Arbeitsagentur sorgt sich wegen Opel-Aus um das Ruhrgebiet
19.12.2012 | 19:55 Uhr 2012-12-19T19:55:00+0100
Düsseldorf/Bochum. Die Schließung des Opel-Werks in Bochum hätte auch Folgen für den gesamten Arbeitsmarkt in der Region. Bochums Opel-Betriebsratschef Rainer Einenkel ist sauer auf den Bochumer Arbeitsagentur-Chef Luidger Wolterhoff. Die von ihm versprochene Vermittlungsquote sei falsch.
Das Ruhrgebiet bleibt das Sorgenkind für den Arbeitsmarkt in NRW. Die Bundesagentur für Arbeit rechnet für 2013 insgesamt mit stabilen Arbeitslosenzahlen. Doch Christiane Schönefeld, Chefin der NRW-Arbeitsagentur, warnt vor Risiken im Revier, etwa durch das von GM beschlossene Aus für das Opel-Werk in Bochum 2016.
„Im nächsten Jahr werden wir das noch nicht spüren, aber langfristig müssen sich 3000 Menschen neu orientieren.“ Das werde auch für Zulieferer sowie in der Gastronomie und im Handel der Region spürbar werden, sagte Schönefeld, „das macht uns schon jetzt Sorge“.
Die Hälfte der Opelaner wohnt in Bochum
Knapp die Hälfte der Opelaner wohnt in Bochum, die anderen verteilen sich übers ganze Ruhrgebiet. Luidger Wolterhoff, Leiter der Arbeitsagentur Bochum, sieht in der Zeitspanne von vier Jahren eine Chance, vielen Menschen helfen zu können. Dafür benötige man aber einen Zeitplan. „Je eher wir wissen, was im Werk wann passiert, desto besser können wir helfen“, sagte er dieser Zeitung. Man sei deshalb laufend mit Opel im Gespräch.
Betriebsratschef Rainer Einenkel kritisierte solche Äußerungen. Die von Wolterhoff versprochene Vermittlungsquote von 70 Prozent für die Opelaner sei „unseriös und falsch“, erklärte er. Die Arbeitsagentur solle lieber dafür sorgen, dass Arbeitsplätze erhalten bleiben. Wolterhoff sagte, er habe die Quote allgemein für den Erfolg von Transfergesellschaften genannt, nicht für Opel.

13:42
Die Arbeitsagentur macht sich Sorgen? Ja, haben denn die nicht genug Schrittzähler gekauft? Und wenn alles nicht hilft, wird die heilige Sissiuschi von der Leyer ihre gütigen Hände über Opel ausbreiten, und einen warmen Regen von Qua(tsch)lifizierungsmaßnamen über Bochum regnen lassen, und dadurch niemanden in dem selben stehen lassen...
13:04
Luidger Wolterhoff:
50 Jahre alt, allerdings erst seit 19 Jahren in Diensten der Bundesagentur für Arbeit, lebt mit seiner Familie seit über zwanzig Jahren in Gelsenkirchen-Rotthausen, Diplom-Theologe und Diplom-Ökonom.
In seiner beruflich relativ kurzen Zeit bei der Bundesagentur für Arbeit leitete u.a. die Arbeitsagenturen in Bochum und Essen. Bevor er in Gelsenkirchen die Leitung der dortigen Agentur für Arbeit übernommen hatte war er in der Düsseldorfer Regionaldirektion als Geschäftsführer für den Bereich „Arbeitslosenversicherung“ zuständig.
Zu seiner beruflichen Führungszeit in Gelsenkirchen umgab er sich mit der von Fachkompetenz strotzenden Aussage „Wir haben in der Stadt freie Flächen, auf denen sich Unternehmen ansiedeln können. Und wir haben Menschen.“
Mit dieser Führungsqualifikation stehen ihm auch noch andere Leitungspositionen bei anderen Agenturen für Arbeit nichts im Wege.
Erfolge bei der tatsächlichen und nicht nur geschönten Arbeitslosenquote?!?
Nichts zu finden!
10:10
Ja klar Herr Einenkel, will der "blöde" Opel nicht zahlen, dann soll die "blöde" Sozialgemeinschaft gefälligst zahlen!? Regeln Sie ihre Opel-Probleme und -Tarife gefälligst mit Ihrem Arbeitgeber und freuen Sie sich, dass unsere Arbeitsagentur weitsicht zeigt!
Muss man ihren Beitrag verstehen ?
09:32
Jo, jo dat. Die Leute vom Arbeiteramt haben auch prophezeit, dass die "Schleckerfrauen" superschnell in den Arbeitsmarkt integriert werden. Na ja, da war wohl die Glaskugel beschlagen. Von Seiten der BA werden sicherlich wieder Bewerbungstraining oder tolle Vermittlungsmaßnahmen angeboten, in denen die Opelaner alle 4 Wochen einmal für 30 Minuten erscheinen müssen. So wird wenigstens die Alo Quote künstlich niegrig gehalten. Ich kann mir auch nicht vorstellen, wie ein langjähriger Mitarbeiter aus der Fertigung im Gesundheitswesen arbeiten soll, auch die vielen Stellenangebote bei der Bahn, passend füe Ex Opelaner habe ich noch nicht gesehen. Ich will nicht schwarzmalen, aber die Aussagen der BA Sprücheklopfer sind übelst.
Leider wird´s so kommen, dass die Opelaner zukünftig für weniger Geld, weiter fahren müssen.
Frohe Weihnachten
09:30
@1: Ein sehr wertvoller Beitrag ihrerseits. Opelaner sind auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt schlicht kaum vermittelbar ob ihrer hohen Erwartungshaltung was Gehalt und Arbeitsbedingungen angeht.
Allerdings sollte auch die Arbeitsagentur ihre Hausaufgaben machen. Viele Arbeitsvermittler werden dort nach zweijähriger Befristung nicht verlängert sondern durch neues Personal ersetzt. Das geht nun schon seit Jahren so, Effizienz sieht sicher anders aus. Zudem gibt es zu wenig Mitarbeiter mit einschlägigem Migrationshintergrund. Da sind andere Behörden schon weiter...
09:01
Bochum neben Essen häufig in den Negativ-Schlagzeilen ?
Und jetzt schon wieder....