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Alnatura und dm überziehen sich im Bio-Streit mit Klagen

21.01.2016 | 14:27 Uhr
Alnatura und dm überziehen sich im Bio-Streit mit Klagen
Die Top-Manager der Bio-Kette Alnatura und der Drogeriemarktkette dm haben sich gegenseitig verklagt. Es geht vor allem um den Verkauf von Bio-Produkten. Foto: dpa

Karlsruhe/Frankfurt.  Lange Jahre waren Alnatura und dm enge Verbündete. Jetzt sind die Partner von einst heillos zerstritten. Schuld ist die Bio-Welle.

Der Streit zwischen der Drogeriemarktkette dm und dem Biohändler Alnatura beschäftigt nun auch die Gerichte, denn dm-Gründer Götz Werner hat Alnatura-Chef Götz Rehn verklagt.

Das Landgericht Frankfurt bestätigte am Donnerstag einen Bericht des „Handelsblatts“ (Bezahlinhalt), wonach Werners Klage in erster Instanz abgewiesen wurde (AZ: 2-06 O 44/15). Der dm-Gründer hat dagegen aber bereits Berufung vor dem Oberlandesgericht Frankfurt eingelegt. Ein Termin steht noch nicht fest.

Zerwürfnis nach 30 Jahren Zusammenarbeit

Die beiden Manager waren nicht nur 30 Jahre lang erfolgreiche Geschäftspartner, Rehn ist auch Werners Schwager. Die Partnerschaft zerbrach, als dm eigene Bio-Produkte ins Sortiment aufnahm. dm-Gründer Werner verlangt von Rehn nun die Markenrechte an Alnatura. Er argumentiert damit, dass Alnatura erst durch dm erfolgreich geworden sei.

Doch damit nicht genug: Wie die Sprecher beider Unternehmen bestätigten, hat dm parallel dazu Alnatura vor dem Landgericht Darmstadt verklagt. In diesem Verfahren geht es um einen Kooperationsvertrag zwischen den beiden Unternehmen, an den sich Alnatura nach der Auslistung seiner Produkte bei dm nicht mehr gebunden fühlt. dm dagegen besteht laut „Handelsblatt“ auf der Einhaltung des Vertrages, der der Drogeriekette unter anderem Mitspracherechte bei der Auswahl neuer Vertriebspartner zusichert.

dm warf Alnatura-Produkte aus den Regalen

Zum Hintergrund: Vor einiger Zeit hat dm eine eigene Bio-Linie gestartet und Ende vergangenen Jahres rund 200 Produkte des langjährigen Lieferanten Alnatura aus den Regalen genommen. Branchenkenner gehen davon aus, dass sich der Karlsruher Drogeriemarkt durch die Eigenmarke offenbar eine höhere Marge verspricht, dm selbst kommentiert dies nicht.

Bei Alnatura hingegen ist man offen enttäuscht. Dem Biohändler zufolge werden bis April 70 Prozent der Alnatura-Produkte bei dm aus den Regalen genommen. „Es ist sehr schade, wir haben 30 Jahre sehr eng und erfolgreich zusammengearbeitet“, sagte eine Alnatura-Sprecherin am Donnerstag.

Alnatura hat indes den Online-Handel intensiviert und ist eine Vertriebspartnerschaft mit dem größten deutschen Lebensmittelhändler Edeka eingegangen. „Die Alnatura-Produkte werden von den Edeka-Kunden sehr stark nachgefragt. Wir bekommen sehr positive Rückmeldungen“, sagte die Sprecherin. „Auch unser Online-Shop ist gut angelaufen.“ (dpa)

Kommentare
21.01.2016
14:49
Alnatura und dm überziehen sich im Bio-Streit mit Klagen
von Duisburger67 | #1

Da verlangt der dm-Chef von seinem Schwager einfach so die Markenrechte an Alnatura?
Er argumentiert damit, dass Alnatura erst durch dm erfolgreich...
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2016-01-21 14:27
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