmann ziehen. RWE werde keine neuen Atomkraftwerke mehr bauen, weder im Ausland noch im Inland, sagte der Manager wenige Wochen vor seinem Amtsantritt. Das finanzielle Risiko von Reaktor-Neubauten sei „für den Konzern nicht zumutbar“.

Der Schritt hatte sich bereits Ende März abgezeichnet, als RWE und E.on ihre Pläne aufgaben, gemeinsam in Großbritannien mit einem Kostenaufwand von bis zu 17 Milliarden Euro fünf bis sechs neue Atomkraftwerke zu bauen. Das eigens dafür gegründete Gemeinschaftsunternehmen Horizon Nuclear Power steht nun zum Verkauf.

Statt in Atomkraft will Terium verstärkt in erneuerbare Energien investieren. Dabei kommt auch die bislang von RWE eher kritisch beurteilte Solarenergie zu neuen Ehren. Der Preisverfall bei Solarmodulen sei um ein Vielfaches höher ausgefallen als erwartet, sagte Terium. Vor allem in Südeuropa und Nordafrika würden Investitionen in Sonnenenergie damit attraktiv. Doch auch in Deutschland sei das Unternehmen bereit, zusammen mit Partnern wie etwa den Stadtwerken den Bau von Solarparks voranzutreiben, wenn der Subventionsrahmen stimme.

Vorläufig keine neuen Kohle- und Gaskraftwerksprojekte

Terium setzt sich damit deutlich von seinem Vorgänger Großmann ab, der einer der profiliertesten Atomkraft-Befürworter in Deutschland war und in Schlüsselrolle bei der Verlängerung der Reaktorlaufzeiten kurz vor der Atomkatastrophe von Fukushima spielte. Auch nach der Energiewende hatte Großmann wenig Zweifel daran gelassen, dass er den raschen Ausstieg aus der Kernenergie für einen Fehler hielt.

Doch auch beim Bau neuer Gas- und Kohlekraftwerke tritt Terium auf die Bremse. Auch konventionelle Kraftwerksprojekte werde RWE „in absehbarer Zeit“ nicht in Angriff nehmen, sagte der Manager. Die regulatorischen Rahmenbedingungen dafür seien in Europa zurzeit nicht gegeben. Der Hintergrund: Wegen des Einspeisevorrangs für erneuerbare Energien und gesunkener Großhandelspreise wird der Betrieb konventioneller Kraftwerke für die Energiekonzerne zunehmend unattraktiv. (dapd)

 

 



Kommentare
19.06.2012
18:50
Stellen-Abbau
von Visionaer | #8



Huch, die Marktwirtschaft hält auch bei RWE Einzug. Ich freu mich ..

Kenne persönlich viele Mitarbeiter des o.g., symphatischen Monopolisten ... äh Konzerns.

Viele dieser Menschen sind über exorbitante Gehälter, Privilegien (z.B. kostenlos Strom, Gas), Zulagen und Goodies so dermassen Ü-B-E-R bezahlt, das sich -mein- Mitleid in sehr engen Grenzen hält.
Darüberhinaus sind einige der mir bekannten Exemplare auch noch mit einer gesunden Arroganz dem gemeinen Stromkunden gegenüber gesegnet.
(O-Ton zu angelassenem Licht im Wohnzimmer: "Ach ja, -du- must den Strom ja bezahlen").

1 Antwort
Beim Energieversorger RWE droht weiterer Stellenabbau
von widderfisch | #8-1

Von Umsonst kann keine Rede sein!
1. Der Mitarbeiter zahlt alle Steuern und Umlagen für das Deputat.
2. Mehrverbrauch wird nach Kundentarif in Rechnung gestellt.
3. Geldwertvorteil wird ebenfalls versteuert.
Deputate gibt es auch im Bergbau, Brauereien, Forstwirtschaft usw.

19.06.2012
16:45
Beim Energieversorger RWE droht weiterer Stellenabbau
von meinemeinungdazu | #7

Der Weg ist richtig, weil die Energierzeugung immer mehr dezentralisiert wird. Das bringt reichlich neue Arbeitsplätze.

19.06.2012
11:27
Beim Energieversorger RWE droht weiterer Stellenabbau
von feierabend | #6

DIE verdienen viel zu viel GELD, Anerkennung und Aufmerksamkeit. Wenn die Energiekonzerne und Behörden ihren Angestellten
Gehälter wie kleinen Beamten zahlen würden könnten sie auch ihre Mitarbeiter halten! Hier war wohl mal wieder die Gier größer als das soziale Denken, Wissen und Engagement.

