Bald Entscheidung über Nachfolge von Mehdorn?
31.03.2009 | 20:41 Uhr 2009-03-31T20:41:00+0200
Berlin. Die Entscheidung darüber, wer Hartmut Mehdorn als Bahnchef beerben wird, könnte bereits am Dienstagabend fallen. Das hat Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) angedeutet, der einen schnellen Entschluss versprach. Fahrgastverbände und Gewerkschaften legen dabei Wert auf einen Kurswechsel.
Die Suche nach einem Nachfolger für den zurückgetretenen Bahnchef Hartmut Mehdorn läuft auf Hochtouren. Noch am späten Dienstagabend wollten sich Vertreter der großen Koalition in Berlin treffen, um über den Vorstandsvorsitz der Deutschen Bahn zu beraten, wie Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am Dienstag im ARD-«Morgenmagazin» sagte. Unterdessen hielten die Spekulationen, wer das Amt übernehmen könnte, an. Fahrgastverbände und Gewerkschaften forderten indes eine Neuausrichtung der Bahn.
Tiefensee will schnell entscheiden
Tiefensee stellte eine zügige Entscheidung in Aussicht. «Wir wollen gemeinsam eine Person suchen, die für die Position geeignet ist. Da werden wir parteipolitische Farbenspiele hinten anstellen», sagte er. Ob bereits bei dem Treffen am Dienstagabend eine Entscheidung zu erwarten sei, ließ er allerdings offen. Die Entscheidung werde gemeinsam mit dem Aufsichtsrat und den Gewerkschaften fallen. Es soll kein Übergangskandidat gefunden werden, sondern eine Langzeitstrategie im Blick gehalten werden, sagte der Minister.
CSU-Verkehrsexperte Hans-Peter Friedrich (CSU) warnte vor einer überstürzten Entscheidung. »Ich halte es für verfrüht, bereits am Dienstagabend eine Entscheidung zu fällen", sagte er den ddp/Dow Jones Wirtschaftsnachrichten. Zunächst müsse das Anforderungsprofil insbesondere mit Blick auf die Wirtschaftskrise festgelegt werden. Denkbar sei auch eine Doppelspitze, mit einem Vorstandsvorsitzenden für die Deutsche Bahn AG und einem für die Tochter DB Mobility Logistics. Mehdorn hatte beide Posten in Personalunion innegehabt.
Verbände fordert Investitionen in die Fläche
Unterdessen hielten die Spekulationen über mögliche Mehdorn-Nachfolger weiter an. Zuletzt wurden die Namen des Ende August aus Altersgründen ausscheidenden Fraport-Vorstandsvorsitzenden Wilhelm Bender und des Chefs der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, genannt. Weise wollte sich dazu bei der Bekanntgabe der Arbeitsmarktzahlen am Dienstag nicht äußern.
Der Fahrgastverband Pro Bahn forderte in der «Berliner Zeitung» vom Dienstag, die Deutsche Bahn müsse endlich aufhören, sich als Weltkonzern für Logistik zu verstehen. «Stattdessen muss sie sich darauf konzentrieren, den Kunden guten Service, gute Züge und ein engmaschiges Schienennetz zu bieten», mahnte Verbandssprecher Hartmut Buyken. Er forderte, weite Teile der Logistiksparte sollten verkauft werden.
Die Bahnexpertin des Verkehrsclubs Deutschland (VCD), Heidi Tischmann, forderte in dem Blatt, das Netz müsse wieder flächendeckend ausgebaut werden. «Zu viele Orte sind von der Bahn inzwischen abgehängt worden», sagte sie.
Bsirske will keine Privatisierung
Der Vorsitzende der Gewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, forderte die Bundesregierung zu einem grundsätzlichen Kurswechsel bei der Bahn auf. «Eine überwältigende Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger ist gegen eine Privatisierung und möchte sicher sein, dass die Bahn nicht in die Hände privater Investoren gerät», sagte er der Zeitung. Im Mittelpunkt müssten jetzt die Transportbedürfnisse der Bahnkunden, der Klimaschutz und der Schutz der Beschäftigten vor Ausforschung stehen.
Die Privatisierung der Deutschen Bahn ist laut Minister Tiefensee zunächst vom Tisch. »Die SPD zielt darauf, dass wir in der nächsten Legislaturperiode die Teilprivatisierung nicht weiter verfolgen«, sagte Tiefensee. Auch nach den Worten des SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering soll eine Teilprivatisierung der Deutschen Bahn nach dem Willen der Partei in den kommenden Jahren kein Thema mehr sein. In der nächsten Legislaturperiode werde es dazu sicherlich nicht kommen, sagte Müntefering im Deutschlandfunk. Darauf werde sich seine Partei auch in ihrem Wahlprogramm festlegen. (ddp)

08:12
Wenn die DB unter Mehdorn wieder 20 Mrd. Schulden aufgehäuft hat und das Netz wie bei der DDR-Reichsbahn auf Verschleiss fährt also zu wenig investiert, dann kann jeder auch Mehdorn Gewinne ausweisen - aber wie lange geht das gut?
Im Nahverkehr wird seit 1994 bestellt mit 7,5 Mrd Euro Staatsgelder und nicht mehr eigenwirtschaftlich Verluste eingefahren, die der Bund dann deckt - auch hier keine Mehdorn-Leistung.
Wenn man weiterhin privatisieren will (bei der Rendite von 3% ?!?) brauch man eh einen Chef für DB ML und einen für das Staatseigentum DB Netz und solange man nicht 100% DB ML privatisiert auch einen Chef für DB Holding.
Nur was soll das bringen? Profitgieriger und kundenfeindlicher als die Mehdorn-Bahn kann es auch keine Heuschrecke ausser der Bahn die Liquidität auszusaugen.
20:07
Wenn man die entstehenden roten Zahlen außer Acht läßt, wird es einem Gewerkschaftsunternehmen DB nicht schlimmer werden.
19:56
Shaun das Schaf übernimmt die DB AG. Schlimmer als unter Mehdorn kann es ja nicht werden...
18:56
Die SPD ist gegen Privatisierung!!!!
Rein in die Kartoffeln, raus aus die Kartoffeln.
Schröder setzt Mehdorn zur Privatisierung ein und die ganze SPD merkt jetzt schon zu was sie ihren Segen (Zustimmung) gegeben hat.
Herzlichen Glückwunsch.
Das Bsirske gegen Privatisierung ist, ist verständlich. Er hätte gerne eine Bahn wo die Gewerkschaft so richtig bestimmen kann was untzergeht.
Die Neue Heimat läßt grüßen.
18:05
nach dem Theater ist wohl nur noch Pest oder Cholera zu erwarten..
17:40
Man sollte diesen Minister dort gleich mit versenken wo man sich namens ableiten kann.