Bahn-Konkurrent startet zu Jungfernfahrt von Hamburg nach Köln
23.07.2012 | 06:45 Uhr 2012-07-23T06:45:00+0200
Köln. Die Deutsche Bahn hat seit Montag neue Konkurrenz: Der Hamburg-Köln-Express (HKX) verbindet bis zu dreimal täglich Hamburg und Köln - zu Kampfpreisen von maximal 60 Euro pro Strecke, aber in alten Wagen aus den 70er-Jahren. Vor dem Start gab es Streit zwischen dem Betreiber und der Deutschen Bahn.
Der Bahn-Konkurrent Hamburg-Köln-Express (HKX) ist am Montagmorgen in Hamburg-Altona zu seiner Jungfernfahrt nach Köln aufgebrochen. Der privat betriebene Fernverkehrszug fährt bis zu dreimal täglich zwischen Elbe und Rhein. Der Bahn-Konkurrent startet mit Kampfpreisen von maximal 60 Euro je Strecke. Die Kunden der Deutschen Bahn bezahlen auf der Strecke zwischen beiden Städten mit der Bahncard 41,50 Euro.
Vor dem Start des neuen Bahn-Konkurrenten hatten sich der Newcomer und das frühere Staatsunternehmen einen Schlagabtausch geliefert. HKX-Chefin Eva Kreienkamp warf der Bahn vor, den Start der privaten Bahn-Fernverbindung von Hamburg nach Köln verzögert zu haben. "Der Infrastrukturanbieter hat uns die Trassen leider nicht zum gewünschten Zeitpunkt zur Verfügung gestellt", sagte sie mit Blick auf die Bahn als Eigentümer des Schienennetzes.
Bahn weist Vorwürfe zurück
Die Bahn wies die Äußerungen zurück. "Die entsprechenden Trassen wurden vielmehr von der DB Netz AG fristgemäß und ohne Beanstandung durch die Bundesnetzagentur zur Verfügung gestellt", teilte die Bahn mit. Trassen der Bahn AG seien für alle Betreiber offen. Wettbewerber könnten sich entsprechend der Verfügbarkeit und der fristgerechten Beantragung diskriminierungsfrei nutzen. Auf dem Netz der Deutschen Bahn verkehrten über 380 Eisenbahnunternehmen.
Nach Angaben von HKX sollte der neue Fernzug eigentlich bereits ab August 2010 zwischen Köln und Hamburg-Altona verkehren. Der HKX ist die zweite privat betriebene Bahn-Fernverbindung in Deutschland. Er startet am kommenden Montag (6.35 Uhr) in Hamburg zur Jungfernfahrt.
Preiskampf mit der Bahn angekündigt
HKX-Geschäftsführerin Kreienkamp kündigte an, die Bahn mir einer aggressiven Niedrigpreisstrategie anzugreifen. "Wir wollen die Deutsche Bahn im Preis-Leistungs-Verhältnis und im Service schlagen", sagte sie. Mit Preisen ab 5 Cent pro Kilometer wolle man attraktiver als der deutlich teurere Mitbewerber sein. Die zurzeit erhältlichen Tickets für 20 Euro auf der Strecke von Hamburg nach Köln seien aber nur ein Eröffnungsangebot.
Langfristig werde HKX den Preis der Nachfrage anpassen. "Wir wollen aber günstiger bleiben als die Deutsche Bahn", sagte Kreienkamp weiter. Der realistische Preis solle bei maximal 60 Euro pro Strecke liegen. Zudem solle jeder Reisende ohne Aufpreis einen festen Sitzplatz und Service am Platz bekommen.
Umsatz von bis zu drei Millionen Euro pro Jahr erwartet
Die Nutzung gemieteter Rheingold-Waggons der 70er-Jahre für die Verbindung begründete Kreienkamp mit hohen Anschaffungskosten für neue Züge. Im kommenden Jahr will HKX mit 18 Wagen, die früher in Österreich fuhren und modernisiert werden, auf der Strecke verkehren. Die Investoren rund um den vorwiegend im amerikanischen Schienengüterverkehr aktiven Hauptinvestor Railroad Development Corporation (RDC) steckten bislang rund 16 Millionen Euro in das Projekt.
In diesem Jahr erwartet Kreienkamp einen Umsatz von bis zu drei Millionen Euro. "Wir rechnen zu Beginn mit 40- bis 50-prozentiger Auslastung der Züge. Mittelfristig wollen wir auf 70 bis 80 Prozent Auslastung kommen", sagte sie. An wann das Unternehmen schwarze Zahlen schreiben muss, sagte die aus der Finanzbranche stammende Managerin nicht: "Es gibt viele Unwägbarkeiten. Alle Businesspläne sind bislang über den Haufen geworfen worden. Deswegen starten wir jetzt und schauen, dass HKX profitabel wird." Die Privatbahn stelle mehr den unternehmerischen Mut als den Businessplan in den Vordergrund. (dapd)

08:12
Der Metropolitan war einfach Klasse. Hielt nicht an jeder Hundehütte und war sehr gut ausgestattet. Alle diese Probleme hätten wir in Deutschland nicht, würden wir die Netze an den Staat zurückführen (zur Not vertstaatlichen ) sowohl das Bahnnetz wie auch die Telekommunikationsnetze und das Gas- und das Stromnetz. In allen Netzen werden die Mitbewerber blockiert und überall stagniert der Ausbau. Die Zeche dafür zahlt der Bürger.
