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Kraftstoffe

Aral weist Vorwurf der Preistreiberei an Tankstellen zurück

06.02.2013 | 14:43 Uhr

Bochum.   Der größte deutsche Tankstellenbetreiber Aral hat Vorwürfe der Preistreiberei an den Zapfsäulen zurückgewiesen. Die Preisdiskussion blende aus, dass vom Benzinverkauf vor allem der Staat profitiere, sagte Aral-Vorstandsmitglied Stefan Brok. Für Aral blieben maximal 1,5 Cent pro Liter übrig.

Der Marktführer Aral hat im vergangenen Jahr rund 2,7 Millionen Mal seine Spritpreise an seinen 2491 Tankstellen verändert. Das entspricht bis zu fünf Bewegungen pro Tag. Die extremen Schwankungen führt Aral-Vorstand Stefan Brok auf den scharfen Wettbewerb der Mineralölkonzerne und das hohe Preisniveau zurück. Super E5 kostete zwischen 1,57 und 1,72 Euro pro Liter, Diesel zwischen 1,42 und 1,54 Euro.

Brok verwahrt sich aber gegen den Vorwurf, dass Aral die Preistreiberei befeuere. „Ohne Steuern hätten Kraftstoffe im vergangenen Jahr gerade einmal zwischen 69 und 78 Cent gekostet“, sagte der Aral-Vorstand. Während der Bochumer Konzern 7,5 Milliarden Euro aus dem Tankstellengeschäft an den Staat überwiesen habe, blieben für Aral bis zu 1,5 Cent Gewinn nach Abzug der Steuern übrig.

Für die hohen Spritpreise machte Brok aber auch den immer weiter steigenden Preis für Rohöl und den im Vergleich zum US-Dollar schwachen Eurokurs verantwortlich. Dadurch seien die Beschaffungskosten 2012 um rund acht Euro je Barrel (159 Liter) gestiegen.

Keine Angst vor der Markttransparenzstelle

Die Markttransparenzstelle, die der Bund im Herbst starten will, wird nach Broks Einschätzung wenig an den Spritpreisen ändern. „Für uns ist Transparenz schon da“, sagte er. Im Gegensatz zu einigen Wettbewerbern stelle Aral schon jetzt die Preise aller rund 2500 Tankstellen ins Internet. Es bleibe abzuwarten, so Brok, ob Kunden tatsächlich etliche Kilometer zur nächsten Tankstelle fahren werden, um wenige Cent zu sparen.

Strompreise
2012 war das teuerste Jahr an der Tankstelle

Niemals war Benzin und Diesel teurer als im ausklingenden Jahr. Das meldet der Autoclub ADAC. Grund ist der hohe Rohölpreis gewesen, aber auch das Gewinnstreben der Mineralölkonzerne. Sie konnten ihre Gewinne laut Hamburger Energie-Informationsdienst weiter ausbauen.

Die hohen Spritpreise im vergangenen Jahr hinterließen Spuren in den Zahlen von Aral. Die Bochumer BP-Tochter verteidigte zwar ihre Marktführer-Position, büßte aber Anteile ein. Während der Kraftstoffabsatz an deutschen Tankstellen 2012 wegen sparsamerer Motoren und Konsumzurückhaltung um drei Prozent auf 33,9 Millionen Tonnen sank, büßte Aral bei den Ottokraftstoffen 5,2 Prozent ein und verkaufte 18,1 Millionen Tonnen. Nur beim Diesel gab es ein Absatzplus von einem Prozent auf 15,8 Millionen Tonnen.

Kein Durchbruch für E10

Auch zwei Jahre nach seiner Einführung stehen die Autofahrer dem Bio-Kraftstoff E10 skeptisch gegenüber, obwohl er vier Cent günstiger ist als E5. Nur 20 Prozent des Benzin-Segments entfallen auf den Sprit mit der höheren Bioethanol-Beimischung. Die Vorbehalte der Kunden führt Aral auf die Debatte um den Einsatz von Getreide in der Kraftstoffherstellung, aber auch auf die Befürchtung, Motoren könnten durch E10 Schaden nehmen, zurück. Brok legt sich dagegen fest: „Die Sorge vor Motorschäden ist unbegründet.“ Dennoch rechnet er für die Zukunft nicht damit, dass sich E10 am Markt breiter durchsetzen werde.

