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ThyssenKrupp

Aufsichtsräte machen Druck auf Chefkontrolleur Cromme

13.01.2013 | 14:01 Uhr
Der Druck auf ThyssenKrupp-Aufsichtsratschef Cromme wächstFoto: dapd

Essen.  Nach Skandalen um Luxusreisen sowie der Milliarden-Verluste durch Stahlwerke in Brasilien und den USA fordern Aufsichtsräte den Rücktritt von Chefkontrolleur Gerhard Cromme. IG-Metall Chef Huber verteidigt die Luxusreisen von seinem Vorstandskollegen Eichler.

Angesichts der horrenden Verluste bei ThyssenKrupp durch Stahlwerke in Übersee sowie die Skandale um Luxusreisen legt die Vereinigung der Aufsichtsräte in Deutschland dem Konzern-Chefkontrolleur Gerhard Cromme den Rücktritt nahe. Der "Spiegel" zitierte aus einem Brief des Verbands an Cromme, laut dem die Mehrheit der "verantwortungsbewussten Aufsichtsräte" erwartet, "dass Sie selber über persönliche Konsequenzen nachdenken und Ihr Mandat als Aufsichtsratsvorsitzender der ThyssenKrupp AG niederlegen".

Die Forderung der Vereinigung, die sich für eine höhere Qualität der Aufsichtsratsarbeit einsetzt, ist weitere Munition für Aktionärsvertreter, die Cromme, dem Aufsichtsrat und dem Vorstand bei der Hauptversammlung von Thyssen-Krupp am 18. Januar die Entlastung verweigern wollen. Das hätte vor allem symbolischen Wert, angesichts der Mehrheitsverhältnisse in der Versammlung aber keine praktischen Folgen. Cromme hat einen Rücktritt bislang abgelehnt.

IG-Metall Chef Huber verteidigt Vorstandskollegen wegen Luxusreisen

IG Metall-Chef Berthold Huber hat seinen Vorstandskollegen Bertin Eichler gegen Kritik an dessen Luxusreisen als Aufsichtsrat des Stahlkonzerns ThyssenKrupp in Schutz genommen. Er stelle die Integrität eines Menschen nicht wegen fünf Flügen infrage, sagte Huber dem Nachrichtenmagazin "Spiegel". Eichler habe seinen Fehler ja eingesehen und auf eine weitere Kandidatur als Kontrolleur von ThyssenKrupp verzichtet. "Wenn er sich nichts anderes vorwerfen lassen muss, dann bleibt er Vorstand der IG Metall," erklärte Huber.

Nachricht vom 11.1.13
Gewerkschafter bei Thyssen-Krupp stolpert über Luxusreisen

Kartell- und Korruptionsaffären kosteten im Dezember drei Vorstände beim Stahlkonzern Thyssen-Krupp die Posten. Am Freitag stolperte nun mit...

Der IG-Metall-Vorsitzende glaubt auch nicht, dass Eichler sich durch die Auslandsreisen inklusive First-Class-Flügen bei seiner Tätigkeit für ThyssenKrupp habe lenken lassen. "Herr Eichler hat sich wegen fünf Flügen doch nicht in seiner Arbeit als Aufsichtsrat beeinflussen oder gar kaufen lassen", sagte Huber.

Eichler will die Preisdifferenz zwischen First-Class- und Business-Class-Flügen erstatten

Die Vorwürfe gegen ThyssenKrupp und Eichler waren am Freitag bekannt geworden. Demnach sollen Eichler und andere Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat auf Kosten des Konzerns luxuriös nach Asien und Südamerika gereist sein , um dort geschäftliche Aktivitäten mit einem Touristenprogramm zu verbinden.

Krise bei ThyssenKrupp

Eichler hatte zwar den dienstlichen Charakter der Reisen betont, auf eine weitere Kandidatur für dass Kontrollgremium jedoch verzichtet. Zudem kündigte er an, ThyssenKrupp die Preisdifferenz zwischen First-Class- und Business-Class-Flügen zu erstatten. (dapd)

Kommentare
15.01.2013
11:42
Aufsichtsräte machen Druck auf Chefkontrolleur Cromme
von blauweisseringo | #6

Schön, dass die Medien und insbesondere auch die WAZ die Luxusreisen von Gewerkschaftern auf Kosten von ThyssenKrupp zu einem so großen Thema machen....
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Aufsichtsräte machen Druck auf Chefkontrolleur Cromme
Aufsichtsräte machen Druck auf Chefkontrolleur Cromme
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2013-01-13 14:01
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