Autozulieferer setzen auf Kooperation mit Hochschulen

Ein Modellauto mit Leichtbauteilen in der Konzernzentrale des Autozulieferers Mubea in Attendorn.
Ein Modellauto mit Leichtbauteilen in der Konzernzentrale des Autozulieferers Mubea in Attendorn.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Obwohl Opel die Autoproduktion in Bochum Ende 2014 beendet hat, sehen Wirtschaftsförderer und Wissenschaftler nicht schwarz für die Zulieferindustrie im Ruhrgebiet.

Auch nachdem Opel Ende des Jahres die Autoproduktion im Werk Bochum eingestellt hat, glaubt Wirtschaftsförderer Rasmus C. Beck weiterhin an die guten Zukunftschancen des Automobilzuliefer-Standorts Ruhrgebiet. „Die 180 Firmen in der Region sind ein Treiber für Beschäftigung und Innovation in unserer Region“, sagte der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr (WMR) dieser Zeitung.

Beim Car-Symposium des Duisburger Auto-Professors Ferdinand Dudenhöffer will Beck heute in Bochum dafür werben, dass die hiesigen Automobilzulieferer, die schwerpunktmäßig in Südwestfalen und im Ennepe-Ruhr-Kreis angesiedelt sind, „nicht stiefmütterlich“ behandelt werden. Der Wirtschaftsförderer wirbt aber auch dafür, dass die Hochschulen der Region auf dem Automotive-Sektor enger zusammenarbeiten, um im Forschungsverbund ihre Erkenntnisse der heimischen Wirtschaft zur Verfügung stellen zu können. Mit seinem Vorstoß rennt Beck offene Türen bei Dudenhöffer ein: „Auch die Hochschulen müssen ihre Mauern und Kirchtürme niedriger machen“, sagt er.

Chancen in China

Nach seinem Symposium heute in Bochum will Dudenhöffer im April Vertreter der Autobranche in Shanghai zusammenbringen. In China haben deutsche Hersteller die höchsten Zuwachsraten beim Verkauf von Luxusautos. Deutsche Zulieferer haben längst Teile ihrer Produktion in die Nähe der Autofabriken auf chinesischem Boden verlagert. „Ihre Zentralen sowie Forschung und Entwicklung bleiben aber hier in der Region“, beobachtet Dudenhöffer.

An diesem Punkt setzt auch die Strategie von Wirtschaftsförderer Beck an: „Was nicht ins Ausland verlagert werden kann, muss im Ruhrgebiet wachsen können. Wir sind gut aufgestellt und dürfen uns dabei aber nicht ausruhen.“