Spritpreise
Warum Tanken eigentlich nicht teurer geworden ist

Bei Autofahrern mag es sich an der Tankstelle anders anfühlen. Aber für die Benzinrechnung müssen Arbeitnehmer heute nicht länger arbeiten als früher. Lohnzuwachs und Verbrauchsminderung gleichen die Preissteigerung aus – noch.

In Zeiten rückgängingen Kraftstoff-Absatzes wird für Aral das Geschäft mit den Tankstellen-Shops immer wichtiger . Es macht inzwischen 62 Prozent des Ertrags aus. An zusätzliche Einnahmequellen wie Gebühren für die Reifenluft-Prüfung, die Konkurrent Shell gerade testen, planen die Bochumer jedoch nicht. Brok: „Reifenluft ist ein Sicherheitsfaktor. Dafür Geld zu nehmen, geht gar nicht.“

Frank Meßing


Kommentare
09.02.2013
13:40
Aral weist Vorwurf der Preistreiberei an Tankstellen zurück
von feierabend | #38

OPEC und Ölmultis sind Milliardäre - und hierzulande wissen wir Frauen noch nicht einmal wie wir uns über den Monat retten sollen - Miete, Sprit und Auto kosten unsere gesamten Energien und Männer verreisen samt Familie dreimal im Jahr. Gerechtigkeit? Wer fördert denn Öl? Männer! Und wer verdient am Meisten daran? Männer! Leidtragende sind Alleinstehende und Frauen. Die Ausbeutung der arbeitenden Bevölkerungen durch Ölstaaten ist heuchlerisch, gemein und geht zur Lasten der Gesundheit. Araber, Russen und Deutsche können nicht miteinander - sind aber aufeinander angewiesen. Wir zahlen Millionen bei Katastrophen, leisten Entwicklungshilfe und Kriegseinsätze - was tun Saudis und Co?

08.02.2013
20:23
Aral weist Vorwurf der Preistreiberei an Tankstellen zurück
von feierabend | #37

Eigentlich gibt es genügend ÖL, die Frage ist nur, wie wir damit umgehen. Man stelle sich Zeiten ohne Öl und die Produkte vor - Öl heißt Leben, Einkommen, Wohlstand, Vermögen, Frieden. Eigentlich - bei besserer Haushaltung - hätten wir auch niedrigerer Benzinpreise. Eigentlich. Vermutlich predigt der Mensch Vernunft weil er eigentlich keine kennt. die Frage des Energiehaushalts und Handels gehört eigentlich nicht in private Hand - umsonst gibt es keine Misswirtschaften der Industrienationen. Staatliche Regelung und Begrenzung - auch wenn es uns nicht gefällt. Sonst zahlen wir bald im nächsten Jahr 3 Euro und noch mehr für einen Liter.

08.02.2013
15:15
Aral weist Vorwurf der Preistreiberei an Tankstellen zurück
von Pit01 | #36

Jeder sollte dort tanken wo es billiger ist. Dann werden auch die Preistreiber nachgeben müssen. Ausserdem höre ich schon seit D-Mark Zeiten immer wieder die Begründungen vom Vater Staat als Preistreiber, oder dem starken Dollar, dem Euro usw. Was ist das für eine Preiskalkulation, wenn ein Liter Super bei Star bis zu 11 Cent billiger als bei Aral ist?
Fast wöchentlich an Aral/ Star Tankstellen zu beobachten. Allerdings auch, dass viele Autofahrer wie die Lemminge trotzdem die teuere Brühe tanken.

08.02.2013
11:46
Aral weist Vorwurf der Preistreiberei an Tankstellen zurück
von Leuler | #35

An die WAZ-Autoren: Bitte machen sie keine Stimmungs-Hetze und stellen sachen falsch dar:

Es geht mir um diesen Satz am Anfang: "Der Marktführer Aral hat im vergangenen Jahr rund 2,7 Millionen Mal seine Spritpreise an seinen 2491 Tankstellen verändert. Das entspricht bis zu fünf Bewegungen pro Tag"

Wer mal eben den Taschenrechner zückt erkennt, dass es im schnitt nicht mal 3 Veränderungen sind. DAS ist die Zahl, die interessiert. "Das entspricht" ist inhaltsmässig einer Implikation gleichzusetzten, was überhaupt nicht stimmt.
Die erste und die 2. Aussage haben NICHTS miteinander zu tun!
"Teilweise bis zu 5 Preisänderungen pro Tag" wäre deutlich besser. Es besteht ja kein Zusammenhang zwischen den Aussagen!
Und dies wäre auch nur ok, wenn sie das recherchiert haben. (Aber das verlange ich von der WAZ ja schon lange nicht mehr^^)

Also Bitte: Keine Zusammenhänge erfinden, die es nicht gibt. Und nur schreiben was stimmt. Wird eh nicht gelesen bzw erhöhrt, vielen Dank .

