Sicherheit
Banken wollen Kartenbetrüger austricksen
17.08.2009 | 12:44 Uhr 2009-08-17T12:44:00+0200
Essen. Die Kreditinstitute begegnen der Gefahr von EC-Kartenbetrügern nun mit neuer Technik und ungewöhnlichen Tricks: Früher musste die Tür zum Vorraum mit den Geldautomaten nach Geschäftsschluss in der Regel mit der EC-Karte geöffnet werden. Das ist nun anders. Trotzdem warnt die Polizei.
Aus Sicherheitsgründen hält die Sparda-Bank West jetzt auch nach Geschäftsschluss die Türen offen. Das klingt skurril, ist aber eine von zahlreichen neuen Abwehrmaßnahmen, mit denen Geldinstitute versuchen, ihre Kunden vor „Skimming”-Betrügern zu schützen. „Skimming” heißt so viel wie „abschöpfen” und bedeutet, dass Kriminelle mit speziellen Geräten an Türöffnern oder Geldautomaten die Daten von EC-Karten auslesen, zudem die Geheimzahl ausspähen und dann mit kopierten Karten die Konten der oft ahnungslosen Kunden plündern.
Die Zahl dieser Betrugsfälle hat sich im ersten Halbjahr stabilisiert – wenngleich auf hohem Niveau. Bis Juni wurden bundesweit 413 Fälle gemeldet, bei denen Geldautomaten oder Türöffner von Bank-Filialen von Betrügern manipuliert wurden. Im Vorjahreszeitraum waren es nach einem deutlichen Anstieg noch 431 Fälle, teilt die Firma Euro Kartensysteme auf NRZ-Anfrage mit. NRW sei von dieser Masche am stärksten betroffen. Hier ging die Zahl von 139 auf 128 zurück.
Manipulationen der Türöffner
Als Grund für den Rückgang nennt Margit Schneider, Leiterin Sicherheits-Management bei Euro Kartensysteme, unter anderem verschärfte Sicherheitsvorkehrungen an den Türen. „Im vergangenen Jahr ging es in 30 Prozent der Fälle um Manipulationen der Türöffner.” Offenbar installierte manch Krimineller sein Lesegerät lieber im Halbdunkeln der Tür als am von Kameras überwachten Automaten. Nun hätten viele Kreditinstitute reagiert, so Schneider.
Früher musste die Tür zum Vorraum mit den Geldautomaten nach Geschäftsschluss in der Regel mit der EC-Karte geöffnet werden. „Das war Standard”, sagt Bernd Küppers, Sicherheitsexperte beim Rheinischen Sparkassen- und Giroverband. Mittlerweile gingen Geldinstitute jedoch vermehrt dazu über, die Türöffner abzubauen, und freien Zutritt zu gewähren, um Betrügern die Angriffsmöglichkeit an den Kartenlesern zu nehmen. Auch die Sparkasse am Niederrhein verfahre so, sagt Küppers. Dort würden die Türen indes um Mitternacht automatisch verriegelt, wenn Bewegungsmelder registrieren, dass der Vorraum leer ist.
Manipulierte Technik fällt kaum auf
„Sie können nicht an jedem Standort die Türen offen lassen”, sagt Küppers mit Verweis auf Vandalismus-Gefahren und den Wunsch mancher Kunden, ihre Geldgeschäfte in diskreter Umgebung erledigen zu können. Deshalb seien viele Türöffner modernisiert worden, so dass sie sich etwa - ähnlich wie moderne Geldautomaten - abschalten, sobald an ihnen herumgeschraubt wird.
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Dennoch warnt Küppers vor Sorglosigkeit beim Geldabheben. An den Automaten würden Täter mittlerweile derart ausgefeilte Technik - „Skimming 2.0” - einsetzen, die selbst dem geschulten Auge kaum auffällt. Während unscheinbare Aufsätze am Kartenschlitz die Kartendaten einlesen, würden die Täter durch einen hauchdünnen Aufsatz auf der Tastatur die Geheimzahl speichern, warnt auch die Polizei. Zwar bemühen sich die Automatenhersteller, auch diesem Trick mit neuer Technik zu begegnen. Doch bis dahin rät die Polizei, möglichst nur bekannte Automaten zu benutzen und mögliche Umbauten sofort zu melden. Zudem sollten Kunden regelmäßig ihre Kontoauszüge auf illegale Abbuchungen überprüfen und sich gegebenenfalls an ihre Bank wenden, rät Küppers.

22:03
Die Artikelüberschrift passt aber nicht zum Inhalt.
21:11
Selbstverständlich auf Kosten der KUNDEN....
12:49
Solange es Oberlandesgerichte gibt, die das EC-Kartensystem als sicher bezeichnen, wird sich nicht wirklich etwas ändern.