Auch Recklinghausen kämpft um Karstadt-Filiale

Die Rettung der Karstadt-Filiale in Mönchengladbach sorgt bei den anderen von Warenhausschließungen bedrohten Städten für unterschiedliche Reaktionen.

Recklinghausen.. Recklinghausen sucht nun auch das Gespräch mit der Warenhauskette, andere Kommunen haben das Kapitel Karstadt dagegen für sich weitgehend abgeschlossen.

Hoffnung auf einen Erhalt der eigenen Karstadt-Filialen macht sich nach wie vor die Stadt Recklinghausen. "Wir wollen alle Optionen prüfen", sagte eine Sprecherin am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Recklinghausen habe schon im vergangenen Jahr über den Kauf von Teilflächen mit Karstadt verhandelt. Damals seien die Gespräche ohne Ergebnis geblieben, weil dann das gesamte Haus geschlossen werden sollte.

Die Sprecherin dämpfte allerdings die Erwartungen, weil es sich um eine große Immobilie handele und die finanziellen Möglichkeiten der Stadt begrenzt seien. Der WDR hatte darüber berichtet, dass Recklinghausen mit Karstadt verhandeln wolle.

In Bottrop soll dagegen das bisherige Karstadt-Haus nach der Schließung der Filiale vom neuen Eigentümer mit Millionenaufwand in ein Einkaufszentrum umgebaut werden. Rund 70 Prozent der Fläche der Karstadt-Immobilie seien bereits wieder vermietet, berichtete die Stadt kürzlich unter Berufung auf den Eigentümer.

In dem Einkaufszentrum sollen rund 80 Arbeitsplätze neu entstehen, etwa so viele, wie durch den Rückzug von Karstadt verloren gehen. "Wir sind ganz froh über diese Lösung", sagte ein Sprecher der Stadt.

In Dessau ist noch offen, was aus der Karstadt-Immobilie werden soll. Eine Lösung wie in Mönchengladbach komme aber "auch aus Haushaltsgründen" nicht infrage, betonte ein Sprecher der Stadtverwaltung.

Im schleswig-holsteinischen Neumünster will sich die Ratsversammlung nach Angaben eines Sprechers am Dienstagabend erneut mit dem Thema Karstadt befassen. Gespräche mit Karstadt gebe es aktuell aber nicht, hieß es.

Karstadt hatte im Mai angekündigt, im Zuge der Sanierung 2016 die Filialen in Recklinghausen, Bottrop, Mönchengladbach-Rheydt, Dessau und Neumünster aufzugeben. In Mönchengladbach wird die Filiale mit Hilfe der Kommune gerettet. Die Entwicklungsgesellschaft der Stadt Mönchengladbach übernimmt das Karstadt-Haus für einen mittleren Millionenbetrag vom bisherigen Eigentümer Highstreet und baut es um. Dadurch kann ein Teil der bislang von Karstadt genutzten Fläche an andere Händler vermietet werden.

Karstadt-Chef Stephan Fanderl hatte deshalb die Schließungspläne zurückgenommen. Den anderen Standorten machte der Manager allerdings wenig Hoffnung. Dort seien die Rahmenbedingungen erheblich schwieriger.

Ein Sprecher des Deutschen Städte- und Gemeindebundes betonte, für die Städte sei es natürlich von großem Interesse Händler wie Karstadt vor Ort zu halten. Doch hingen die Hilfsmöglichkeiten der Stadt vom Einzelfall ab. "Es ist wichtig, dass die Städte und Gemeinden vorher eine Risikoeinschätzung vornehmen, damit sie keine unüberschaubaren finanzielle Risiken eingehen", betonte er.