"Banken müssen zerschlagen werden"
18.09.2009 | 06:28 Uhr 2009-09-18T06:28:00+0200
Essen. Die Politik hat nichts aus der Finanzkrise gelernt, die Zockerei geht ungestört weiter. Es wird harte Einschnitte bei den Sozialbudgets geben. Dieses ernüchternde Fazit zieht Heiner Flassbeck, Chef-Volkswirt der UNO-Organisation für Welthandel und Entwicklung. Er fordert radikale Maßnahmen.
Was hat die Welt aus der Lehman-Pleite und der Finanzkrise gelernt, Herr Flassbeck?
Heiner Flassbeck: Wenig bis gar nichts. Das fängt schon bei der Analyse an. Es gibt in der Politik und in den Medien die unheilvolle Tendenz, die derzeitige Situation allein auf die Subprime-Krise in den USA zurückzuführen. Falls wir nur über geplatzte Kredite an Häuslebauer sprechen würden, wäre das ein rein amerikanisches Problem geblieben. Wir hatten aber vier oder fünf Blasen gleichzeitig, wahnsinnige Spekulationen an Rohstoffmärkten, Börsen, Währungsspekulationen. Das war und ist ein reiner Casinobetrieb.
Sind die aktuellen Lösungsansätze richtig?
Flassbeck: Das zentrale Problem ist noch immer nicht verstanden worden. Man kann Casinospiele, bei denen insgesamt niemals ein Ertrag herauskommt, nicht mit Schulden betreiben. Denn dann scheitern Banken zwangsläufig.
Die Politik will jetzt die Eigenkapitalanforderungen erhöhen.
Flassbeck: Erhöhen – was heißt das schon. Es gibt nur eine richtige Eigenkapitalquote für Casinogeschäfte und die beträgt 100 Prozent. Für Zocken dürfen keine Schulden aufgenommen werden, Punkt.
Massive Schulden haben die Staaten aufgenommen, um Banken zu retten.
Flassbeck: Es sind private Schulden gegen staatliche Schulden getauscht worden. Private Schulden, denen rein gar nichts Produktives gegenübersteht. In den Industriestaaten werden die Staatsschulden im Verhältnis zum Bruttosozialprodukt um 20 bis 25 Prozent steigen. Leidtragende werden diejenigen sein, die vom Staat abhängig sind. Es wird harte Einschnitte in den Sozialbudgets geben, statt zu fragen, wie man die zur Kasse bitten kann, die schuld an allem sind. In Deutschland wird die Diskussion darüber am Abend des 27. Septembers beginnen.
Motiviert das Eingreifen des Staates die Banken zum Zocken?
Flassbeck: Ja. Man sieht, dass die Casinos wieder geöffnet sind, alle schädlichen Aktivitäten sind voll im Gange, als wäre nichts gewesen. Wir subventionieren das. Die Risiken sind für die Banken sogar geringer geworden. Das ist das eigentliche Versagen des Staates. Er hätte parallel zu den Stützungsmaßnahmen massiv regulierend eingreifen müssen.
Das heißt?
Heiner Flassbeck, Jahrgang 1950, ist seit November 2000 Chef-Volkswirt der UNO-Organisation für Welthandel und Entwicklung (UNCTAD). Zuvor war der Wirtschaftswissenschaftler zwischen 1998 und 1999 Staatssekretär im Bundesfinanzministerium. Finanzminister war seinerzeit Oskar Lafontaine. Flassbeck gilt als einer der bedeutensten deutschen Verfechter keynesianischer Finanz- und Währungspolitik.
Flassbeck: Währungsspekulationen gehören verboten, Rohstoffspekulationen müssen eingedämmt werden. Außerdem hätte man die Investmentsparten von Banken abtrennen sollen.
Banken müssen zerschlagen werden?
Flassbeck: Ja. Die großen Banken müssen zerschlagen werden. Es gibt keinen Grund, Investmentsparten zu schützen, die hätte man pleite gehen lassen sollen. Schützenswert ist nur der relevante Teil der Bank, wo normale Bankgeschäfte getätigt werden und die Kundeneinlagen liegen. Banken müssen endlich wieder zu Dienstleistern der Realwirtschaft werden. Auch wenn damit keine Renditen von 25 Prozent erzielt werden können.
Was erwarten Sie sich vom Weltfinanzgipfel in Pittsburgh in der kommenden Woche?
Flassbeck: Ich erhoffe mir nicht viel. So setzt beispielsweise die Boni-Diskussion am falschen Punkt an. Damit bekämpft man nur die Folge der schädlichen Aktivitäten, nicht die Aktivitäten selbst. Die Politik säumt das Pferd am falschen Ende auf.
Über was sollte die Politik stattdessen sprechen?