18.06.2012
20:16
Beim Energieversorger RWE droht weiterer Stellenabbau
von wilbec | #5

Behaupten die Grünen nicht immer, daß durch die Erneuerbaren hunderttausende neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Das RWE müßte nach dem Umstieg in die Erneuerbaren doch Leute einstellen.

18.06.2012
16:36
Beim Energieversorger RWE droht weiterer Stellenabbau
von feder24 | #4

Da RWE seinen Stammsitz in NRW hat, spielt auch der neue Koalitionsvertrag von Kraft/SPD-Grün eine Rolle für ein großes Wirtschaftsunternehmen.

Kraftwerke sind Chef/In -Sache, sagt Frau Kraft. Aber wie ist es mit den fast fertigen Anlagen ( ca. 3-4 Milliarden verbaut) Datteln und Lünen? Da soll laut Frau Kraft die Justiz entscheiden!
Armes Grünland-NRW!

2 Antworten
Beim Energieversorger RWE droht weiterer Stellenabbau
von Pit01 | #4-1

#4
Welches Rechtverständnis haben Sie denn? Bauen Sie Ihr Haus auch ohne Baugenehmigung, wie Eon?

Beim Energieversorger RWE droht weiterer Stellenabbau
von wilbec | #4-2

Noch eine Atwort an PIT1

1. Lag bei Baubeginn eine Baugenehmigung vor.
2. Wenn Sie ohne Baugenehmigung bauen werden Sie zu Recht bestraft.
3. Ein Hausbau mit einem Kraftwerk, das der Versorgung der Allgemeinheit dient zu vergleichen ist recht unpassend.

18.06.2012
15:36
Beim Energieversorger RWE droht weiterer Stellenabbau
von woelly | #3

RWE wird unter Rot Grün auch noch verstaatlicht! Die bauen in NRW eine DDR II auf!

4 Antworten
Beim Energieversorger RWE droht weiterer Stellenabbau
von amo17 | #3-1

Wieder vollkommen neben der Spur.
Sprechen Sie mal mit Leuten, den in der DDR Unrecht widerfahren ist.
Und dann sprechen wir mal über ihre Probleme mit der Landesregierung.

Beim Energieversorger RWE droht weiterer Stellenabbau
von FernerBeobachter | #3-2

2. Nein, keine DDR.
1. Ja. das könnte passieren, wenn RWE sich nicht "fügt" und keine Gaskraftwerke, Photovoltaikdächer und HGÜ-Leitung vom der Eifel zum Polarkreis baut. Die Kosten trägt dann aber nicht der Stromkunde, sondern der in NRW lebende Steuerzahler.

Beim Energieversorger RWE droht weiterer Stellenabbau
von Pit01 | #3-3

#3

Nennen Sie mir doch einmal von rotgrün verstaatlichte Objekte in NRW.

Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #3-4

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

18.06.2012
13:12
@1
von FernerBeobachter | #2

Dass der normale Bürger die "Energiewende" nicht als das erkennt, was sie ist (ein durchschaubarer Vorwand Angies, um nach der mit medienwirksamem Ernst verkündeten Rücknahme der CO2-Milderungs-Kernkraft-Laufzeitverlängerung nicht als unglaubwürdig darzustehen), ist ein Sieg der konsequenten medialen Stimmungsmache.
Die sogenannten frei denkenden Bürger wollen - eingelullt von kanonischer Werbung für "Bürgersolar-" und "-windparks" und alten und neuen Weltuntergangsmeldungen alte Kohle- und Kernkraftwerke irgendwo in der restlichen Welt, viel lieber glauben, dass ein paar Windmühlen hier, ein paar Photovoltaikdächer da, und ein paar Kilometer Erdkabel, und das ganze natürlichst ohne Preisaufschlag.
Mit der richtigen Stimmungsmache... (und wenn ich den Gedanken ausformuliere, werde ich zensiert. Sie können sich denken, warum).

18.06.2012
11:00
Beim Energieversorger RWE droht weiterer Stellenabbau
von tagesschau | #1

Das sind die teuren Konsequenzen der "grünen", unsozialen Politik und der sog. "Energiewende" (Propagandawort!). Und das ist erst der Anfang... Die Strompreise werden weiter steigen: Der Stromkunde wird als Melkkuh missbraucht. Warum wehren sich die Bürger nicht endlich?

1 Antwort
Beim Energieversorger RWE droht weiterer Stellenabbau
von wilbec | #1-1

Der vorletzte Satz bedarf einer Ergänzung. Und zwar mißbraucht die Solarlobby den Stromkunden zum Füllen Ihrer Taschen.
Acht Prozent Garantie auf Aktien bei Procon, subventioniert von den Stromkunden. Noch Fragen?

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