Auch Regionalzüge kommen verspätet bei der Bahn an

Im kommenden Winter werden der Bahn Züge fehlen, die eigentlich fest eingeplant waren. Darunter sind auch neue Regionalzüge vom Typ Talent 2 des Herstellers Bombardier.
Im kommenden Winter werden der Bahn Züge fehlen, die eigentlich fest eingeplant waren. Darunter sind auch neue Regionalzüge vom Typ Talent 2 des Herstellers Bombardier.
Foto: Archiv/dapd
Was wir bereits wissen
Neben den neuen ICE von Siemens verzögert sich offenbar auch die Auslieferung eigentlich für den Winterfahrplan vorgesehener Regionalzüge von Bombardier. Bei den ICE soll ein Softwareproblem die Bremse zu spät betätigen.

Essen.. An Themen dürfte es nicht mangeln, wenn sich die Spitzenvertreter von Bahn und Eisenbahn-Industrie Mitte Dezember zum Krisengespräch treffen. Denn Siemens scheint mit den problembehafteten ICE 3 nicht der einzige Lieferant zu sein, der die DB derzeit auf händeringend zum Winter-Beginn benötigte Schienenfahrzeuge warten lässt. Auch Bombardier habe die Bahn über Zulassungsprobleme bei neuen Zügen informiert, berichtete die „Bild am Sonntag“. 22 Regionalzüge vom Typ „Talent 2“ könnten deshalb nicht wie geplant ab dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember in Hessen eingesetzt werden. Das Eisenbahnbundesamt (EBA) soll auf „Daten-Widersprüche“ hingewiesen und von Bombardier eine kurzfristige Stellungnahme gefordert haben, berichtet die Zeitung aus Industriekreisen. Bombardier erklärte, keine Mitteilung erhalten zu haben, und verwies auf über 100 erfolgreich ausgelieferte „Talent“-Züge. Allerdings hatte Bombardier schon 2011 erhebliche Probleme bei der Zulassung von „Talent 2“-Zügen – damals für Berlin.

Dreh- und Angelpunkt ist das Eisenbahnbundesamt

Ob bei Nahverkehrs- oder den 16 neuen ICE3-Zügen aus der Krefelder Siemens-Schmiede: Dreh- und Angelpunkt ist letztlich immer das Eisenbahnbundesamt, das jeden einzelnen Zug – und nicht etwa ganze Baureihen – zulassen muss. Erst am Freitag hat der Bundesrat das langwierige Verfahren entschlackt. Das neue „Handbuch für Eisenbahnfahrzeuge“ soll den „Schienen-Tüv“ beschleunigen – doch davon werden wohl erst künftige Projekte profitieren.

Deutsche Bahn Derweil scheinen zumindest die Verzögerungen beim ICE 3 nicht primär bürokratische Gründe zu haben. Laut „Spiegel“ bemängelt das EBA, dass die Computerprogramme des Superzugs bei Testfahrten eine Sekunde Zeit benötigt hätten, um einen Bremsbefehl auch an die Bremsen weiterzureichen. Bei Tempo 250 würde sich dadurch der Bremsweg bei einer Vollbremsung um 70 Meter verlängern.