Arbeitsagenturen beraten nach "Schema F"
28.05.2009 | 11:33 Uhr 2009-05-28T11:33:00+0200
Düsseldorf. Forscher zeichnen ein ernüchterndes Bild von der Beratungsqualität der Arbeitsagenturen. Ihre Kritik: In den Gesprächen gehen die Vermittler zu wenig auf die Arbeitssuchenden ein, arbeiten bürokratische Standards ab und sie kümmern sich vor allem um die leichteren Fälle.
Mit den Hartz-Reformen sollte der neue Dienstleistungsgeist in die verstaubten Behördenstuben der ehemaligen Bundesanstalt für Arbeit einziehen. Doch offenbar hat sich bis auf den Namen wenig geändert: Wer sich bei der Jobsuche auf die Vermittler der Arbeitsagenturen verlässt, ist wohl eher schlecht beraten. Eine Erkenntnis, die viele Arbeitssuchende aus der Praxis kennen und die nun Forscher erstmals auch in einer Studie bestätigen.
Der Heidelberger Sozialwissenschaftler Volker Hielscher und der Organisationsberater Peter Ochs haben im Auftrag der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung die Erstberatungsgespräche zwischen Arbeitsvermittlern und Arbeitslosen untersucht und kommen zu einem teils verheerenden Ergebnis: Die meisten Erstberatungen in den Arbeitsagenturen liefen nach "Schema F" ab. Sie waren standardisiert und ließen für individuelle Ansätze kaum Raum. Fazit: Der Arbeitslose bleibt am Ende oft ratlos zurück.
Wie die Forscher weiter herausfanden, sind die meisten Arbeitsvermittler beim ersten Kontakt vorwiegend damit beschäftigt, Standardformulare am Computer auszufüllen. Der Arbeitslose kommt dabei mit seinen persönlichen Anliegen kaum zu Wort. Ein Dialog auf Augenhöhe? – in vielen Fällen Fehlanzeige.
DGB: Auf einen Vermittler kommen zu viele Arbeitslose
Aus Sicht von Hielscher und Ochs wäre eine solche Interaktion allerdings ein wesentliches Kriterium für gute Dienstleistungsqualität, so wie sie von der Bundesagentur für Arbeit gern propagiert wird.
Für den DGB-Vorsitzenden in NRW, Guntram Schneider, sind die Erkenntnisse der Studie keine Überraschung. Gewerkschafter üben schon länger Kritik an der Beratung und sehen sich durch solche Studienergebnisse bestätigt. Allerdings seien solche Zustände gerade angesichts der steigenden Arbeitslosigkeit besorgniserregend, so Schneider. Aus seiner Sicht kommen auf einen Arbeitsvermittler noch immer zu viele Arbeitslose. So bleibe die persönliche Beratung auf der Strecke.
Volker Hielscher bescheinigt zwar im Gespräch mit DerWesten vielen Vermittlern, sich über die vorgeschriebenen Standards hinaus zu bemühen. Allerdings, so vermutet der Heidelberger Professor, dass vielen die nötige Qualifizierung fehlt. Die Bundesagentur habe in den vergangenen Jahren eine Menge neuer Vermittler eingestellt. Diese wurden binnen weniger Wochen fit gemacht. "Die Substanz der Qualifikation ist eher dünn", so Hielscher.
Er appellierte an die BA, ihre eigenen Mitarbeiter zu schulen. Denn gerade in den jetzigen Krisenzeiten am Arbeitsmarkt werde eine "bedarfsgerechte Vermittlung" wichtiger.
Viele Gespräche ohne persönliche Note
Die Praxis sieht jedoch vielerorts anders aus: Nach Auswertung der Wissenschaftler verliefen nur zwei der untersuchten 42 Gespräche ideal. Darin formulierten beide Seite ihre Ziele und vereinbarten ein gemeinsames Vorgehen. Der große Rest der Treffen gestaltete sich anders. Zumindest in 17 Fällen öffnete der Vermittler - nach dem bürokratischen Pflichtprogramm - noch seine Schublade mit Förderinstrumenten und versuchte eine Strategie zu entwickeln, um die Chancen des Jobsuchenden zu verbessern.
In über der Hälfte der Gespräche jedoch spulte der Vermittler sein Verwaltungsprogramm ab, ging nicht auf sein Gegenüber ein, ignorierte Wünsche oder persönliche Umstände wie Schwierigkeiten bei der Kinderbetreuung.
