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Euro-Rettung

Amerikanische Rating-Agentur gefährdet Euro-Rettungsfonds

06.12.2011 | 15:28 Uhr
Amerikanische Rating-Agentur gefährdet Euro-Rettungsfonds
Die Ratingagentur Standard & Poor’s hat mit der Herabstufung des europäischen Rettungsfonds gedroht. Dieser könnte seine Top-Bonität AAA verlieren, wie am Dienstag in London bekanntgegeben wurde. Foto: dapd

Paris.   Die Euro-Retter müssen weiter zittern. Die Ratingagentur Standard & Poor’s hat jezt mit der Herabstufung des europäischen Rettungsfonds gedroht. Damit bringen sie die Krisenlösung der Europäer in Gefahr.

So arbeiten Rating-Agenturen

Drei Rating-Agenturen beherrschen den Weltmarkt. Will ein Staat seine Kreditwürdigkeit von unabhängigen Experten überprüfen lassen, wählt er meist Standard & Poor's (S&P), Moody's oder Fitch. S&P und Moody's sind US-Unternehmen. Fitch gehört zur französischen Fimalac-Gruppe.  Auf ihre Rating-Urteile achten Banken oder Versicherer, wenn sie Staaten Geld borgen wollen. Denn ein Rating, erklärt S&P, „ ist unsere Einschätzung darüber, wie sich die Zahlungsfähigkeit und -willigkeit eines Staates künftig entwickelt“.

Bei S&P trägt ein Experte die Hauptverantwortung, die Bonität eines Staates zu analysieren. Ein zweiter Experte hilft ihm. Sie werten Konjunkturdaten aus, zum Beispiel zur Wirtschaftsleistung oder zur Arbeitslosigkeit. Die Analysten sprechen auch mit Verantwortlichen des Landes.

Glauben die Experten, dass sich die Kreditwürdigkeit eines Staats ändert, erstellen sie einen Bericht. Den präsentieren sie einem „Rating-Komitee“, dem etwa sieben bis neun Fachleute angehören. Der hauptverantwortliche Analyst erläutert seine Einschätzung. Über seinen Rating-Vorschlag stimmt das Komitee mehrheitlich ab. Der betreffende Staat wird informiert – und hat zwölf Stunden Zeit für Kritik. (sbi)

Die US-Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) hat dem Euro-Rettungsfonds EFSF mit dem Entzug seiner Topnote für die Kreditwürdigkeit gedroht. Der Fonds könnte um ein oder zwei Stufen abgewertet werden, teilte die Agentur am Dienstag mit. Dies wäre Folge der Ankündigung von Standard & Poor’s von Montagabend, dass Deutschland und weitere Euro-Staaten, die für den EFSF garantieren, ihre Bestnote verlieren könnten. Die Ratingagentur erklärte weiter, sie werde prüfen, ob die Ergebnisse des EU-Gipfels Ende der Woche in Brüssel geeignet seien, das Vertrauen der Finanzmärkte wiederherzustellen.

Standard & Poor’s hatte am Montagabend angekündigt, die Kreditwürdigkeit von 15 der 17 Euroländern zu überprüfen. Deutschland und fünf anderen Eurostaaten droht damit der Verlust der Topbewertung AAA; die Bestnote für Frankreich könnte demnach sogar um zwei Stufen abgesenkt werden. Als Begründung führte die Ratingagentur die stockende Kreditvergabe, die schlechte Konjunktur sowie die „anhaltende Uneinigkeit“ über die Strategie zur Beilegung der Schuldenkrise an.

Jetzt hängt alles am Ausgang des EU-Gipfels

Beim EFSF gab man sich am Dienstag wenig überrascht von der Warnung aus London. Wenn die AAA-Staaten, auf die sich die Topbonität des Fonds stützt, selbst herabgestuft würden, sei der Schritt nur logisch. Zudem wurde aus dem Umfeld des EFSF betont, dass S&P seine Entscheidung vom Ausgang des EU-Gipfels am Donnerstag und Freitag abhängig mache. Wenn die Staats- und Regierungschefs "ein starkes Ergebnis liefern", drohe auch keine Herabstufung. Wegen der guten Vorarbeiten für den Gipfel gehe man nicht davon aus, dass S&P tatsächlich den Daumen senke.

Falls doch, wäre das ein weiterer Dämpfer für die Euro-Retter. Denn die Attraktivität des EFSF für Investoren würde beschädigt. Erst in der vergangenen Woche hatten die Finanzminister den Rettungsfonds mit zwei Hebeln ausgestattet, um seine Feuerkraft zu vervielfachen. Doch wegen des Misstrauens an den Märkten scheint die angepeilte Summe von einer Billionen Euro schon mit dem AAA-Rating nicht zu erreichen. Bei einer Herabstufung würde auch für den EFSF das Geldleihen teurer.

Am Dienstag übte man sich in Luxemburg dennoch in Zweckoptimismus: Schließlich sei es Italien erstmals wieder gelungen, Anleihen mit zehn Jahren Laufzeit mit Zinsen unterhalb von sechs Prozent zu platzieren. "Da tut sich was", hieß es. Die Hoffnung ruht nun darauf, dass sich der Gipfel in Brüssel zu einem Befreiungsschlag aufrafft. (afp/dapd)

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Kommentare
06.12.2011
18:17
Wie hängt das denn nun eigentlich alles zusammen...?
von donfernando | #7

Man stelle sich vor, da kommt ein gewisser Herr Staat auf die Idee, einem ebenso gewissen Herrn Tüff verbindlich und verpflichtend eine sichere Einnahmequelle dadurch zu verschaffen, dass er ihn gesetzlich (!) beauftragt, alle Autos regelmäßig zu prüfen, damit alles seine Ordnung hat auf den Straßen.
Und dann kommt dieser Herr Tüff her und zieht reihenweise die städtischen und staatlichen Fahrzeuge aus dem Verkehr, weil sie angeblich den Straßenverkehr gefährden.
Daraufhin verkündet der Herr Staat sichtlich betroffen, dass das aber nun besonders bedauerlich ist, weil der Steuerzahler jetzt neue Fahrzeuge bezahlen muss.

