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Apotheker: Patienten müssen warten

18.12.2007 | 18:43 Uhr

Münster. Patienten müssen zum Jahreswechsel damit rechnen, nicht mehr ihr gewohntes Medikament zu erhalten. Die Apotheken in Westfalen erwarten Lieferengpässe auf Grund der auslaufenden Rabattverträge zwischen Krankenkassen und Herstellern.

"Kleinere Hersteller haben ihre Produktion heruntergefahren, weil sie noch nicht wissen, ob sie bei den neuen Verträgen berücksichtigt werden", begründet Rötger von Dellingshausen, Geschäftsführer des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe, die Befürchtungen. Der Sprecher der AOK-Westfalen, Karl-Josef Steden, wies darauf hin, dass die Kassen wegen gerichtlicher Auseinandersetzungen noch nicht mit letzter Gewissheit sagen könnten, welche Hersteller zum Zuge kommen. Dabei geht es darum, ob die Rabattverträge europaweit oder national ausgeschrieben werden müssen.

Der Vorstandsvorsitzende des Apothekenverbandes Klaus Michels bezeichnet die Rabattverträge als "Garantie für Probleme und Ärger mit Kunden und Patienten, die wütend und verunsichert sind, weil sie ihr gewohntes Arzneimittel nicht erhalten oder ungewohnt lange warten müssen."

Die Apotheker müssten feststellen, dass jeder erneute Wechsel der Präparate dazu führe, dass die verordneten Medikamente teilweise nicht genommen würden. Vor allem ältere Patienten richteten sich nach Farbe, Form und Größe der gewohnten Arznei. Trotz alledem unterstützten die Apotheker die vom Gesetzgeber gewollten Rabattverträge, um für die Krankenkassen Kosten einzusparen.

Im Bereich des Versandhandels begrüßen die westfälischen Apotheker die geplante Bundesratsinitiative von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann, den Handel mit verschreibungspflichtigen Medikamenten wieder zu verbieten. "Der Verbraucher hat keine Chance, zu erkennen, ob der Anbieter seriös ist", sagte Michels. Der Versandhandel habe am Umsatz der Apotheken bundesweit zwar nur einen Anteil von 1,4 Prozent. Aus Gründen der Versorgungssicherheit wollen die Apotheker aber ein Verbot. "Mittlerweile kann ja jeder Hausmeister in Hochhäusern Rezepte einsammeln und weitergeben", sagte Dellingshausen. Unterstützen wollen die Apotheker im Gegensatz zu den Ärzte-Verbänden auch die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte. Wann diese aber allgemein eingeführt wird, wussten sie auch nicht.

Von Karl-Heinz Kalender

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