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Apple kann es auch ohne Übervater Steve Jobs

02.10.2012 | 14:28 Uhr
Apple kann es auch ohne Übervater Steve Jobs
Am 5. Oktober seit einem Jahr tot: Apple-Gründer Steve Jobs. Der Visionär fehlt, der Konzern steht trotzdem blendend da. Foto: ddp

Berlin.   Als Steve Jobs am 5. Oktober 2011 starb, fürchteten viele das Schlimmste. Wie sollte es mit dem Technologiekonzern Apple weitergehen? War das Unternehmen ohne seinen Gründer und Übervater überhaupt überlebensfähig? Im Jahr eins nach Steve Jobs steht Apple besser denn je da.

Als der „iGod“ starb, fürchteten viele das Schlimmste: Wie sollte Apple ohne Steve Jobs auskommen? Dem Mann, der das Unternehmen gegründet hatte, es dann verlassen musste - nur um später zurückzukehren und Apple vom Pleitekandidaten zu einem der erfolgreichsten Konzerne der Welt zu machen. Am 5. Oktober ist „einer der größten amerikanischen Erfinder“, wie ihn US-Präsident Barack Obama nannte, seit einem Jahr tot.

Und Apple? Der Konzern ist unter Jobs’ Nachfolger Tim Cook größer, reicher, wertvoller und mächtiger geworden als je zuvor - allen Kassandrarufen zum Trotz. Anleger bewerten den Konzern an der Börse höher als jemals ein Unternehmen zuvor. Zwischenzeitlich - kurz vor der Vorstellung des iPhone 5 Mitte September - kletterte die Apple-Aktie sogar über die Marke von 700 Dollar pro Stück.

Offensichtlich hat der Konzern den Tod seines Gründers und Chef-Visionärs Jobs verkraftet. Der Grund dafür dürfte in der eingespielten Führungsmannschaft liegen: Neben Cook lenken mit Chefdesigner Jonathan Ive, Marketingchef Phil Schiller, Finanzvorstand Peter Oppenheimer oder dem Chefentwickler des iOS-Betriebssystems, Scott Forstall, langjährige Weggefährten den Konzern.

Der Clou mit dem geschlossenen Ökosystem

Den Grundstein für ihren Erfolg hat aber Jobs gelegt: Mit dem iPod revolutionierte er ab 2001 den Musikmarkt. Entscheidend dafür war neben dem Gerät aber vor allem die konsequente Verzahnung zwischen Hardware und den zugehörigen Inhalten. Wer mit dem schicken Gerät unterwegs sein wollte, musste die iTunes-Software nutzen und seine Lieder über Apple kaufen. Jobs schuf so ein geschlossenes Ökosystem.

Mit dem iPhone und später dem Tablet-Rechner iPad blieb Apple der erfolgreichen Strategie treu. Zur Musik gesellten sich Bücher und Zeitungen sowie vor allem Zusatzprogramme für die Geräte, die sogenannten Apps. So verdient Apple nicht nur an jedem Gerät, sondern auch bei jedem Herunterladen.

Über 1.000 Dollar Reingewinn – pro Sekunde

Steve Jobs im April 1991 in seiner Neugründung Next Computer: Apple übernahm Next, Jobs kehrte zu seinem „Kind“ Apple zurück. Foto: AP

Und das alles verkauft sich: So dominiert Apple den Markt für Tablet-PC und ist einer der größten Handyhersteller der Welt - trotz der wenigen und durchweg teuren Modelle. So verdiente der Konzern aus dem kalifornischen Cupertino im Quartal bis Ende Juni nach Steuern 8,8 Milliarden Dollar (rund 6,8 Milliarden Euro). Das entspricht mehr als 1.000 Dollar Reingewinn pro Sekunde - 91 Tage lang, 24 Stunden am Tag.

Einstige Größen der Handybranche wie Nokia oder der Blackberry-Hersteller Research In Motion dagegen sind deklassiert und kämpfen ums Überleben. Nur Samsung mit seinen Smartphones und Google mit dem Handybetriebssystem Android sind als ernstzunehmende Rivalen übrig geblieben.

Diese überzieht Apple mit einem Patentkrieg vor Gerichten weltweit. Angeschoben hatte die Auseinandersetzung noch Steve Jobs: Er werde lieber einen „Atomkrieg“ mit Google führen, als Apples Technologien mit anderen zu teilen, sagte er seinem Biografen. Zwar nannte Jobs-Nachfolger Cook die Auseinandersetzungen im Frühjahr „fürchterlich nervig“ - den Kampf gegen Android und alle Hersteller, die auf das System aufbauen, setzt aber auch er fort. „Was wir wollen, ist, dass die anderen ihre eigenen Sachen erfinden.“

Mehr als fünf Millionen iPhones an einem Wochenende

Zwar hat Apple selbst seit Jobs’ Tod auch keine ganz große Revolution mehr präsentiert. Aber auch mit der Weiterentwicklung seiner Erfolgsprodukte hat der Konzern beachtlichen Erfolg: Nach eigenen Angaben gingen am ersten Verkaufswochenende mehr als fünf Millionen Stück des iPhone 5 über die Ladentheken - und damit etwa eine Million mehr als beim Vorgänger 4S.

Die Apple-Aktie fiel trotzdem: Mehr als 30 Dollar hat sie im Vergleich zu ihrem Höchststand eingebüßt. Vor allem für die Pannen beim neuen, Apple-eigenen Kartendienst - Berlin wird da schon einmal kurzerhand in die Antarktis verlegt - erntete Apple beißenden Spott im Internet. Cook musste sich sogar öffentlich entschuldigen.

Analysten bemängelten zudem zu wenige Bestellungen und Probleme mit der Fertigungsqualität beim iPhone 5. Gene Munster von Piper Jaffray hatte noch eine Woche vor Marktstart „im schlechtesten Fall“ sechs Millionen verkaufte Geräte erwartet, maximal sollten es sogar zehn Millionen sein. Apple dürfte es dennoch verschmerzen: Die Nachfrage habe das Anfangsangebot überstiegen, hieß es. (dapd)



Kommentare
03.10.2012
00:40
Apple kann es auch ohne Übervater Steve Jobs
von Hugo60 | #1

Wieder ein Beweis dafür, wie unwichtig die Person ist, die das Unternehmen anführt.

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