Das aktuelle Wetter NRW 8°C
Überprüfung

Apple trennt sich von Zulieferer wegen schlechter Arbeitsbedingungen

25.01.2013 | 11:36 Uhr
Apple ist bei einer erweiterten Überprüfung seiner Zulieferer erneut auf Missstände gestoßen.Foto: ap

San Francisco.  Apple hat die Zusammenarbeit mit einem chinesischen Komponentenhersteller beendet. Grund sind Missstände in der Produktion. Der Apple-Zulieferer hatte 74 Jugendliche angestellt, seine Mitarbeiter diskriminiert und ausgebeutet. Den Namen der Firma will Apple nicht bekannt geben.

Apple ist bei einer erweiterten Überprüfung seiner Zulieferer erneut auf Missstände gestoßen. Der iPhone- und iPad-Konzern , der einen Großteil seiner Produkte in Asien fertigen lässt, teilte am Donnerstag mit, fünf Prozent der getesteten Zulieferer hätten Minderjährige beschäftigt. In einem Fall sei die Zusammenarbeit mit einem Komponentenhersteller beendet worden, der 74 Jugendliche angestellt habe.

Den Namen der betroffenen Firma nannte Apple nicht. Bekannt ist lediglich, dass Apple im vergangenen Jahr die Zahl der Überprüfungen um 72 Prozent auf 393 erhöhte und sich dabei die Arbeitsbedingungen bei kleinen sowie großen Fertigern wie dem südkoreanischen Samsung -Konzern anschaute.

Apple versichert, die Missstände ausgemerzt zu haben

Ingesamt wurden 1,5 Millionen Arbeiter überprüft. Neben der Beschäftigung von Minderjährigen stieß der US-Konzern auf Diskriminierung, Ausbeutung durch Überstunden und schlechte Bezahlung. Apple versicherte, die Missstände ausgemerzt zu haben.

Seit 2011, als Tim Cook Nachfolger des legendären Apple-Mitgründers und -Chefs Steve Jobs wurde, verbesserte Apple seine Transparenz und veröffentlichte erstmals eine Liste seiner Partner. Im vergangenen Jahr startete das wertvollste Technologieunternehmen der Welt die Zusammenarbeit mit der Organisation Fair Labor Association (FLA), die sich weltweit für Mindeststandards in Fabriken einsetzt.

Foxconn soll Mitarbeiter besonders schlecht behandelt haben

In der Vergangenheit hatte beispielsweise Foxconn, die Muttergesellschaft der in Hongkong gelisteten Foxconn International Holdings und der in Taiwan notierten Hon Hai Precision, immer wieder für negative Schlagzeilen gesorgt. Dem Konzern, der die Hälfte der weltweiten Verbraucherelektronik herstellt, wird vorgeworfen, seine Mitarbeiter besonders schlecht zu behandeln.

Das iPhone hat Geburtstag

Seit 2010, als bei Foxconn mehrere Mitarbeiter Selbstmord begingen, steht der Konzern in der Kritik. Dies führte auch zu Vorwürfen gegen Apple, auf dem Rücken der chinesischen Arbeiter seine immensen Gewinne einzufahren. China ist nicht nur das Land, wo die Amerikaner ihre Produkte herstellen lassen, sondern auch zu einem der wichtigsten Absatzmärkte aufgestiegen. (rtr)

 



Kommentare
26.01.2013
18:46
Apple trennt sich von Zulieferer wegen schlechter Arbeitsbedingungen
von Shy_Eye | #3

Oh mein Gott, genau das ist doch total KONTRAPRODUKTIV.
Wir dürfen mal die Fakten festhalten:
1. Apple ist Auftraggeber
2. Unternehmen sparen WO ES NUR GEHT
3. Auf diese Weise entziehen sich Firmen der Verantwortung, zu Lasten der Menschen

Ist das Fair? Nein!
Die Fabrikbetreiber sind zwar auch oft *****löcher, aber bricht es Apple einen Zacken aus der Krone, wenn die 25.000 Euro für Brandschutz investieren? Ich denke nich!

25.01.2013
12:07
Apple trennt sich von Zulieferer wegen schlechter Arbeitsbedingungen
von gudelia | #2

Der Preis einer Komponente sagt etwas über die Produktionsbedingungen aus.
Die Kündigung eines Liefervertrages ist nur Augenwischerei.
Wichtig ist der höchstmögliche Gewinn, auf Teufel komm raus.

25.01.2013
12:06
Apple trennt sich von Zulieferer wegen schlechter Arbeitsbedingungen
von 2013witten | #1

Donnerwetter! Manager mit Charakter setzen sich rigoros durch. Bravo!

Aber moment mal. Apple? Ist das nicht die gleiche Firma, die in Deutschland per Videokamera überwachen lässt, wie oft und wie lange ihre Mitarbeiter aufs Klo gehen?

Tsssssssssss ...

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/arbeitsbedingungen-in-apple-stores-schnueffel-vorwuerfe-gegen-apple-1.1582561

Aus dem Ressort
Geplanter Neovia-Verkauf beunruhigt Beschäftigte
Opel
Auf 700 Mitarbeiter soll das Warenverteilzentrum von Opel nächstes Jahr wachsen. Nun bahnt sich an, dass der Betreiber Neovia Logistics einen neuen Eigentümer erhält. Beschäftigte und Betriebsrat von Opel fürchten nun, dass könnte Konsequenzen für den Standort Bochum haben.
Gelsenkirchen ist Vorreiter beim Klimaschutz
Auszeichnung
Dafür wurden nun sechs Projekte von der KlimaExpo.NRW Gelsenkirchen gemeinsam ausgezeichnet.Wir stellen vor, was die einzelnen Projekte ausmacht. Oberbürgermeister Frank Baranowski nahm die Auszeichnung stellvertretend entgegen.
Airbag-Probleme - 850 000 Audi A4 müssen in die Werkstatt
Auto
Audi ruft weltweit 850.000 Autos vom Modell A4 wegen Problemen mit den Airbags in die Werkstätten zurück. Durch einen Softwarefehler könne es vorkommen, dass Airbags bei Unfällen nicht auslösen, sagte ein Audi-Sprecher.
Duisburgs Call-Center bei Revierstädten gefragt
Bürgerservice
Fast eine Million Anrufe gehen im Jahr bei dem Duisburger Call-Center ein. Dort gibt’s Rat bei Passfragen, auch der Sperrmüll kann geordert werden. Aber auch für andere Revierstädte ist das Call-Center eine gute Adresse, schon im Einsatz ist es für Dinslaken, auch Bottrop und Bochum haben Interesse.
Online-Klamottenbörse "Kleiderkreisel" reagiert auf Kritik
Second-Hand
Die Verbraucherzentrale bezeichnet das Bewertungs- und Bezahlsystem von "Kleiderkreisel" als verlockend für Betrüger. Vor allem das Bewertungssystem steht in der Kritik. Nutzer können sich dort bewerten obwohl sie gar nicht miteinander gehandelt haben. Nun reagiert Kleiderkreisel auf die Kritik.
Umfrage
Um die verkürzte Schulzeit besser zu meistern, sollen G8-Schüler weniger Hausaufgaben bekommen. Richtig so?

Um die verkürzte Schulzeit besser zu meistern, sollen G8-Schüler weniger Hausaufgaben bekommen. Richtig so?