Forscher empfehlen Qualifizierung
Die Kritik der Forscher geht aber noch weiter. Nach den Gesprächen ordneten die Vermittler die Arbeitssuchenden je nach Vermittlungshemmnissen in vier Kategorien ein. Doch statt sich dann auf die Problemfälle zu konzentrieren, würden sich die Mitarbeiter der Bundesagentur vor allem um die leichter zu vermittelnden Personen bemühen.
Für die schlechte Beratungsqualität machen Hielscher und Ochs die zu stark vorgegebenen Standards und zu viel Bürokratie verantwortlich. Sie empfehlen darüber hinaus, die Fachkräfte in den Agenturen besser zu qualifizieren. DGB-Chef Schneider fordert darüber hinaus, mehr Personal für die Vermittlung einzustellen.
Hielscher und Ochs untersuchten zwischen Juni 2007 und Februar 2008 42 Beratungsgespräche in fünf Arbeitsagenturen.

20:12
..halooohh?
Bundesagentur und ARGEN sind 2 gaaanz verschieden paar Schuhe...und das sind auch zwei unterschiedliche Gesetzbücher...
... die Mitarbeiter der ARGEN sind in der Regel tatsächlich mit ganz anderen Aufgaben belastet, als ein Vermittler der Agentur. Und bei den Agenturen gibt es meines Wissens überhaupt noch keine Fallmanager...und wisst Ihr was deren Aufgaben sind...?...Schlagt die WAZ auf...lest nach, was sich dort an menschlichen Tragödien abspielt multipliziert das mit 10 und ihr habt eine Vorstellung von dem, womit in den den ARGEN der sogenannte Arbeitsvermittler konfrontiert wird. Das ist hardcoresozialarbeit...menschliche Tragödien, furchtbare Krankheiten und immer mehr psychische Erkrankungen...wer will denn wen auf so etwas vorbereiten oder Schulen???
In den Büros der Arbeitsvermittler mit Fallmanagementaufgaben wie sie in einigen ARGEN richtig heißen, kommt zuerst der Mensch...dann kommt lange Zeit nix...dann spricht man über Vermittlung...zynisch zu sein und die wirklich engagierten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen einfach mit zu bekübeln ist wahrlich keine Kunst...nicht ein Wort des Lobes...die, die Zetern meckern sowieso immer...macht doch mal einer von euch Klugschwätzern und Abwatschern eine Arbeitsgelegenheit und seid mal auf ´ner Kinderkrebsstation...viele der Hartz IV Empfänger übernehmen solche Aufgaben, nicht weil sie gezwungen werden, sondern weil sie sich engagieren wollen...dieses ganze Gemecker...schön an PC sitzen...mal was in die tasten kotzen...sich als aufgeklärter ********* fühlen, vielleicht sogar Anerkennung erhoffend...
*bahhhh!!*... seid Ihr toll...
Lobt auch mal die, die es verdienen, die am Engagement kaputt gehen ...weil beispielsweise Supervisionen fehlen...
Danke fürs geneigte lesen..nicht alles ist Mist...
13:23
Mal ganz grundsätzlich: ein deutsches Amt oder eine deutsche Behörde ernsthaft als Agentur zu bezeichnen, ist ja schon ziemlich abenteuerlich. Vor allem, wenn es sich ein x-beliebiges Arbeitsamt handelt. Man macht aus einem Puff eben kein 5-Sterne-Hotel, indem man ein goldenes Schild an die Tür hängt. Die Umbenennung stammt übrigens vom ehemaligen Wirtschaftsminister Clement, womit sich eigentlich jeder weitere Kommentar erübrigt. Und die sog. Fallmanager sind die gleichen beamteten Schnarchnasen, die immer schon in ihren Büros rumgehangen haben.
12:50
an BA: offensichtlich steckt ein verkappter Sozialarbeiter in Dir?! Es wäre besser bei seinen eigenen Leisten zu bleiben - oder klappt es mit den Beratungsgesprächen nicht so richtig? Für alle, von Dir benannten Problemen Deiner Kunden, gibt es tatsächliche Fachleute. Weiß ich aus Erfahrung, gehöre selbst dazu und ärgere mich ständig, wenn so möchte-gern-und-kann-nicht mir dazwischen funken. Falls es noch nicht bekannt sein sollte - richtige Hilfe ist immer eine Anleitung zur Selbsthilfe. Also versuche Deinen Job richtig zu machen und lass Anderen den Ihren richtig machen.
und jetzt zu ifadus: Wenn Du nicht weisst, wie ein Priv. Arbeitsvermittler arbeitet und wofür er sein Geld bekommt, solltest Du besser deinen Mund halten. Du könntest Dich mit Deinen unqualifizierten Äusserungen lächerlich machen.