08.02.2013
08:27
Aral weist Vorwurf der Preistreiberei an Tankstellen zurück
von SchauDichSchlau | #34

Dis könnte ein AUFRUF zu Tank-Konsumverzicht werden ... könnte !
jedenfalls an allen Markentankstellen .... denn langsam wird es bunt ... Preise für Sprit (ok ... nur nicht in der HÖHE ...das ist die HÖHE ) ... Preise für LUFT ( Shell ) ... demächst noch Tankstellenauffahrtgebühren und Atemsteuer mit Spitgeruch ?

Fahrt 1-5 km weiter zur nächsten FREIEN ... wäre da wohl die richtige Überlegung - oder richtet euer Smartphone mit der entsprechenden APP ein und nutzt den sofortigen Preisvergleich ... bereits seit Monaten kostenlose App verfügbar.

Noch besser : verzichtet auf jede möglich Fahrt mit dem PKW

1 Antwort
Welche App?
von andy_112 | #34-1

Welche App zeigt denn wirklich in _Echtzeit_ die Preise aller markenzugehörigen und freien Tankstellen an?

Clevertanken (z.B.) ist alles andere als aktuell und daher eigentlcih unbrauchbar.

Wirklich gut funktionieren z.Z. nur die Apps/Homepages von JET, Shell und Star. Aral nutze ich nicht.

08.02.2013
08:22
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #33

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

2 Antworten
Nicht nur bei Aral, sonden auch bei allen anderen "Markentankstellen"
von nixxiss | #33-1

und auch vielen "Freien" ist der Literpreis morgens um bis zu 10 Cent höher, als am Abend zuvor.

@nixxiss
von Jorgel | #33-2

Dann schauen sie mal bei Aral. Da liegt der Preis wie immer noch höher...

07.02.2013
17:21
Aral weist Vorwurf der Preistreiberei an Tankstellen zurück
von memax | #32

@ Schorlemme / Kommentar 23:

http://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article13571133/Aral-belohnt-Paechter-fuer-teures-Benzin.html

Ich kann jedem Autofahrer nur raten, schon aus Prinzip keine ARAL - Tanke anzufahren. ARAL hat den Verbrauchern der Krieg erklärt, fechten wir ihn aus.

07.02.2013
15:35
Aral weist Vorwurf der Preistreiberei an Tankstellen zurück
von Jorgel | #31

"In Zeiten rückgängingen Kraftstoff-Absatzes wird für Aral das Geschäft mit den Tankstellen-Shops immer wichtiger."

Sie treiben die Spritpreise in ungeahnte Höhen und wundern sich dann, dass der Kraftstoffabsatz rückgängig ist. Das Prinzip Ursache und Wirkung, bleibt den Bossen von Aral offenbar verschlossen. Ist es doch gerade ihre Marke, die regelmäßig die Spritpreise ganz oben anführt.

Manchmal ist eben weniger mehr. Wäre der Sprit nicht so teuer, würdet ihr auch mehr davon verkaufen - und ihr könntet auf eure Shops glatt verzichten. So machen eben viele einen großen Bogen um Aral-Tankstellen. Selber Schuld...

07.02.2013
14:28
Aral weist Vorwurf der Preistreiberei an Tankstellen zurück
von Der.Luedenscheider | #30

Sicher, die Steuer ist Schuld, die ändert sich auch täglich im fast zwei-stelligen Cent Bereich. Vor allem, wenn es sich um Verteuerungen handelt.

Mich wundert nur, warum kein Journalist es wagt, ihn zu fragen, warum er so dreist lügt? Denn eine solche Lüge ist einfach dreist. Da kommt man nur mit klaren Ansagen und Fragen weiter. Und durchaus auch mal provokativ.

07.02.2013
13:55
Aral weist Vorwurf der Preistreiberei an Tankstellen zurück
von tipp_top | #29

Klar doch Herr Brok - das sind die anderen und ARAL zieht nur nach. Und die Steuern .. natürlich - die haben schon immer die täglichen Sprünge verursacht, besonders vor Feiertagen und Ferien ;-))

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