Flassbeck: Wir brauchen ein neues globales Geldsystem. Als das Bretton-Woods-System fester Wechselkurse samt strenger Regulierungen der Finanzmärkte galt, gab es keine internationalen Finanzkrisen.

00:41
r.kant, Sie haben Ihren Satz nicht mit einem Punkt beendet. Kann es sein, dass Sie erregt sind und Flüchtigkeitsfehler begehen.
18:33
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14:24
Wie heißt es noch so schön ;
Geld regiert die Welt, und davor müssen auch
Politiker einknicken, trotz aller großen Sprüche
12:16
Zur Sache: Flasbeck - sicher kein Kommunist - hat nicht die Zerschlagung aller Banken gefordert, wie der Titel des Interviews irrtümlich meint - sondern die Abtrennung der Investnmentbanken.
Dies fordern namhafte Wirtschaftswissenschaftler aller Couleur schon lange.
Mit seiner These, reines Finanz-Investment nur ohne Schulden zuzulassen , sollte man sich die sachlich auseinander setzen statt persönliche und ideologische Beleidigungen auszusprechen.
Die weitere These , Spekulation auf Rohstoffe einzudämmen, hat selbst Obama zu einem Gesetz veranlasst, die Spekulation zu begrenzen.
Also Sachdiskussion ist gefragt, nicht ideologische Grabenkämpfe. Dazu ist das Thema zu ernst für uns alle.
10:00
Laut unbestätigten Meldungen sollen sich freigesetzte Banker sich schon wieder mir der Financial Times zudecken wenn sie auf der Parkbank nächtigen. Es geht wiede aufwärts!
08:27
Es gibt Dinge auf dieser Welt, die es nicht geben kann, weil es Sie nicht geben darf. Es gibt auch eine Partei auf dieser Welt, die keiner wählt, wie in einem schlechten Film. Man kann ihn nur verdrängen und genau das ist deren Vorteil. Davor sollte man wirklich ANGST haben und den Leuten, die dorthin eingeladen werden. Das diese Treffen stattfinden, wird nirgendwo berichtet, sie finden aber jährlich statt! Ich kommentiere diesen Link auch nicht, sondern überlasse jedem Leser, sich selbst seine Meinung zu BILDEN, - Geld regiert die Welt, nichts anderes und das schon lange - :
http://de.wikipedia.org/wiki/Bilderberg-Konferenz
07:31
Solange die Regierung die Machenschaften der Banken, Manager & Co. deckt, zocken diese weiter. Die Regierung ist doch auch nicht besser als die Banken. Die Regierung zockt uns doch auch ab und belügt und betrügt.
06:51
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02:12
@r.bärmlich
Wären die Wahlen im Sommer gewesen, hätte ich beinahe ihre s.wuchtel gewählt. Aber Sie konnten mich überzeugen und das find ich schon r.staunlich. So viel r.brochenes auf einen Haufen, haben mich überzeugt, das man dort nur b.schissen wird. Nun wähle ich auch die Linksfraktion, weil die anscheinend r.haben sind. Freundliche Grüße r.finder
00:48
[13:30] Leserinformation zu Deutscher Bank:
Die Quelle sagt ganz klar: bereits am Wochenende, und vor allem an besagtem Dienstag (15.9.), liefen die Chefetagen heiß.
Weitere Informationen zur DB lauten darauf, daß bereits Morgen die mittleren Chargen (middle management) über die brisante Sachlage informiert werden:
Die Deutsche Bank wird teilverstaatlicht und Staatsbank von Merkels Gnaden.
Entweder dieses Wochenende und Frau Merkel verkauft es als Phyrossieg (Die Retterin) vor der Wahl ODER direkt am Wahlwochenende, welches durch die mediale Berichterstattung der Wahl überschattet wird.
Ackermann ist Medienprofi und weiß genau, wann man eine News gekonnt platziert bzw. in diesem Fall an der Berichterstattung vorbei lotst.
Die Schieflage der DB in den USA ist gewaltig und die Insiderverkäufe (vor allem der US Chargen) ergeben bald einen tieferen Sinn.
Die Quelle wagte einen Vergleich mit dem Niedergang der Commerzbank vor einem Jahr - d.h. ein Rette sich wer kann bei den Insidern.
Die Folgen: eine (wohl letzte) Aufwärtsbewegung für den US-Dollar und Schwächung des Euro, was uns europäischen Bugs zu gute kommen dürfte.
Ich spekuliere hier auf 800 Euro die Unze bis zur ersten Oktoberwoche. Jetzt ist Europa dran!
Die Quelle geht davon aus, daß nach der Wahl kein Gold und Silber ohne Identitätsnachweis mehr zu bekommen sind (d.h. der Staat weiß spätestens ab dann genau, WER Gold)!
Got Real Money?