Es gibt genug ehemals Arbeitssuchende, die froh waren, einem Arbeitsvermittler über den Weg gelaufen zu sein.
11:44
Beim örtlichen Arbeitslosenbetüddelungsschuppen, der ja keine Künstleragentur ist, schlich letztens ein Sackgesicht mit der Hitleranmutung rein. Werrr soll den denn wohin vermitteln.
Bekommt der Bezüge trotz eines solchen Vermittlungshemmnisses?
Scheint so, was soll man sonst in dem Schuppen?
10:32
# 40
Lieber ifadus,
Der Name Gisela V. Institut für berufliche Bildung KG (givo.ifbb) steht seit 1993 für Qualität und Innovation in allen Fragen rund um die berufliche Bildung und Integration in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Mit uns entscheiden Sie sich für einen kompetenten Bildungspartner, der Ihnen bei der Verwirklichung Ihrer beruflichen Ziele zur Seite steht.
Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen immer Sie als Kunde. Unsere Aktivitäten sind daher auf Ihre berufliche Integration in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt ausgerichtet. Entsprechend unterstützen wir Sie durchgängig bei Ihren Eigenbemühungen mit einem kompetenten Coaching-Team und unseren vielfältigen, langjährigen Kontakten zu den Wirtschaftsunternehmen in der Region.
Alles Klar - alles Verstanden?
Bei diesem Institut für berufliche Bildung KG von Frau Gisela V. in der Bessemerstraße 80 darfst du dich nicht wundern über die dort ablaufenden Seminare zur Fortbildung.
Dieses Wunderinstitut ist mitlerweile über die Stadtgrenzen von Bochum für seine höchstqualifizierte Erwachsenen-Fortbildung für die BA Bochum bekannt. Für einen weiteren Publizitischub sorgt das Institut selber in dem sich nunmehr der Rat der Stadt Bochum, die Staatsanwaltschaft Bochum und die NRW-Datenschutzbehörde mit dem Wunderinstitut befasst weil hier ganz einfach gegen alle Regeln der Kunst im Datenschutz und in der Personalführung selber verstoßen wird. Von der benötigten Qualifikation des Coaching-Teams und der Projektleitungen bis zu den Dozenten für die Arbeit am Kunden ganz zu schweigen.
Dafür sorgt Simone V. höchst persöhnlich als pädagogische Leitung.
So liebe Moderatoren - nicht wieder sofort löschen entspricht nicht den Nutzungsbedingungen oder bitte belegen sie die gemachten Angaben.
Einfach mal googeln oder im waz-archiv kramen und man wird sofort fündig.
Oder einfach mal bei bo-alternativ.de nachschauen.
Beispiel: http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/bochum/2009/2/5/news-109660011/detail.html
10:30
Eine Firma hat eine stelle zu besetzten und die Anforderung ist ein Vermittlungsgutschein?
Wenn es bei der Einstellung wirklich daran gescheitert ist, ging es der Firma eh nur darum, einen Vermittler dazwischenzuschalten, das Geld vom Staat zu kassieren und so für die notwendige Mindestbeschäftigungszeit einen verbilligten Arbietnehmer zu haben.
Firmen mit echtem Interesse an Arbeitnehmern geben eher Geld aus, um gute Arbeitnehmer zu bekommen, als dass sie künstlich einen Vermittler dazwischen schalten, um bei den zweitausend Euro vom Staat halblegal halbe/halbe mit dem Vermittler zu machen.
09:34
Ein Kollege von mir wurde wegen Insolvenz arbeitslos. Bereits zwei Tage später hätte er wieder bei einer Firma anfangen können, die gerade zufällig suchte. Allerdings mit Vermittlungsgutschein.
Er zum Amt - ABgelehnt, da es den Schein erst nach 8 Wochen (!) Arbeitslosigkeit geben würde.
Er konnte somit NICHT arbeiten - wurde vom Amt daran gehindert (!)
Nach 8 Wochen bekam er den Schein - der Job war vergeben - eine andere Stelle hat er bislang nicht finden können.
Tolle Leistung !
Alles öffentlich machen und Briefe an die BA und die Regierung schicken !
Überflutet sie damit
08:27
Beitrag #5 von ellerw1 ließ mich kurz schmunzeln,..- das gibts also immer noch ...