19:18
War alles schon einmal da. Das ist überhaupt nichts neues. Denen gebe ich höchstens 3
Jahre, dann sind die insolvent. Schon die Abkürzung HKX ist ein Witz. Kennt noch jemand die Gesellschaft "Metropolitan"? Sehen Sie, ist ja auch schon 8 Jahre tot. Die damals mit viel Tamtam eingeführten Garnituren laufen heute wieder für die Deutsche Bahn. Als letzte Ergänzung: Die MET befuhren Köln-Hamburg-Köln. Noch Fragen?
18:34
@fogfog
Die Alternative gäbe es allerdings nur, wenn man neben der DB-Strecke eine neue Stecke der Konkurrenz bauen würde.
Wie breit sollten denn die Trassen sein? 1 Kilometer?
Als langjöhrigen Bahnfahrer (mehr als 30 Jahre) kann ich sagen, dass die neuen Privatanbieter im Nahverkehr nicht besser sind. Sie sind sogar schlechter.
Ich freue mich immer wieder, dass manche Linien von der DB betrieben werden.-
12:34
wer sieht wie die bahn einfach mal nen paar s-bahnen streicht der wünscht sich alternativen. die arroganz der bahn und ihrer bediensteten im umgang mit kunden
ist einfach nur selbstherrlich. bei entsprechender konkurrenz wäre die bahn entweder weg vom fenster(warscheinlich) oder pünktlicher und kundenfreundlicher(unwarscheinlich).
die bahn kommt - wenn es ihr passt!!
11:30
In die Wirtschaftlichkeit einer Autofahrt muss man selbstverständlich auch die Fixkosten des Automobils einrechnen.
Allerdings stehen Kosten wie KFZ-Steuer, Versicherung, Rücklagen m.E. nur in geringem Zusammenhang mit einer gelegentlichen Bahnfahrt, da sie sowieso anfallen.
Dazu kann ich mit dem Auto die Fahrt unterbrechen, wann ich will, muss nicht irgendwelche Mitreisenden mit teils befremdlichen Greäuschen und Gerüchen ertragen, kann meine eigene Musik hören, ...
Im Übrigen muss man sehr genau schauen, wo eine Billig-Konkurrenz der Bahn tatsächlich noch sparen kann. An den Trassen- oder Energiekosten? Oder Vielleicht an Personal und Material?
Das eigentliche Problem ist doch, dass Investoren (aber auch die Bahn) in erster Linie Gewinn machen wollen - der Weg dahin ist zweitrangig, die Grenzen werden ausgereizt.
Haha deswegen heißt es auch Grenzerträge xD
09:02
..und noch ne blöde Frage: Ist das jetzt die Konkurrenz für den ICE oder den Regionalexpress?
08:35
Möglich ist das nur, weil man an Personalkosten spart. Man kann auch sagen, man betreibt Lohndumping. Anders geht es nicht.
Und so treibt Deutschland flächenmäßig immer mehr das Lohnniveau herunter, so dass für Otto-Normalverbraucher, dessen Löhne zu gering sind, der Vorteil der billigen Bahnkonkurrenz dahin ist.
01:36
AuroraBorealis | #1 Ein Fiat 500 1.2 verbraucht ca. 5,1 Liter auf 100 KM. Da kann man aber keine 2 Fahrräder mitnehmen, und es passen auch nur 2 Personen hinein.
Für 700 gefahrene Kilometer fallen da 147,00 € Betriebskosten an.
Für eine Fahrt mit einer "Hämoridenschaukel" :-(
http://www.blogcdn.com/www.autoblog.com/media/2009/03/08-fiat-500c-live_opt.jpg
http://www.auto-motor-und-sport.de/dauertest/fiat-500-1-2-pop-der-kleinwagen-im-50-000-km-dauertest-1792854.html
Fiat 500 Normverbrauch (l/100 km) 5,1 Betriebskostenin €/km 0,21
01:09
AuroraBorealis | #1, mit dem Basic X-Ticket kann man vormittags für 33,25 € von Essen nach Hamburg und zurück fahren. Für 2 Personen kostet das also 66,50 €. Bei ihren Kosten für das Auto haben Sie neben Anschaffungskosten, Steuern, Versicherung die Kosten für Öl, Reifen, Abnutzung usw. vergessen.
Und hier einmal die BETRIEBSKOSTEN für ein VW Golf 1,4
http://www.bild.de/auto/2009/teuer/wie-teuer-sind-100-kilometer-wirklich-10332768.bild.html
Kosten 100 Kilometer im Golf VI 1.4 nur 35,86 Euro, so bezahlt man im Ford Focus 1.6 für die gleiche Distanz 43,43 Euro. Ein Unterschied von 7,57 Euro!
22:48
Endlich! Das wurde Zeit! Viel Erfolg!