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Autofahrer als Asphalt-Cowboys

26.06.2011 | 19:12 Uhr
Autofahrer als Asphalt-Cowboys
Der VW Tiguan ist derzeit das meistverkaufte SUV in Deutschland. Foto: dapd

Essen.   Sportliche Geländewagen liegen voll im Trend. Die meisten kommen als Kompakte. Verlierer ist die Stufenheck-Limousine.

Sportliche Geländewagen fahren in Deutschland mit Vollgas aus der Nische. Fast jeder siebte Neuwagen sei mittlerweile ein sogenannte SUV („Sport Utility Vehicle“), ergab eine Studie des CAR-Centers Automotive Research der Universität Duisburg-Essen. Damit stellten die Geländewagen für die Straße das am schnellsten wachsende Fahrzeugsegment in Deutschland. Klassische Stufenheck-Limousinen werden dagegen zunehmend zu Ladenhütern.

„Die Deutschen sind zu Asphalt-Cowboys mutiert“, sagt CAR-Direktor Ferdinand Dudenhöffer. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres seien mehr als 178 000 SUV verkauft worden – so viele wie noch nie. Ihr Marktanteil erreichte 13,4 Prozent. Zum Vergleich: 1995 lag er bei gerade einmal zwei Prozent. Und der aus den USA über den Atlantik geschwappte Trend setzt sich fort: Dudenhöffer prognostiziert, dass die Sport-Vehikel mit dem wuchtigem Auftritt im Jahr 2015 die Absatzmarke von 500 000 Autos überspringen werden. „Und diese Prognose ist eher konservativ.“

Kaum Kiesgruben-Fanatiker

Bei den heutigen SUV handelt es sich aber längst nicht mehr nur um große, schwere Spritsäufer a là Porsche Cayenne. Sie erobern zunehmend das Gelände der Kompaktklasse, wie etwa VW Tiguan oder Nissan Qashqai. Mehr als drei Viertel der SUV seien mittlerweile Kompakte und mit den früheren großen Brüdern aus den USA nicht mehr vergleichbar, so Dudenhöffer.

Ein zweiter Trend ist dabei stabil: Ein SUV sei immer weniger Geländeauto. „Er ist ein Fahrzeug, das so aussieht, aber in vielen Fällen dazu nicht genutzt wird.“ Der Anteil der SUV mit Zweiradantrieb sei mittlerweile auf mehr als 38 Prozent gewachsen. Und selbst diejenigen, die Allrad-Antrieb haben, fahren zu gut 90 Prozent gar nicht im Gelände spazieren: „Die Zielgruppe der ‘Oberförster’ und ‘Kiesgruben-Fanatiker’ wird auf weniger als zehn Prozent aller Käufer geschätzt“, so der Auto-Professor.

Der große Verlierer im deutschen Automarkt sei die Stufenheck-Limousine. Sie werde fast nur noch von Premiumherstellern verkauft, etwa als Mercedes C- und E-Klasse oder 5er BMW. Hatte 1995 noch knapp jedes vierte Auto ein Stufenheck, so beträgt der Marktanteil mittlerweile nur noch 6,2 Prozent.

Während der Anteil der Kombis weiter leicht steigt und derzeit bei 21,3 Prozent liegt, mussten auch Vans (11,1 Prozent) wie der VW Touran oder der Opel Zafira Käufer abgeben. Den größten Marktanteil haben mit aktuell 38,1 Prozent weiterhin Autos mit Fließheck.

Christian Icking



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