Hatte vor über zehn Jahren das Vergnügen:
Arbeitgeber pleite und mein Wissen zu speziell, um damit woanders wieder anzufangen. Also kurzerhand beschlossen, was neues mit Zukunft zu studieren. Für die Zeit zwischen Semesterbeginn und Firmenpleite (gut 10-12 Wochen) habe ich mich dann arbeitslos gemeldet.
Nach gut zwei Wochen kam ein Brief vom Arbeitsamt Bochum Wir möchten mit ihnen über ihre berufliche Zukunft sprechen, seien Sie dann-und-dann da-und-da.
Also in den feinsten Fummel geworfen, Berge von Unterlagen etc. zusammengesucht und top vorbereitet, voller Erwartung, dass die eine tolle Idee haben, was ich statt Studieren machen könnte.
Die darauf folgende Realität war ernüchternd:
Nach vorsichtigem Klopfen kam ich ein einen Raum, in dem gut 20-30 andere Leute saßen. Wir wurden kurz eingenordet, dass wir in 14 Tagen an einer zweiwöchigen Sofortmaßnahme für kurzfristig Arbeitslose teilnehmen müssen.
In der Theorie sollte das wohl Bewerbungstraining sein, in der Praxis sah das in etwa so aus:
Wir mussten 2 Wochen lang täglich an einem Institut in Bochum Ehrenfeld aufschlagen. Wer nicht kommt oder nicht vollumfänglich mitmacht, muss zur Strafe einen Monat später vier Wochen hin. Es war quasi wie Schule, nur die Kurskonzepte waren eine Katastrophe, die Technik so alt, dass es einen gewissen Witz hatte, und in der zweiten Woche waren dann drei Bewerbungen täglich Pflicht.
Hier zwei Highlights meiner Sofortmaßnahme:
- Schulungskraft kommt rein uns sagte sinngemäß: Eigentlich soll ich mit Ihnen Lebensläufe üben. Da habe ich aber keine Ahnung von. Wir können stattdessen was soziales machen. Anschließend packt sie ein Buch mit dem Titel ich bin OK, Du bist OK aus, malt einen Dreikugelschneemann an die Wand und erzählt was vom elterlichen und kindlichen Ich.
- Im Rechnerraum erzählt man uns stolz, dass man (zu Zeiten von Windows 98) die alten 286er tatsächlich so aufrüsten konnte, dass da neben DOS auch Windows 3.x drauf läuft. Neben dem Monitor hängt eine Anleitung, wie er zu starten ist. Punkt 4 oder 5 der Liste ist Eieruhr.
Niemand konnte mir erklären, wie ich in meinen Pflichtbewerbungen den Firmen vermitteln soll, dass ich mich zwar bewerbe aber höchstens für acht Wochen, weil ich dann studiere. Meinem Banknachbarn von der Luftwaffe, der nur auf sein Visum für Kanada warten musste, konnte das auch keiner erklären.
Der Gedanke, 15 Firmen zu verprellen (jeder Bewerber kostet Zeit und Geld), die ich nach meinem Studium evtl. nochmal gerne als Arbeitgeber hätte, hat mit Kopfschmerzen bereitet und führte zum ersten Krankenschein meines Lebens.
Die Einladung zum 4-Wöchigen Straf-Kurs folgte auf dem Fuße, war aber hinfällig, da das Semester schon begonnen hatte.
Gerüchten zufolge soll der Kurs damals pro Teilnehmer für die 14 Tage gut 900.- DM gekostet haben. Bei einer Klassenstärke von ca. 20 Personen weiß man, wo die Kohle bleibt, die woanders fehlt.
07:44
Wahltag ist Zahltag :-)
06:13
Wenn dort teilweise Leute arbeiten, die als ehemalige Angestellte bei der Post, Bahn oder sonstwoher zwnagsbeschäftigt werden müssen, kann man sich über die mangelnde Qualität der Vermittlung nicht beschweren. Und die anderen Vollzeitbeschäftigten ist hauptsächlich der eigene Posten wichtig, da sind Arbeitslose nur Störenfriede. Die ganze Umstrukturierung dank Clement, Gerster und sonstiger Frühpensionäre war praktisch für die Katz. Hat nur ordentlich Steuergeld gekostet. Ich stimme selten der FDP zu, aber schafft diese ineffizienten Behörde ab und baut die Autobahnen mit Schippe ab. Dann hat jeder sein Tun.