Und keiner kommt auf die Idee, dass dieser Herr Tüff irgendwelche Verwandtschaft in den höheren Etagen der Autoindustrie haben könnte.

Klingt total Banane, oder? Wahrlich, ich sage Euch: Wenn der erste Schnee kommt, kann sich jeder davon überzeugen, dass kein Streufahrzeug weit und breit zu sehen ist. Diese Prognose ist übrigens kostenlos, weil bald Weihnachten ist.


06.12.2011
17:37
Amerikanische Rating-Agentur gefährdet Euro-Rettungsfonds
von harkorten | #6

Die Ratingagenturen sind die Wegbereiter der Spekulanten und Zocker. Sie verdienen weltweit und in Europa an den Krisen, an Kriegen und sonstigen Ereignissen. Schon nach der ersten großen Krise hätte man dieser Menschenfeinde platt machen sollen. Doch anscheinend stecken hinter den Ratingagenturen und Spekulanten auch Politiker und bestimmte Kreise, die mitverdienen und eigene Interessen verfolgen.

Das Interesse dieser Spekulanten liegt auf der Hand. Eine Situation wie am "Schwarzen Freitag" 1929 zu bewirken. Denn damals hatten nicht alle alles verloren, sondern viele noch mehr gewonnen.

Unsere Politiker sind Schaumschläger und Marionetten, die haben keine Ahnung, werden ferngesteuert und machen alles nur noch schlimmer.

Die Ganoven sitzen in den USA, in Großbritannien und in einem bestimmten Land des Mittelmeerraumes, das ich hier nicht nennen möchte. Dort sitzen die Absahner und Spekulanten, die ganze Länder und Völker in den Ruin treiben, um Gewinne und Einfluß einzufahren.

Wer denkt, dass die Politiker in Deutschland oder in der EU etwas dagegen unternehmen, liegt völlig falsch. Die manovirieren und noch mehr in den Abgrund. Und genau das kalkulieren die Ratingagenturen und Spekulanten mit ein.

06.12.2011
17:18
Amerikanische Rating-Agentur gefährdet Euro-Rettungsfonds
von MB345 | #5

Am Freitag wird Fr Merkel,wieder eine alternativlose Lösung präsentieren!
Wie schon so oft.

Es wird keinen dritten Weltkrieg geben,wie schon oben angemerkt!
Aber die Welt wird sich in absehbarer Zeit radikal zum Nachteil der meisten
verändern.

06.12.2011
16:48
Rating-Argenturen als Helfer der Us-Wirtschaft
von xxyz | #4

Wird hier auf breiter Front von den Problemen im eigenen Land abgelenkt?
Welche Rating-Agentur hat die Schrott-Immobilien-Finanzprodukte kritisiert, die u.a. eine Hauptursache für unsere Finanzprobleme sind?

Wer Schulden macht, ist abhängig. Regeln aus dem Privatleben müssen auch für Staaten gelten. Deshalb ist eine Bürgschaft unbedingt zu vermeiden.

06.12.2011
16:47
Amerikanische Rating-Agentur gefährdet Euro-Rettungsfonds
von spiker1234 | #3

Die Frage ist: kann man überhaupt den Euro retten von Ländern die auch stark verschuldet sind? Woher das Rettungsgeld?

Europa und die USA haben fertig.
Kratzt die EU ab dann ist Aus für die USA und umgekehrt.
In diesem Wettlauf geht es darum, möglichst nicht der Bösewicht zu werden, der als Erster die Pleite erklärt. Jeder Politiker will seine Haut retten denn darum geht es.

Wir sind alle Gefangene einer Matrix, aber das Bewusstsein der Menschen hat sich verändert. Pech für die da "oben"!
Auch wenn die "Heils"- Bringer wieder unterwegs sind, einen 3.Weltkrieg wird es nicht geben.

06.12.2011
16:42
Amerikanische Rating-Agentur gefährdet Euro-Rettungsfonds
von meinemeinungdazu | #2

Wer hat die Agenturen eigentlich erfunden und wer hat sie zugelassen und wer glaubt ihnen??? Wo ist das verschlafene europäische Gegenstück, das die USA und andere Länder runterratet? Wo war die deutsche und europäische Führungselite, die einen Blick für die Märkte hatte? Weit und breit nichts zu hören und zu sehen. So gehen wir dem Ende der EU und des unsicheren Euros entgegen.

06.12.2011
16:01
Haben Rating-Agenturen ihre Existenzberechtigung?
von KamSahSiegteTraurig | #1

Haben Rating-Agenturen ihre Existenzberechtigung? Bei dieser Frage scheiden sich ganz viele Geister und eines ist gewiß, die Drohung kam nicht von o auf 100.
Die EU-Konsorten habe ndie Chance vermasselt, zu zeigen, dass EU Sinn macht. Nicht nur die Griechen plündern ihre Ersparnisse, sondern alle anderen auch. Was machen die eigentlich mit dem Geld? Eines ist hewiß, das Ausgeben landet wieder bei den Aktionären und das ist doch wiederum wünschenswert, für die 1-Prozent-Gruppe. Die Rating Agenturen handeln nur im Sinne der Aktionären und das macht Sinn, Drohungen auszusprechen.

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